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Immobilienrecht und Mietrecht | 15.05.2017

Haus­tierhaltung

Haus­tiere und Tierhaltung im Mietrecht: Wann der Vermieter Nein sagen darf

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema Haus­tiere

Hunde, Katzen oder Wellen­sittiche haben viele Mieter zu Hause. Auch exotische Tiere halten manche in der Mietwohnung. Allerdings gilt: Der Vermieter darf hier in der Regel ein Wörtchen mitreden.

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Haustiere gehören in vielen Wohnungen und Häusern zum Leben dazu. Während sich Haus­eigentümer wenig Gedanken darüber machen müssen, ob die Anschaffung zulässig ist, sollten Mieter besser vorher ihren Vermieter fragen. Das gilt besonders, wenn das Haustier exotisch ist

Dürfen Tiere in der Mietwohnung aufgenommen werden?

Grund­sätzlich ja. „Es kommt in erster Linie darauf an, was zum Thema Tierhaltung im Mietvertrag steht“, erläutert Reiner Wild vom Berliner Mieter­verein. So kann fest­geschrieben sein, dass Haustiere nur mit Zustimmung des Vermieters gehalten werden dürfen. Will ein Mieter sich einen Hund oder eine Katze zulegen, dann sollte er besser immer den Vermieter fragen. Dieser muss immer die Interessen aller Miet­vertrags­parteien und der Nachbarn abwägen. „Er darf aber nicht willkürlich seine Zustimmung zur Hunde- und Katzen­haltung verweigern“, betont Reiner Wild vom Berliner Mieter­verein und verweist auf ein Urteil des Bundes­gerichts­hofs (Bundesgerichtshof, Urteil vom 20.03.2013, Az. VIII ZR 168/12).

Muss der Vermieter bei allen Tieren gefragt werden?

Die Haltung von Hunden oder Katzen darf durchaus eingeschränkt werden. Kleine Tieren wie Wellen­sittiche, Zierfische, Meer­schweinchen oder Hamster darf ein Mieter aber in seiner Wohnung halten, ohne dafür vorher eine Genehmigung eingeholt zu haben. „Grund­sätzlich muss aber die Anzahl der Tiere im Verhältnis zur Wohnungs­größe stehen“, sagt Annett Engel-Lindner vom Immobilien­verband IVD. Ansonsten droht dem Mieter nach vorheriger Abmahnung die Kündigung. Hält zum Beispiel ein Mieter in seiner Mietwohnung 80 Kleinvögel, dann entzieht er nach einem Urteil des Amts­gerichts Menden (Amtsgericht Menden, Urteil vom 02.02.2014, Az. 4 C 286/13) der Wohnung ihren eigentlichen Zweck - dem Mieter kann fristlos gekündigt werden. Nach einem Urteil des Amts­gerichts Spandau ist auch die monatelange Haltung mehrerer Igel in Wohnräumen und auf dem Balkon nicht durch eine Kleintier­haltungs­klausel im Mietvertrag gedeckt - auch dieses Verhalten des Mieters recht­fertigt eine fristlose Kündigung (Amtsgericht Berlin-Spandau, Urteil vom 11.11.2014, Az. 12 C 133/14).

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Was ist mit exotischen Tieren?

Schlangen wie Giftnattern, Vipern und Gruben­ottern, aber auch Spinnen, Skorpione oder Echsen gelten in Deutschland als exotische Tiere. „Wenn das exotische Tier nicht gefährlich ist, es als klein einzustufen ist und von ihm keine Störungen für die Nachbarn ausgehen, spricht zunächst nichts gegen seinen Einzug in die Mietwohnung“, erklärt Alexander Wiech von Haus & Grund Deutschland. Wichtig ist, dass das Tier in der Wohnung artgerecht gehalten werden kann.

Gilt hier auch der Zustimmungsvorbehalt des Vermieters?

Ja, unbedingt. Denn das Halten von Gift­schlangen, giftigen Spinnen oder Krokodilen muss er eigentlich nicht hinnehmen. Das gilt vor allem, wenn von den Tieren möglicher­weise eine Gefahr für andere Mieter ausgeht. Selbst Frettchen muss ein Vermieter nicht unbedingt dulden. Schließlich geht von diesen Tieren in der Regel ein intensiver Eigengeruch aus, der nicht jedermanns Sache ist und Nachbarn stören kann.

Kann ein Vermieter seine Zustimmung zur Tierhaltung widerrufen?

„Ja, aber dafür müssen triftige Gründe vorliegen“, erklärt Alexander Wiech von Haus & Grund Deutschland. Das ist etwa der Fall, wenn sich andere Mieter im Haus von dem Tier bedroht fühlen. Der Vermieter kann seine Zustimmung widerrufen, wenn von dem Tier wiederholt erhebliche Belästigungen ausgehen. „Beispiele wären etwa andauerndes Bellen von Hunden oder wiederholte Ver­unreinigungen des Treppen­hauses“, so Annett Engel-Lindner vom Immobilien­verband IVD.

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Was ist, wenn sich der Mieter nicht an das Nein des Vermieters hält?

Dann hat der Vermieter die Möglichkeit, den Mieter abzumahnen und zu verlangen, dass das entsprechende Tier nicht mehr in der Wohnung gehalten wird. „Reagiert der Mieter darauf nicht, kann fristlos gekündigt werden“, erklärt Alexander Wiech von Haus & Grund Deutschland.

Worauf müssen Mieter mit Tieren in der Wohnung Grundsätzlich achten?

Die Grundregel lautet: Rücksicht nehmen. Hunde­besitzer etwa sollten darauf achten, dass der Vierbeiner nicht Nachbarn anspringt oder anbellt. „Steht zum Beispiel in der Hausordnung, dass Hunde und Katzen in den Außen­anlagen nicht frei herumlaufen dürfen, muss dies auch eingehalten werden“, betont Alexander Wiech von Haus & Grund Deutschland.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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