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Immissionsschutzrecht und Umweltrecht | 02.03.2016

Holzöfen

Frist für alte Kamin- und Kachelöfen abgelaufen: Alte Holzöfen müssen ausgetauscht werden

Viele Haus­besitzer haben die Frist zum Austausch oder Nachrüsten verstreichen lassen

Wer einen alten Holzofen hat, muss diesen unter Umständen in den nächsten Jahren austauschen - das sieht ein Gesetz vor. Aber eigentlich hätten viele Haus­besitzer schon bis 2015 tätig werden müssen. Wie eine Hoch­rechnung zeigt, hat dies nur jeder Fünfte getan.

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Viele Hausbesitzer betreiben möglicherweise illegal eine zu alte Feuerstätte

Sie haben eine Frist zum Austausch oder Nachrüsten versäumt. Darauf lassen zumindest Hoch­rechnungen des Industrie­verbands Haus-, Heiz- und Küchen­technik in Frankfurt am Main schließen.

Bis Anfang 2015 hätten Kamin- und Kachelöfen sowie Heizkamine, die vor 1975 zugelassen wurden und die Grenzwerte für Emissionen nicht einhalten, ausgetauscht oder nachgerüstet werden müssen. Das sieht die Bundes-Immissionsschutzverordnung vor - und soll Bußgelder zur Folge haben. Rund eine Million Geräte ist nach der HKI-Hoch­rechnung in dementsprechenden Alter, aber nur jede fünfte Feuer­stätten wurde erneuert. 800 000 umweltbelastende Altanlagen seien folglich noch in Betrieb ohne geeignete Nach­rüstung.

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks zweifelt die HKI-Hochrechnung an

Allerdings sind die Zahlen umstritten: Der Bundes­verband des Schornstein­feger­handwerks spricht von insgesamt nur 150 000 Anlagen, die in dieser Austausch­periode betroffen waren - abzüglich der Ausnahmen der Verordnung. Und auch die Zahl der säumigen Haus­besitzer ist für den Verband fraglich. Ein paar Exoten wird es geben, aber wir gehen von einer sehr geringen Zahl aus. Bei manchen Ofentypen ist auch eine Nach­rüstung möglich, die den Weiter­betrieb ermöglicht.

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Betroffene Ofenbesitzer wurden durch den Bezirksschornsteinfeger rechtzeitig über die Austauschpflicht informiert

Grund­sätzlich haben betroffene Ofen­besitzer über den Bezirks­schornstein­feger rechtzeitig von der Austausch­pflicht erfahren. Er kontrolliert auch die Umsetzung im Rahmen der Feuer­stätten­schau - zwei Schauen sind innerhalb von sieben Jahren vorgesehen. Aufgrund dieser Zeitspanne bei den Kontrollen lasse sich für seinen Verband auch noch nicht überblicken, wie viele Ofen­besitzer tatsächlich nicht gehandelt haben. Verstöße meldet der Kaminkehrer den zuständigen Behörden, die Bußgelder verordnen können. Laut dem HKI erfolgten diese aber nicht.

Hintergrund der Austauschpflicht ist den Schadstoffausstoß und damit die Umweltbelastung zu reduzieren

Hintergrund der Austausch­pflicht ist der Versuch, den Schadstoff­ausstoß der Öfen in Deutschland und damit die allgemeine Umwelt­belastung zu reduzieren. Die Verordnung sieht daher vor, schrittweise nach Baujahren bestimmte Kaminöfen, Heizkamine und Kachelöfen aus dem Verkehr zu nehmen oder mit Partikel­filtern nachzurüsten. Vorteil eines Austausches für den Verbraucher ist, dass moderne Feuer­stätten einen höheren Wirkungs­grad haben und dadurch weniger Holz benötigen. Aber dem stehen die Investitionen gegenüber.

Was sollten Hausbesitzer tun, die befürchten, die Frist versäumt zu haben?

Zunächst ist wichtig, zu wissen: Nur jene Kamin- und Kachelöfen sowie Heizkamine müssen ersetzt werden, die nicht nur das entsprechende Alter haben, sondern auch zu viele Schadstoffe ausstoßen. Das betrifft aktuell Öfen, die 2015 älter als 40 Jahre waren. Sie dürfen nicht mehr als 0,15 Gramm Staub pro Kubikmeter und 4 Gramm Kohlen­monoxid pro Kubikmeter ausstoßen.

Der HKI bietet unter http://cert.hki-online.de eine Datenbank zur Recherche der Werte des jeweiligen Ofens an. Ein Ausdruck der Angaben reicht dem zuständigen Bezirks­schornstein­feger als Nachweis. Oder dieser misst eben bei der nächsten Feuer­stätten schau die Werte.

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Auch jüngere Anlagen müssen in naher Zukunft ersetzt werden

Für die Baujahre 1975 bis 1984 endet die Schonfrist Ende 2017 - beiden Verbänden zufolge ist das die große Austausch­welle. Für Holzöfen der Baujahre 1985 bis 1994 ist Ende 2020 Schluss. 2024 müssen dann Öfen, die im Zeitraum von 1995 bis 31. März 2010 gefertigt wurden und nicht die Grenzwerte einhalten, ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Ausgenommen von der Pflicht sind offene Kamine sowie historische Einzel­raum­feuerungs­anlagen, die vor dem 1. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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