wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
Suche
Anwalt gesucht?
Anwalt gefunden!
Sie haben ein rechtliches Problem? Eine individuelle Rechtsfrage? Streit mit dem Nachbarn, Chef oder Ämtern?Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich den fachkundigen Rat eines Rechtsanwalts.Hier im Deutschen Anwaltsregister finden Sie immer den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe.Nutzen Síe Ihr Recht!

Familienrecht | 06.11.2019

Scheidung

Hausrats­aufteilung: Wem gehört was nach der Scheidung?

Dies gilt im Falle einer Scheidung

Wenn die Liebe geht, gibt es auch Finanzielles zu regeln. Wer bekommt die Wohnung? Wie sieht es mit dem Konto aus? Diese Grundsätze gelten, wenn nach der Scheidung aufgeteilt wird.

Werbung

Geht eine Ehe auseinander, müssen sich die Expartner damit auseinandersetzen, wer welche Dinge und wie viel Geld bekommt. Das Gesetz gibt dafür den Rahmen vor - aber in der Praxis können Experten helfen. Denn: „Eine Ehe heißt nicht, dass es auf einmal kein Dein und Mein mehr gibt“, erklärt Bettina Bachinger, Fach­anwältin für Familien­recht aus Hamburg.

Mein oder Dein: Güterstand ist entscheidend

Entscheidend ist, in welchem Güterstand das Paar gelebt hat. Er gibt die Vermögensv­erhältnisse von Ehegatten untereinander an. Wer nichts anderes festgelegt hat, lebt in der Zugewinn­gemein­schaft. Die Vermögen der Eheleute bleiben dabei getrennt, erläutert Familien­rechtlerin Maria Demirci aus München.

Die Zugewinngemeinschaft: Beide sollen profitieren

Es wird aber davon ausgegangen, dass beide Partner zum Vermögensz­uwachs beitragen. Damit beide daran teilhaben, kann nach der Scheidung ein sogenannter Zugewinn­ausgleich verlangt werden.

Rechtsanwältin Maria Demirci erläutert, was das bedeutet: „Habe ich ein Haus, das am Anfang der Ehe 300.000 Euro wert ist und bei Scheidung 500.000, dann muss ich 100.000 Euro, also die Hälfte meines Zugewinns, an meinen Expartner ausbezahlen.“ Der Expartner müsse finanziell vom Zugewinn profitieren.

Die Gütertrennung: Trennung vom Hab und Gut

Ist dagegen die Gütert­rennung vereinbart, findet nach dem Ehe-Aus kein Wert­ausgleich statt. „Die Gütert­rennung bedeutet genau das: Die Trennung vom Hab und Gut der Ehepartner ohne Ausgleich nach der Ehe­scheidung“, erläutert Rechtsanwältin Bettina Bachinger. Anspruch auf Unterhalts­zahlungen kann dennoch bestehen.

Was gemeinsam gekauft wurde, gehört meist beiden

Ganz praktisch geht es in jedem Fall auch um einzelne Gegenstände. Wem gehören die Möbel und Küchen­geräte, wem die Fotoalben?

Haben die Expartner während der Ehe die Wohnung eingerichtet, ein Auto und Haushalts­gegenstände gekauft, wird daran gemeinsames Eigentum vermutet - unabhängig davon, wer den Kauf finanziert hat.

Bei der Scheidung bekommt dann oft jeder die Hälfte, sagt Rechtsanwältin Maria Demirci. Können die Ehepartner sich nicht einigen, richte sich die Verteilung des Hausrats oft nach dem Kriterium der Billigkeit, also dem natürlichen Gerechtigkeits­empfinden.

Werbung

Wer gezahlt hat, ist nicht entscheidend

Rechtsanwältin Bettina Bachinger illustriert, was das in der Praxis bedeutet: „Hat der Ehemann einen teuren Mixer zur Zubereitung von Babynahrung gekauft, kann es trotzdem sein, dass dieser nach der Scheidung der Exfrau zugesprochen wird, wenn sie ihn viel häufiger benutzt.“

Erhält ein Expartner dann insgesamt wertmäßig mehr als der andere, so sei er finanziell zu entschädigen, ergänzt Rechtsanwältin Maria Demirci.

