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Steuerrecht | 16.07.2018

Spekulations­steuer auf Immobilien

Gewinn für häusliches Arbeits­zimmer muss bei Hausverkauf nicht versteuert werden

Arbeits­zimmer ist Teil der Privat­wohnung und kann deshalb nicht als selbstständiges Wirtschafts­gut besteuert werden

Immobilien­besitzer, die ihr privates Wohnhaus verkaufen, brauchen den Gewinn nicht zu versteuern. Das gilt selbst dann, wenn sich in dem Haus ein häusliches Arbeits­zimmer befand, das in den Vorjahren von der Einkommen­steuer abgesetzt wurde, entschied das Finanzgericht Köln, Urteil vom 20.03.2018, Az. 8 K 1160/15.

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Verlange das Finanzamt in diesen Fällen Spekulations­steuer, sollte Einspruch eingelegt werden, rät Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler mit Blick auf das Urteil.

Häusliches Arbeitszimmer in Eigentumswohnung

Im konkreten Fall hatten die Kläger eine selbst bewohnte Eigentums­wohnung besessen. Einen Raum nutzten der Lehrer und die Journalistin als häusliches Arbeits­zimmer, das sie entsprechend in ihren Einkommen­steuerer­klärungen ansetzten.

Gewinn aus Wohnungsverkauf grundsätzlich als steuerfrei beurteilt

Nach rund neun Jahren verkaufte das Paar die Wohnung mit Gewinn. Diesen beurteilte das Finanzamt grund­sätzlich als steuerfrei, da die Wohnung zuvor zu privaten Wohnzwecken genutzt wurde.

Spekulationssteuer wegen noch nicht abgelaufener zehnjährige Spekulationsfrist

Für den Veräußerungs­gewinn der anteilig auf das Arbeits­zimmer entfiel, verlangte das Finanzamt hingegen Spekulations­steuer, weil die zehnj­ährige Spekulations­frist noch nicht abgelaufen war.

FG verneint Zahlung der Spekulationssteuer für Arbeitszimmer

Zu Unrecht, wie das Finanz­gericht Köln entschied. Das Arbeits­zimmer sei Teil der Privat­wohnung und könne deshalb nicht als selbstständiges Wirtschafts­gut besteuert werden.

Betroffene können sich auf das Verfahren berufen und Einspruch einlegen

Gegen die Entscheidung hat das Finanzamt Revision beim Bundes­finanz­hof in München eingelegt (Az.: IX R 11/18). Dennoch können sich auch andere Steuer­zahler auf das Verfahren berufen und Einspruch einlegen, wenn das Finanzamt den Gewinn aus dem Hausverkauf anteilig für das Arbeits­zimmer versteuert. So bleibt der eigene Steuerfall bis zu einer Entscheidung des Gerichts offen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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