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Steuerrecht | 18.03.2021

Steuer­erklärung

Immer mehr Rentner in der Steuer­pflicht

Steuer­pflichtige Anteil der Rente wird jedes Jahr größer

Zwar müssen die meisten Rentner und Rentnerinnen keine Steuern zahlen. Doch durch die Renten­erhöhung im letzten Jahr kann eine Steuer­pflicht entstanden sein. Dann ist auch eine Steuer­erklärung nötig.

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Viele Rentnerinnen und Rentner fragen sich: Wann muss ich eine Steuer­erklärung abgeben? Die Antwort: Immer dann, wenn das zu ver­steuernde Einkommen den jährlichen Grundfrei­betrag über­schreitet. Darauf weist die Deutsche Renten­versicherung Bund hin. 2020 lag er für Allein­stehende bei 9408 Euro und für Verheiratete bei 18.816 Euro.

Rentenerhöhung kann Steuerpflicht begründen

Zum 1. Juli 2020 hat es eine ordentliche Renten­erhöhung gegeben. Dadurch kann der eine oder die andere in die Steuer­pflicht gerutscht sein und muss eine Steuer­erklärung abgeben. Zumindest sollte kein Rentner und keine Rentnerin davon ausgehen, dass das Finanzamt sie automatisch weiterhin nicht behelligt, erklärt der Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL). Das heißt aber nicht unbedingt, dass auch Steuern fällig werden.

Teil der Rente bleibt steuerfrei

Wer 2005 oder früher in Rente gegangen ist, für den sind 50 Prozent der Bruttorente steuer­pflichtig - der Rest ist steuerfrei. Dieser Anteil verändert sich im Laufe der Jahre nicht mehr. Mit jedem späteren Renten­jahrgang vergrößert sich dieser Anteil und liegt bei Renten­beginn im Jahr 2020 schon bei 80 Prozent.

Darüber hinaus können etliche Aufwendungen in der Steuer­erklärung geltend gemacht werden. So können Rentner und Rentnerinnen zahlreiche Ausgaben abziehen, zum Beispiel Spenden, Kosten für Medikamente, Brillen oder anerkannte Therapien. Auch Kosten für eine Haushalts­hilfe oder Handwerker­arbeiten gehören dazu. Beiträge für Kranken- und Pflege­versicherung sind ebenfalls abzugs­fähig.

Pauschalen gibt es automatisch

Wer keine Aufwendungen erklärt oder nachweist, dem bescheinigt das Finanzamt automatisch einen Werbungs­kosten-Pausch­betrag von 102 Euro.

Für Sonder­ausgaben gilt ein Pausch­betrag von 36 Euro. Bis spätestens am 2. August 2021 muss die Steuer­erklärung für 2020 beim Finanzamt sein. Übernehmen Lohnsteuer­hilfe­verein oder Steuer­berater die Erklärung, ist der 28. Februar 2022 Stichtag.

Grund­sätzlich kann das Finanzamt für die letzten sieben Jahre zur Abgabe einer Erklärung auffordern. Außerdem werden nach 15 Monaten Karenzzeit Zinsen fällig, hinzu kommt für Steuernach­zahlungen ein Verspätungsz­uschlag. Besser ist es also, sich zu informieren, ob man steuer­pflichtig ist, und seine Erklärung abzugeben.

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Hilfe bei der Steuererklärung

Rentnerinnen und Rentner können Unterstützung für ihre Steuer­erklärung bekommen. Auf Wunsch stellt die Deutsche Renten­versicherung kostenlose Bescheinigungen aus, die alle steuer­rechtlich relevanten Beträge enthalten.

Allerdings ist es aufgrund der auto­matischen Daten­übertragung von der Renten­versicherung an das zuständige Finanzamt seit diesem Jahr nicht zwingend erforderlich, die Daten in die „Anlage R“ und „Alters­vorsorge­aufwand“ einzutragen. Sinnvoll ist das Eintragen, wenn eine elektronische Steuer­erklärung abgegeben wird, und man sich vorab die mögliche Rück­erstattung ausrechnen lassen will.

Wer schon einmal eine Renten­bezugs­mitteilung beantragt hat, erhält die Bescheinigung automatisch. Wird die Renten­bezugs­mitteilung zur Vorlage beim Finanzamt erstmalig benötigt, kann sie im Internet angefordert werden.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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