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Steuerrecht | 05.11.2020

Erb­schafts­steuer

Fragen und Antworten zur Erbschaft­steuer

Ab wann die Erb­schafts­steuer greift

In der Regel geht ein Vermögensz­uwachs damit einher, dass Steuern fällig werden. Das gilt auch im Erbfall. Doch es gibt Frei­beträge.

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Wer erbt, erlebt in der Regel einen Vermögensz­uwachs. Allerdings sind Erben nicht die einzigen, die profitieren. Denn das Finanzamt bekommt in vielen Fällen Erbschaft­steuer. Sieben wichtige Fragen und Antworten, die Erben kennen sollten:

Wird Erbschaftsteuer immer fällig?

Nein. Erben müssen erst zahlen, wenn der Wert des geerbten Vermögens über einer bestimmten Höhe liegt. Mit anderen Worten: Es gibt persönliche Frei­beträge. „Ehepartner müssen bis zu einem Betrag von 500.000 Euro keine Erbschaft­steuer zahlen“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler in Berlin.

Kinder können von beiden Eltern­teilen je 400.000 Euro bekommen, ohne dass der Fiskus zugreift. Vererben Großeltern ihren Enkeln etwas, werden bis zu einem Betrag von je 200.000 Euro keine Steuern fällig.

Auch für Geschwister, Nichten, Neffen und Lebens­gefährten gibt es beim Erben einen steuerlichen Freibetrag - er liegt bei 20.000 Euro.

Welche Rolle spielt Verwandtschaftsgrad?

Im Prinzip gilt: Je enger das Verwandtschafts­verhältnis, desto geringer die Steuerlast. Bei der Erbschaft­steuer gibt es drei verschiedene Steuer­klassen. Zu Steuer­klasse eins gehören neben Eheleuten und ein­getragenen Lebens­partnern auch Eltern, Kinder und deren direkten Nachkommen.

„Liegt nach Abzug des Freibetrags der Wert des Erwerbs unter 75 000 Euro, gilt in der Steuer­klasse eins mit sieben Prozent der niedrigste Steuersatz“, erklärt Eberhard Rot, Fachanwalt für Erb- und für Steuerrecht in Bonn. Je nachdem, wie hoch das Vermögen ist, steigert sich dieser Steuersatz in sieben Stufen bis hin zu 30 Prozent - letzteres gilt aber in Steuer­klasse eins erst bei einem Vermögen von über 26 Millionen Euro.

In der Steuer­klasse zwei - hierzu gehören Geschwister, deren Kinder sowie Schwieger­kinder und -eltern sowie geschiedene Partner - liegt der niedrigste Steuersatz bei 15 Prozent. „Er erhöht sich je nach Umfang des Vermögens bis auf 43 Prozent“, so Klocke.

In der Steuer­klasse drei - hier beträgt der niedrigste Steuersatz 30 Prozent und steigert sich je nach Vermögensw­ert bis auf 50 Prozent - sind alle übrigen Personen; etwa Freunde, Lebens­gefährten oder weitläufige Verwandte.

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Erlaubt die Erbschaftsteuer Ausnahmen?

Hausrat im Wert von bis zu 41.000 Euro erben der Ehepartner oder Kinder beziehungs­weise Enkelkinder steuerfrei. Zum Hausrat zählen neben der Wohnungs­einrichtung und Geschirr etwa auch Bücher und das Auto. „Für Kunst­gegenstände und Sammlungen gibt es einen weiteren Freibetrag in Höhe von 12.000 Euro, falls der Erbe zur Steuer­klasse eins gehört“, sagt Rott. Wer etwa mit einem Tagebuch nachweisen kann, die Eltern gepflegt zu haben, hat einen zusätzlichen steuerlichen Freibetrag von 20.000 Euro.

„Für sogenannte Erbfall­kosten können Erben einen Pausch­betrag von 10.300 Euro von der Erbschaft­steuer abziehen“, so Rott. Einen Nachweis, dass die Kosten entstanden sind, müssen sie dem Fiskus nicht präsentieren. Zu Erbfall­kosten gehören etwa Kosten für die Beisetzung oder für eine Prozess­führung im Fall eines Gerichts­streits um das Erbe. Gegen Nachweis können auch höhere Kosten abgezogen werden.

Müssen Erben für geerbte Immobilie Erbschaftssteuer zahlen?

Nicht unbedingt. Wenn sie die Immobilie selbst nutzen und zehn Jahre lang nicht verkaufen, vermieten oder verpachten, werden keine Steuern fällig. In vollem Umfang profitieren davon aber nur erbende Ehe- oder eingetragene Lebens­partner. Erben Kinder die Immobilie, ist die Steuer­befreiung auf eine Wohnfläche von 200 Quadrat­metern begrenzt. Den Anteil über 200 Quadrat­meter hinaus müssen die Erben versteuern.

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Welche Fristen gelten bei der Erbschaftsteuer?

Wer geerbt hat, muss dies dem Finanzamt mitteilen. Das muss innerhalb von drei Monaten ab dem Todestag des Erblassers geschehen. Der Fiskus wird dann gegebenenfalls von sich aus aktiv - und zwar dann, wenn das Vermögen über dem jeweiligen Freibetrag liegt.

„In einem solchen Fall fordert das Finanzamt die Begünstigten auf, eine Erbschaft­steuer­erklärung abzugeben“, erklärt Rott. Sobald der Fiskus diese bearbeitet hat, stellt er dem Erben einen Steuer­bescheid per Post zu. Die Erbschaft­steuer ist erst zu dem in dem Bescheid genannten Termin fällig.

Wie kann man bei der Erbschaftsteuer sparen?

„Möglich ist dies durch Schenkungen zu Lebzeiten“, sagt Klocke. Bei solchen Schenkungen können die Steuerfrei­beträge alle zehn Jahre aufs Neue genutzt werden. Ein Beispiel: Ein Vater hat seiner Tochter im Jahr 2005 eine Schenkung im Wert von 400.000 Euro gemacht. Die gleiche Summe hat die Tochter auch von der Mutter bekommen. Steuern werden nicht fällig.

Zehn Jahre später können Vater und Mutter der Tochter erneut jeweils 400.000 Euro vermachen, ohne dass Steuern anfallen. Das heißt: Je frühz­eitiger Vermögen weiter­gegeben wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Begünstigten im Ergebnis keine Steuern zahlen müssen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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