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Arbeitsrecht | 14.10.2019

Kündigung

Fristlose Kündigung durch den Arbeit­nehmer - geht das?

Für eine fristlose Kündigung durch den Arbeit­nehmer muss ein schwer­wiegender Grund vorliegen und nachweisbar sein

Kündigungs­fristen sind meist im Arbeits­vertrag geregelt. Das soll beiden Seiten Sicherheit geben. Doch wie sieht es mit fristlosen Kündigungen aus? Können die auch vom Arbeit­nehmer ausgehen?

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Kündigungs­fristen von zwei, drei oder gar sechs Monaten machen Arbeit­nehmern den Jobwechsel manchmal schwer. Der neue Arbeitgeber sucht einen Mitarbeiter, der am besten sofort anfängt - man selbst muss aber noch ein paar Monate dabei bleiben. Können Arbeit­nehmer dann eine fristlose Kündigung einreichen?

Wichtiger Grund für Kündigung notwendig

„Das Arbeits­verhältnis kann von jedem Vertrags­teil - also auch vom Arbeit­nehmer - aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungs­frist gekündigt werden“, erklärt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeits­recht in Nürnberg. Das ist in Paragraf 626 im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert.

Gründe für fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer

Diese Gründe beziehen sich allerdings auf Tatsachen, die das Arbeits­verhältnis für den Einzelnen unzumutbar machen. Neben ausbleibendem Lohn können das etwa Beleidigungen durch den Arbeitgeber, sexuelle Belästigung oder rassistisches Verhalten sein. Auch wenn sich der Arbeitgeber regelmäßig und willkürlich weigert, Urlaub zu gewähren, kann eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein.

Stellenwechsel kein Grund für fristlose Kündigung

Wichtig: „Der Wunsch, eine andere Stelle anzunehmen, ist kein Grund für eine fristlose Kündigung. Hier muss der Arbeit­nehmer die im Arbeits­vertrag vereinbarte Kündigungs­frist einhalten“, erklärt Rechtsanwalt Jürgen Markowski, der in der der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein (DAV) tätig ist.

Im schlimmsten Fall muss der Arbeit­nehmer sonst Schaden­ersatz leisten. „Das kommt vor allem bei unberechtigten fristlosen Kündigungen wegen Stellen­wechsel immer wieder vor“, so Rechtsanwalt Jürgen Markowski. Das kann zum Beispiel den Einsatz von Leih­arbeits­kräften betreffen, Kosten für die Rekrutierung von Personal oder Schaden­ersatz für Produktions­ausfälle.

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Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen erfolgen

Eine fristlose Kündigung kann nur innerhalb von zwei Wochen erfolgen und zwar ab dem Zeitpunkt, ab dem der Arbeit­nehmer von den für die Kündigung maßgebenden Tatsachen Kenntnis erlangt. „Da muss ich mich schnell entscheiden, weil das ja bedeutet, dass das Arbeits­verhältnis unzumutbar ist. Wenn ich vier Wochen abwarte, impliziert das, dass es ja so schlimm nicht gewesen sein kann“, sagt Rechtsanwalt Jürgen Markowski.

Manchmal ist erst eine Abmahnung erforderlich

Bei Dauertat­beständen gelte es, ab dem Zeitpunkt zu handeln, wenn das „Maß überschritten ist“, so Rechtsanwalt Jürgen Markowski. Zahlt ein Arbeitgeber zum Beispiel wiederholt keinen Lohn, muss der Arbeit­nehmer ihn zunächst abmahnen. Zeigt sich keine Besserung, kann er fristlos kündigen.

Für fristlose Kündigungen gelten die gleichen Maßstäbe wie für eine Kündigung durch den Arbeitgeber. So könne zum Beispiel eine vorherige Abmahnung erforderlich sein - damit der Arbeitgeber die Chance hat, ein etwaiges Fehl­verhalten oder aus Sicht des Arbeit­nehmers unzumutbare Zustände zu beenden.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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