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Versicherungsrecht | 08.10.2015

Hausbesitzerhaftpflicht

Hausbesitzerhaftpflicht: Warum Eigentümer von Immobilien eine Hausbesitzerhaftpflicht-Versicherung oder Wohngebäudeversicherung haben sollten

Eigentümer von Immobilien sollten richtig versichert sein

Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht, doch ihr Abschluss ist dringend zu empfehlen: Vermieter von Immobilien sowie Eigentümergemeinschaften sollten eine Hausbesitzerhaftpflicht-Versicherung haben.

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Eigentum verpflichtet, auch in rechtlicher Hinsicht

Wenn ein Sturm übers Land zieht und herabfallende Dachziegel Autos oder Menschen Schaden zufügen, dann haftet der Eigentümer des jeweiligen Gebäudes - im Extremfall mit seinem gesamten Privatvermögen. Auch in anderen Fällen können Hauseigentümer zur Verantwortung gezogen werden: Wurden etwa vor dem Haus oder auf dem Weg dorthin Schnee, Eis oder nasses Laub nicht entfernt und ein Passant oder Besucher zieht sich bei einem Sturz einen komplizierten Bruch zu, kann das zu Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe führen. Vor diesem Risiko schützt eine Hausbesitzerhaftpflicht-Versicherung.

Haftpflicht- oder Hausbesitzerhaftpflicht-Versicherung

Für Eigenheimbesitzer reicht eine normale private Haftpflichtversicherung aus, wie Daniela Stanek von Haus & Grund Deutschland sagt. Sie deckt alle gängigen Schäden ab. Vermieter sollten hingegen eine Hausbesitzerhaftpflicht-Versicherung abschließen. „Sie ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber wichtig“, erklärt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten (BdV). Sie weist darauf hin, dass Hausbesitzer für Personen- und Sachschäden haften, zu denen es auf ihrem Grundstück kommt.

Die Hausbesitzerhaftpflicht-Versicherung - oder auch Grundbesitzerhaftpflicht - tritt ein, wenn einem Dritten ein Schaden zugefügt wird, dessen Ursache vom Grundstück oder dem Haus ausgeht. „Der Eigentümer der Schadensquelle haftet immer, wenn er schuldhaft gehandelt hat oder, was eher der Fall ist, schuldhaft eine Pflicht unterlassen hat“, erläutert Siegfried Berger vom Verband Wohneigentum mit Sitz in Bonn. So müssen nach seinen Worten Gefahren erkannt und beseitigt werden. „Beispielsweise muss eine Grube oder ein Gartenteich so gesichert werden, dass keine Unfälle passieren.“

Der Eigentümer ist verpflichtet, nach einem Sturm das Hausdach zu begutachten und gegebenenfalls lose Dachziegel befestigen zu lassen. Auch auf dem Grundstück stehende Bäume müssen regelmäßig geprüft werden, vor allem bei Verdacht auf Astbruch. „Passiert ein Unfall, weil der Eigentümer seinen sogenannten Verkehrssicherungspflichten nicht nachgekommen ist, zahlt seine Versicherung.“

Die Versicherung tritt auch ein, wenn sich der Hauseigentümer gegen unberechtigte Ansprüche wehren muss. „Damit spart er eigene Anwaltskosten“, erläutert Berger. Der Versicherungsanbieter kommt für alle Kosten auf, falls es zu einem Rechtsstreit kommt. Eine gesonderte Rechtsschutzversicherung ist dafür nicht nötig.

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Beim Abschluss einer Versicherung muss auf Schadensumme geachtet werden

„Beim Abschluss einer Versicherung sollte man unbedingt darauf achten, welche Schäden konkret versichert sind“, sagt Stanek. Wichtig ist auch, zu prüfen, für welche Schadenssumme die Versicherung maximal aufkommt. In der Regel bieten Versicherungsunternehmen ihren Kunden eine pauschale Versicherungssumme von zwei Millionen Euro an. Summen darunter sollten Versicherungsnehmer nicht akzeptieren.

„Die Kosten liegen in etwa bei zwischen 40 und 80 Euro im Jahr“, erklärt Frenz. Die genaue Prämienhöhe ist nach ihren Angaben etwa davon abhängig, ob es sich um ein Ein- oder Mehrfamilienhaus handelt und wie hoch die Anzahl der Wohneinheiten ist. Teilweise ist auch die Bruttojahresmiete mit ausschlaggebend. Befindet sich ein Gewerbebetrieb in dem Gebäude, kann die Prämie höher ausfallen.

Versicherungen können von der Steuer abgesetzt oder auf die Betriebskosten umgelegt werden

Die Versicherung kann - sofern der Eigentümer in der Immobilie wohnt - „in Höhe seines Anteils steuerlich abgesetzt werden“, sagt Stanek. Bei einem vermieteten Objekt ist es anders. „Der Vermieter hat die Möglichkeit, die Kosten für die Versicherung als Betriebskosten auf den Mieter umzulegen“, so Stanek. Die Nebenkosten, die der Vermieter vom Mieter erhält, müssen in der Steuererklärung als Einkünfte angegeben und können dann als Werbungskosten abgesetzt werden.

Bei Abschluss einer Versicherung sollte genau geprüft werden, ob der Versicherungsumfang den eigenen Bedürfnissen entspricht. „Nicht immer ist die preiswerteste Versicherung auch die richtige für die persönliche Situation“, betont Stanek. Frenz weist darauf hin, dass mit dem Erwerb eines Gebäudes die Wohngebäudeversicherung automatisch „mitgekauft“ wird.

„Dies ist im Versicherungsvertragsgesetz geregelt, damit für den Erwerber beim Kauf der Immobilie keine Versicherungslücke entsteht“, erklärt Frenz. Der neue Eigentümer muss die Versicherung aber nicht behalten. Sie kann innerhalb eines Monats nach Eintrag des neuen Eigentümers ins Grundbuch gekündigt werden.

Regelmäßige Überprüfung der Konditionen von Versicherungen kann sich lohnen

Grundsätzlich kann es sich immer lohnen, regelmäßig die Konditionen der Versicherungen zu prüfen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln, sagt Stanek. Es gelten die allgemeinen Kündigungsbedingungen. Die Kündigung muss drei Monate vor Ablauf beim Versicherer sein.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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