Bringen Ehepartner Möbel oder Haushalts­geräte in die Ehe ein, behalten sie grund­sätzlich alleine das Eigentum daran. Anders ist es, wenn gewollt ist, dass die Gegenstände beiden gehören: „Dann geht es halbe-halbe auseinander“, sagt Rechtsanwältin Maria Demirci. Bei der Scheidung wird dafür der Gesamtwert des zu verteilenden Hausrats geschätzt.

Wert und Belastungen werden verrechnet

Ein besonders großer Posten ist das eigene Haus oder die Eigentums­wohnung. Auch hier wird zwischen den Expartnern ausgeglichen. „Man kann sich das vorstellen wie eine Bilanz“, erklärt Eva Becker, Vorsitzende der Arbeits­gemeinschaft Familien­recht des Deutschen Anwalt­vereins. Dabei werden neben dem Wert der Immobilie auch Belastungen berücksichtigt.

Wichtig für Mieter: Sind beide Ehepartner im Mietvertrag als Mieter aufgeführt, ändert eine Scheidung daran erst einmal nichts, so Rechtsanwältin Bettina Bachinger. In der Praxis könne oft der Ehepartner, der stärker auf die Wohnung angewiesen ist, von seinem Expartner verlangen, ihm diese zu überlassen. „Da kann auch der Vermieter nicht rein­grätschen“, sagt die Hamburger Anwältin. „Diesem steht nur das Sonder­kündigungsr­echt bei Vorliegen eines wichtigen Grundes zu.“

Werden sich die Ehepartner nicht einig, trifft unter Umständen das zuständige Gericht die Entscheidung.

Werbung

Zugriff auf Konto am besten nur noch gemeinsam

Beim Thema Geld handeln die Expartner am besten, bevor einer Tatsachen schafft. Haben die Ehepartner ein gemeinsames Konto, auf das beide Zugriff haben, empfiehlt es sich laut Bachinger, dieses sogenannte Oder-Konto in ein Und-Konto umzuwandeln. „Das bedeutet, dass die Ehepartner nur noch gemeinsamen Zugriff auf das Konto haben. Es ist ratsam, diesen Schritt noch vor der Scheidung anzugehen.“

In der Regel wird dann der verbleibende Betrag auf dem Konto zu gleichen Teilen an beide Expartner ausgezahlt, wie Demirci erklärt. Strebt man eine andere Aufteilung an, könne es schwierig werden, das zu beweisen, erklärt Rechtsanwältin Bettina Bachinger. „Gerichte orientieren sich in der Regel am 50:50-Prinzip.“ Unabhängig davon, wie viel die Partner zuvor eingezahlt haben.

Ehevertrag kann sinnvoll sein

Wer selbst entscheiden möchte, hält am besten möglichst viel vorab fest. „Um Schwierig­keiten vorzubeugen, ist es ratsam, bereits vor der Ehe­schließung solche Angelegenheiten zu regeln. Wenn man das möchte, kann man einen Ehevertrag schließen“, sagt Rechtsanwältin Bettina Bachinger. Dafür ist es selten zu spät, ergänzt Rechtsanwältin Demirci: „Das ist sogar noch während des Scheidungs­verfahrens möglich.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0





       Sie sind Anwalt?! Werden Sie ein Teil vom Deutschen Anwaltsregister (DAWR) und stellen Sie sich und Ihre Kanzlei ausführlich vor!Profitieren Sie von der großen Reichweite des DAWR und seiner Partnerportale.Klicken Sie hier und nutzen Sie jetzt Ihre Gelegenheit
auf mehr Mandate aus dem Internet!

#6957

URL dieses Artikels: https://www.dawr/d6957
 für RechtsanwälteEin Kanzleiprofil beim DAWR kann auch Ihnen helfen!