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Mietrecht | 20.06.2019

Wohnen im Altbau

Gemietet wie gesehen: Knarrende Dielen, zugige Fenster und schiefe Wände sind im Altbau oft kein Mangel

Ein Überblick über typische Probleme

Hohe Decken, Holzfußb­öden, große Fenster - alte Wohnhäuser sind oft behaglich. Allerdings stecken in Altbauten die Tücken im Detail. Knarrende Dielen oder zugige Fenster sind aber oft kein Mangel. In manchen Fällen können Mieter aber trotzdem Nach­besserung verlangen.

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Große Räume, mit Stuck verzierte, meterhohe Decken und große Flügel­türen - ein Altbau hat seinen Charme. Doch leider auch seine Macken. Mit diesen Schönheits­fehlern müssen Mieter in der Regel leben, erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (DMB). Vor allem, wenn diese schon beim Einzug bekannt waren. Denn es gilt: Gemietet wie gesehen. Ein Überblick über typische Probleme:

Wände: Wer in einer Altbauwohnung wohnt, kennt das Problem

Schiefe Wände in jedem Raum. Leider merken Mieter häufig erst beim Einzug, wie schräg die Wände wirklich sind. Fußboden­leisten stehen mehrere Millimeter ab und schwebende Regale lassen sich nur mithilfe abenteuerlicher Konstruktionen anbringen.

Solange aber der Stand der Technik eingehalten wurde, der galt, als das Haus gebaut wurde, liegt kein Mangel vor. Vor allem dann nicht, wenn der Mieter bereits vor dem Umzug darum wusste, erläutert Gerold Happ vom Eigentümer­verband Haus & Grund. „Krumme Wände gehören nun mal zum Altbau dazu.“

Fußboden: Schön und tückisch zugleich - ein alter Dielenfußboden

Er quietscht und knarrt bei jedem Tritt. Und dank dünner Decken bleiben auch die unzähligen Schritte des Nachbarn nicht unbemerkt. Auch in diesem Fall können Mieter selten einen Mangel geltend machen. „Vor allem, wenn die Schall­schutz-Standards eingehalten wurden, die während der Errichtung des Gebäudes galten“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (DMB).

Es gibt aber Ausnahmen. Wurde der Fußboden nachträglich erneuert, ohne die geltenden Normen für Schall­schutz und Trittschall einzuhalten, kann ein Mangel vorliegen - sofern der daraus resultierende Krach unzumutbar ist. Für Betroffene ist das allerdings schwer nachweisbar. Sie müssen meist einen Sachverständigen mit der Erstellung eines Schallschutz­gutachtens beauftragen.

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Fenster: In Altbauwohnungen finden sich häufig ältere Holzfenster

Der Vorteil: Sie sorgen für einen stetigen Luft­austausch. Der Nachteil: Meistens sind sie sehr zugig und häufig auch undicht. Ob es tatsächlich hereinregnet, stellen Mieter oft erst nach einem großen Wolkenbruch fest. Hinnehmen müssen sie es aber nicht.

Der Mangel sollte dem Vermieter angezeigt und um Abhilfe gebeten werden. Ob die Fenster nur repariert oder ganz ausgetauscht werden müssen, hängt immer vom Einzelfall ab. Mieter sollten bedenken, dass letzteres eine Modernisierungs­maßnahme darstellt, die eine Miet­erhöhung recht­fertigen kann. Sollten die Fenster lediglich etwas in die Jahre gekommen sein, liegt kein Mangel vor.

Elektrik: Hoffnungslos veraltete elektrische Leitungen müssen Mieter nicht hinnehmen

Der Bundesgerichtshof, Urteil vom 26.07.2004, Az. VIII ZR 281/03 legte dafür einen Mindest­standard fest, den Altbau­wohnungen zu erfüllen haben. Danach sollten zwei Elektrogroßg­eräte problemlos gleich­zeitig betrieben werden können.

Weist der Vermieter aber ausdrücklich darauf hin, dass die Wohnung nicht den Standards entspricht und der Mieter sich aber dennoch für sie entscheidet, dann gilt auch hier: gemietet wie gesehen. Nachträglich kann der Mangel nicht geltend gemacht werden.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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