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Reiserecht und Schadensersatzrecht | 03.12.2019

Winter­urlaub

Grüne Hügel oder Schneechaos: Das sind Ihre Rechte als Winterurlauber

Ein Überblick der Mängel die Reisende geltend machen können

Raus aus dem Alltag, rein ins Ski­vergnügen: Davon träumen Winter­urlauber. Nur läuft in der Realität nicht immer alles rund. Pauschal­reisende haben dann mehr Rechte als Individual­reisende.

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Schnee ohne Ende, super präparierte Pisten, eine schöne Unterkunft: So könnte er aussehen, der perfekte Skiurlaub. Doch manchmal folgt vor Ort die Ernüchterung. Grüne Hügel statt weißer Berge, ein muffiges Hotel weitab vom Dorfzentrum - und dann fährt auch noch kein Lift, weil das Wetter verrückt­spielt. Ärgerlich ist das ohne Frage. Doch was sind nun Mängel, für die Reisende Ansprüche geltend machen können?

Skikurs findet nicht statt

Urlauber, die eine Reise gebucht haben, können einen Teil des Reise­preises zurück­verlangen, wenn die versprochenen Angebote wie etwa ein Skikurs nicht zur Verfügung stehen.

„Fällt der Skikurs etwa wegen mangelnder Wartung der Anlage oder wegen Personal­mangels aus, muss der Veranstalter dafür geradestehen und die Kosten erstatten“, erläutert Claudia Neumerkel von der Verbraucher­zentrale Sachsen.

Wurde der Skikurs als Einzel­leistung bei einem Anbieter vor Ort gebucht und fällt er etwa wegen Krankheit aus, müssen sich Reisende an die Skischule wenden und sich die Kosten erstatten lassen.

Und was gilt bei Lawinen­gefahr? Kann der Kurs deshalb oder wegen schlechter Witterung nicht stattfinden, ist höhere Gewalt gegeben. „In diesen Fällen wird oft in den Allgemeinen Geschäfts­bedingungen der Skischule eine Erstattung der Kurs­gebühren ausgeschlossen“, so Claudia Neumerkel. Wurde der Kurs im Rahmen von einer Pauschal­reise gebucht, haben für den Fall von höherer Gewalt beide Seiten die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen. Kosten müssen erstattet werden.

Grüne Hügel statt weiße Berge

Hier gehen Winter­sportler meist leer aus. „Es zählt zum allgemeinen Lebens­risiko eines Reisenden, wenn die Pisten grün bleiben“, erklärt die Reiserechts­expertin Sabine Fischer-Volk von der Kanzlei karimi Rechts­anwälte in Berlin. Eine Ausnahme gilt nur, wenn der Veranstalter gezielt mit Schnee­sicherheit geworben hat.

„In einem solchen Fall kann der Reisende, falls er entgegen der Ankündigung nicht Skilaufen kann, einen Reisemangel geltend machen“, stellt Claudia Neumerkel klar.

Generell haben Pauschal­reisende im Vergleich zu Individual­reisenden bessere Karten, wenn zum Beispiel extreme Wetter­bedingungen herrschen wie Anfang 2019 in Teilen der Alpen. Urlaubsorte waren zum Teil nicht erreichbar, Skigebiete zeitweise geschlossen.

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Schnee-Chaos und Lawinengefahr

So gilt beispiels­weise bei den rund 1.400 Mitgliedern der Österr­eichischen Hotel­vereinigung: Kann der Gast wegen starkem Schneefall nicht anreisen, muss er zwar das vereinbarte Entgelt für die Tage der Anreise nicht bezahlen. Außergewöhnliche Umstände seien jedoch kein Grund für eine kostenlose Stornierung, sofern die Anreise innerhalb von drei Tagen wieder möglich ist. Und: Trifft der Hotelier Sonder­vereinbarungen mit dem Gast, gelten diese. In der Schweiz sind die Regeln ähnlich.

Wurde der Skiurlaub hingegen samt Anreise bei einem Veranstalter gebucht, kann der Reisende vor Abreise den Vertrag aufgrund höherer Gewalt kündigen, wenn der Winter­sportort nicht zu erreichen ist. Man erhält das Geld für die Reise zurück, Schaden­ersatz gibt es nicht.

Pech hat, wer vor Ort ist und wegen der hohen Lawinen­gefahr und geschlossener Lifte nicht auf die Skipiste kann. Der Veranstalter kann für das Wetter nicht garantieren und ist aus der Pflicht. Ein Anspruch auf Minderung des Reise­preises und Schaden­ersatz besteht nicht. Auch wer als Individual­reisender im Skiurlaub ist, bleibt wahrscheinlich auf den Kosten für den Skipass sitzen.

Skigebiete und Lift­betreiber schließen eine Erstattung wegen Schlecht­wetter in der Regel in ihren Geschäfts­bedingungen aus.

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Eine andere Unterkunft als versprochen

Die Unter­bringung in einem anderen Hotel müssen Urlauber oft hinnehmen, sofern es dieselbe Kategorie hat wie die eigentlich gebuchte Unterkunft und alle weiteren Leistungs­merkmale gleich oder gar höher sind. Doch es gibt Ausnahmen.

„Hat der Urlauber ein Hotel in der Ortsmitte gebucht, weil er etwa Cafés und Boutiquen direkt vor der Tür haben wollte, und wird er nun in einem Haus an abgelegener Stelle untergebracht“, so Sabine Fischer-Volk „dann liegt ein Reisemangel vor.“

Buffet statt Menü

Wird ein Buffet statt eines Menüs angeboten, ist das ebenso ein Mangel, sofern das Menü am Tisch vertraglich zugesichert wurde, wie die Expertin betont. Der Reisende muss den Veranstalter schriftlich in Kenntnis setzen und Abhilfe fordern. Wenn diese ausbleibt, kann man einen Teil des Reise­preises zurück­fordern.

An wen wenden sich Pauschal­urlauber überhaupt, wenn etwas nicht stimmt? Laut Rechtsanwalt Paul Degott laufen viele Reisende zur Rezeption des Hotels und beschweren sich. „Aber das ist falsch“, sagt er. Denn nicht der Hotelier ist der Vertrags­partner des Urlaubers, sondern der Reise­veranstalter. Ihn müssen Urlauber im Fall von Mängeln direkt kontaktieren.

„In der Regel gibt es in der Infomappe, die Urlauber mit der Reise­bestätigung bekommen, eine Not­ruf­nummer des Ver­anstalters, die sie wählen sollten“, ergänzt Rechtsanwalt Paul Degott.

Reisemängel richtig beanstanden

Generell müssen Reise­veranstalter vom Urlauber die Möglichkeit bekommen, Mängel zu beseitigen. Wichtig: Hierfür eine Frist setzen. Sabine Fischer-Volk nennt ein Beispiel: Ein Hotelzimmer mit Schimmel­befall muss ein Reisender nicht hinnehmen. Sorgt der Veranstalter nicht für ein einwand­freies Zimmer, kann der Reisende das in Eigenregie machen und gegebenenfalls in ein anderes Hotel umziehen. „Für die dadurch entstehenden Kosten muss der Reise­veranstalter aufkommen.“

Reisende sollten vor Ort Beweise von den Miss­ständen sammeln: Also etwa Fotos von dem Zimmer mit Schimmel­befall machen, Mitreisende als Zeugen benennen und Mängel detailliert beschreiben.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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