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Baurecht | 12.11.2019

Bauberatung

Hausbau mit Beratung: Was macht ein Bauberater?

Ein Bauberater kann den Bauherren vor schweren Mängeln am Bau bewahren

Bau­begleiter kosten rund 100 Euro pro Stunde - das ist viel Geld beim eh schon teuren Hausbau. Trotzdem kann es gute Argumente geben, diese Dienst­leistung einzukaufen. Sogar die Baubranche sieht Vorteile.

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Der Bau eines Einfamilien­hauses ist eine komplexe Angelegenheit. Bis zu 22 verschiedene Gewerke sind daran beteiligt. Da kann manches schiefgehen. Es gibt aber Bau-Profis, die Bauherren für ein Honorar beratend und kontrollierend zur Seite stehen - Sachverständige unabhängiger Organisationen.

Was macht ein Bauberater?

Die Bau­begleitung kann bereits vor dem Vertrags­abschluss mit der Baufirma beginnen, wie Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren erläutert. Der Berater prüft den Vertragsent­wurf und erläutert den Bauherren die Einzel­heiten. Der nächste Schritt ist die laufende Bau- und Qualitäts­kontrolle. „Der Bau­sachverständige fährt regelmäßig auf die Baustelle, prüft und dokumentiert den Bau­fortschritt und die Qualität der Arbeiten.“

Er koordiniert beispiels­weise aber auch den Termin­ablauf der einzelnen Gewerke und kontrolliert die Rechnungen. Er kann den Bau von der Bodenplatte bis zur Abnahme begleiten, aber auch nur einzelne Abschnitte der Bauplanung oder des Hausbaus übernehmen.

Ist eine Baubegleitung für jeden Hausbau sinnvoll?

Eine Beratung könne „den Bauherren vor schweren Mängeln am Bau bewahren“, sagt Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren, der selbst Bauberater ist. Das gelte auch für Bauherren, die ohne eigenen Architekten arbeiten - was für etwa 90 Prozent gilt. Damit hätten die Bauherren keinen Für­sprecher mehr, der für sie nach dem Rechten sieht. Der Bauleiter ist schließlich Angestellter der Baufirma.

Auch der Bundes­verband Deutscher Fertigbau sieht Vorteile einer Bauberatung: Sie sei sinnvoll, denn sie stärke das Vertrauen zwischen den Bau­unternehmen und ihren Kunden.

„Beim Fertig­hausbau ist der Bauherr in einer komfortablen Situation, denn ihm steht ein einziger Ansprech­partner auf Seiten des Haus­herstellers gegenüber“, erklärt Verbands­sprecher Christoph Windscheif. „Das macht die Kommunikation einfacher, als es mit den vielen verschiedenen Gewerken bei einem konventionellen Bauvorhaben der Fall ist.“

Dennoch könne ein unabhängiger Bau­begleiter auch bei einem Fertighaus für beide Seiten von Vorteil sein. „Denn anders als viele Bauherren beherrscht der Sachverständige die Fachsprache und wirkt wie ein Dolmetscher, so dass beide Partner immer genau wissen, was der jeweils andere meint“, führt Christoph Windscheif aus.

In manchen Fällen sind Bauherren sogar verpflichtet, einen unabhängigen Gutachter hinzuziehen, etwa für einen Wärmeschutz­nachweis oder wenn sie staatliche Förderm­ittel beantragt haben. Darauf weist der Verbraucher­zentrale Bundes­verband hin.

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Wer darf als baubegleitender Sachverständiger arbeiten?

Grund­sätzlich ist die Bezeichnung nicht geschützt. „In der Regel bieten Architekten und Bau­ingenieure diese Leistung an, aber auch erfahrene Handwerker“, sagt Gabriele Bapst-Sick, Vorstand des Bundes­verbands Deutscher Sachverständiger und Fach­gutachter.

Gibt es feste Termine für die Baustellen-Besuche?

In der Regel orientieren sich die Sachverständigen am Bau­fortschritt. „Der Bau­sachverständige muss da sein, wenn wichtige Bau­abschnitte anstehen, zum Beispiel, wenn der Keller abgedichtet wird oder die Rohre für die Fußboden­heizung verlegt werden“, erläutert Gabriele Bapst-Sick. „Oft hat er nur ein kurzes Zeitfenster, in dem die Bauteile offen liegen. Sind erst Estrich, Putz oder Beton drüber, ist es zu spät.“

Wie finde ich einen guten Bausachverständigen?

„Da er schnell auf der Baustelle sein muss, sollte er sein Büro im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern haben“, rät Gabriele Bapst-Sick. Außerdem kann man den Experten nach Tätigkeits­schwer­punkten auswählen.

Sinnvoll ist für Udo Schumacher-Ritz vom Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau, dass der Sachverständige gut vernetzt ist. „Heutzutage können Einzel­kämpfer nicht mehr das komplette Wissen über alle am Bau beteiligten Gewerke abdecken.“ Deshalb sollte man sich jemanden suchen, der in einer Gruppe oder einem Verband arbeitet. „Dann kann er sich mit seinen Kollegen austauschen.“

Es gibt in Deutschland mehrere Vereinigungen, etwa den Bauherren-Schutzbund, den Verband Privater Bauherren, den Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau sowie die Verbraucher­zentralen. Auch die Architekten­kammern der Bundes­länder vermitteln Sachverständige.

Verbände in diesem Bereich sind der Bundes­verband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger, Bundes­verband Deutscher Sachverständiger und Fach­gutachter und Bundes­verband Freier Sachverständiger. Viele der Organisationen haben auch eine Experten-Such­funktion auf ihren Webseiten.

Der Bundes­verband Deutscher Fertigbau rät Bauherren zu einem Berater, der „nicht nur unabhängig vom Anbieter, sondern auch offen für moderne Technologien“ sein sollte. „Wer ein Fertighaus bauen möchte, braucht einen Berater, der über entsprechende Fach­kompetenz verfügt und nicht aus Unkenntnis von der Bauweise abrät“, erklärt Christoph Windscheif.

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Was kostet die Baubegleitung?

Das ist je nach Leistungs­umfang und Region unterschiedlich. In den Städten sind die Preise etwas höher als auf dem Land. Durchschnittlich rund 100 Euro pro Stunde gibt Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren für den Verband Privater Bauherren an, bei der Verbraucher­zentrale Hamburg kostet die Prüfung der Bau­beschreibung beispiels­weise 125 Euro pro Stunde. Das ist viel Geld - allerdings können Mängel bei der Planung und dem Bau auch teuer werden.

Finden sich online keine Preise und weiter­führenden Informationen, sollten Bauherren spätestens beim ersten Treffen darüber sprechen, welcher Beratungs­umfang sinnvoll und angemessen ist und wie hoch das Honorar ausfällt. So erhält man Klarheit über die Kosten.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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