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Verbraucherrecht | 03.12.2021

Spenden

Geben und Nehmen: Spenden sind nicht nur gut für das Gewissen

Ach­ten Sie beim Spen­den auf Güte­sie­gel und Zertifikate!

Weihnachten ist ein Fest des Gebens. Viele wollen dann Gutes tun und spenden. Wer sichergehen will, dass seine Spende auch ankommt, sollte aber auf ein paar Punkte achten.

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Geizig sind die meisten Bundes­bürger nicht. Im Gegenteil: Von Januar bis September 2021 haben die Deutschen nach Angaben des Deutschen Spenden­rates rund 3,8 Milliarden Euro gespendet. Im Vergleich zum Vorjahres­zeitraum ist das Spenden­niveau damit um etwa 14 Prozent gestiegen.

Spendenbereitschaft sehr groß

Auch das Deutsche Zentral­institut für soziale Fragen (DZI) verzeichnet eine große Spenden­bereitschaft. Allein für die vom Hochwasser betroffenen Menschen im Westen Deutschlands wurden bis November insgesamt 584 Millionen Euro gespendet. Damit wurden laut DZI die Spenden­summen über­troffen, die nach dem Elbe­hochwasser 2002 (350 Millionen Euro) und nach dem Hochwasser unter anderem in Sachsen und Bayern 2013 (158 Millionen Euro) gespendet wurden.

Checkliste kann bei Entscheidung helfen

Doch können Spenderinnen und Spender auch sicher sein, dass ihr Geld da ankommt, wo die Hilfe gebraucht wird? Ja, wenn sie das Geld nicht einfach blind geben. Wer spenden möchte, sollte die Organisationen daher im Zweifel selbst prüfen. Das DZI hat dazu eine Checkliste für sicheres Spenden erstellt.

Wichtige Fragen, die Spenderinnen und Spender sich im Vorfeld stellen sollten: Was geschieht mit meiner Spende? Wird sie wirklich für den Zweck verwendet, für den geworben wurde? Ist die Organisation gemeinnützig? Fühle ich mich gut informiert? Gibt es eine Kontakt­adresse für weitere Fragen?

Ohne Druck spenden

Wichtig: Niemand sollte sich unter Druck setzen lassen, rät die Verbraucher­zentrale NRW. Zielt der Werbebrief, die Anzeige in der Zeitung oder der Post in Sozialen Medien allein auf die Gefühle, ist Vorsicht geboten. Denn emotions­geladene Texte und Mitleid erregende Fotos sind oft Kennzeichen unseriöser Werbung.

Glaubwürdig sind laut Verbraucher­schützern klare, aussagekräftige Informationen und authentische Fotos mit einem erkennbaren Bezug zum jeweiligen Spenden­zweck sowie trans­parente Einblicke in die Spenden­verwertung.

Ein Zeichen für die Vertrauens­würdigkeit einer Organisation ist, ob sie als gemeinnützig anerkannt wurde. Denn das Finanzamt prüft zumindest, dass es eine zweck­gerichtete Geschäfts­führung gibt und wie die Mittel verwendet werden. Zu den steuer­begünstigten Organisationen gehören zum Beispiel Kirchen, Universitäten, staatliche Museen oder gemeinnützige Vereine und Stiftungen.

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Geschäftsberichte bieten Einblick

Wer sich noch mehr über die Organisation oder den Verein, der die Spende bekommen soll, informieren will, kann einen Blick auf die Homepage werfen, rät der Spendenrat. Tiefere Informationen bieten Jahres- oder Geschäfts­berichte. Auch Erfahrungs­berichte anderer Spender können bei der Einschätzung hilfreich sein.

Orientierung bieten zudem Siegel. Bekannt ist unter anderem das Spenden­siegel des DZI. Voraussetzung dafür sind unter anderem funktionierende Planung und Kontrolle, eine zweck­gerichtete, wirksame und sparsame Mittel­verwendung sowie sachliche und wahre Werbung.

Allerdings werden nur Organisationen geprüft, die in den beiden jüngsten abgeschlossenen Geschäfts­jahren mehr als 25.000 Euro pro Jahr eingenommen haben. Zudem muss die Organisation für die jährliche Prüfung zahlen. Trägt eine Initiative das Spenden­siegel nicht, heißt das also nicht automatisch, dass sie unseriös ist.

Besser ohne Zweckbindung spenden

Am besten helfen in der Regel Geldspenden ohne Zweck­bindung. Sie bieten den Empfängern mehr Flexibilität, erklärt der Spendenrat. Die Zweck­bindung einer Spende schränkt die Organisationen hingegen in der Regel ein, denn eine solche Spende darf nicht für andere Hilfszwecke verwendet werden. Wer seine Spende also nicht mit einem konkreten Ziel verknüpft, gibt den Empfängern die Möglichkeit, das Geld da einzusetzen, wo es am meisten gebraucht wird.

Das Gute am Geben: Spenderinnen und Spender bekommen auch etwas zurück. Denn Spenden können grund­sätzlich als Sonder­ausgaben in der Steuer­erklärung geltend gemacht werden. Geldspenden sind - bis zu 20 Prozent des Gesamt­betrags der Einkünfte - als Sonder­ausgaben absetzbar, erklärt die Bundes­steuer­berater­kammer.

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Belege müssen aufbewahrt werden

Die Belege darüber müssen zwar nicht mehr der Steuer­erklärung beigefügt werden. Allerdings kann das Finanzamt jederzeit den Nachweis anfordern. Deshalb sollte man darauf achten, dass man eine Spenden­quittung von der bedachten Organisation bekommt.

Für das Steuerjahr 2021 gibt es in vielen Fällen eine vereinfachte Nachweis­führung, so zum Beispiel für Spenden zur Hilfe in Katastrophen­fällen oder für Spenden bis 300 Euro an gemeinnützige Organisationen. Dem Finanzamt genügen hier zum Beispiel der Bar­einzahlungs­beleg oder die Buchungs­bestätigung der Bank.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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