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Reiserecht, Verbraucherrecht und Verwaltungsrecht | 02.03.2021

Urlaub

Impfpass und Schnell­tests: Ist ein Sommer­urlaub möglich?

Reise­branche setzt für Sommer­urlaube auf Impfpass und Schnell­tests

Eine Entspannung bei den Corona-Zahlen ist nicht in Sicht, doch die Reise­branche lockt mit der Aussicht auf Sommer­urlaub am Mittelmeer. Mehr Tests und ein digitaler Impfpass sollen das ermöglichen.

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Deutschlands Reise­veranstalter hoffen trotz der weiter hohen Corona-Zahlen auf eine Reisewelle zur Sommer­saison. Dabei setzen sie neben der Ankündigung von Schnell­tests, die jeder selbst durchführen kann, vor allem auf Über­legungen der Europäischen Union, eine Art Corona-Impfpass für freies Reisen einzuführen. Bundes­außen­minister Heiko Maas (SPD) fordert bei dem Thema Tempo.

Impfpass - „wenn möglich auch schon zum Sommer“

„Wir sollten schon jetzt mit Hochdruck am europäischen Impfpass arbeiten - am besten digital auf dem Smartphone“, sagte Maas der „Bild am Sonntag“. „Wir haben zu oft in dieser Pandemie wichtige Zeit verloren, weil wir für absehbare Probleme nicht frühzeitig Lösungen vorbereitet haben.“ Der Impfpass müsse rechtzeitig einsatz­bereit sein, „wenn möglich auch schon zum Sommer“.

Reisefreiheit durch Impfpass

Die Branche zeigt sich zuversichtlich. „Reisen in Europa wird im Sommer 2021 möglich sein - sicher und verantwortungs­voll“, legt sich der Chef des Touristik­konzerns Tui, Fritz Joussen, bereits fest. „Ein europäischer Impfpass kann dabei helfen, Reise­freiheit wieder­her­zustellen. Daran besteht kein Zweifel.“ Mit Spanien, Griechen­land und Zypern sei Tui bereits in enger Abstimmung für die Sommer­saison. Weitere Mittelmeer-Länder würden bald folgen. Schon jetzt schlägt sich das Interesse am Urlaub Joussen zufolge wieder stärker in „Buchungen und Umsatz“ nieder.

DER Touristik Deutschland setzt Hoffnung auf digitalen Impfpass

EU-Ratschef Charles Michel sagte zuletzt nach einem Gipfel­treffen, die 27 Staaten näherten sich beim Impfpass in ihren Vorstellungen an. Welche Rechte an das Dokument geknüpft sind, könne dann jedes Land für sich entscheiden. Die technische Entwicklung des EU-Impfpasses soll allerdings noch rund drei Monate dauern. Und geimpft sind bisher vor allem ältere und pflege­bedürftige Menschen, die im Sommer nicht unbedingt nach Mallorca oder Malta fliegen werden.

Der Geschäfts­führer von DER Touristik Deutschland, Mark Tantz, bezeichnete den jüngsten EU-Gipfel dennoch als Meilenstein. „Der digitale Impfpass wird eine erhebliche Erleichterung für den Reise­verkehr und insbesondere auf der Fernstrecke ein wichtiges Instrument werden“, sagte er. Darüber hinaus werde eine ausgereifte Test­strategie „uns bis zur Herden­immunität in den Weg zur Normalität führen“.

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Starke Sommersaison bitternötig

Für die Branche ist eine starke Sommer­saison bitter­nötig. Nach Angaben des Deutschen Reise­verbands (DRV) verzeichneten die deutschen Reise­veranstalter und -büros im vergangenen Jahr einen Umsatz­rückgang von 80 Prozent, im Januar sogar von mehr als 90 Prozent. DRV-Präsident Norbert Fiebig appellierte daher: „Die Menschen, die endlich wieder raus möchten, brauchen eine Perspektive, aber auch die Unternehmen, die Reisen anbieten und vermitteln, sowie die fast drei Millionen Beschäftigten im Tourismus.“ Zudem seien die Urlaubs­länder auf Touristen angewiesen.

Die Lufthansa geht davon aus, dass Reisen in Gebiete mit überschaubaren Infektions­zahlen mit einer umfassenden Test­strategie wieder möglich werden. International anerkannte digitale Impf- und Test­nachweise seien für das Wieder­anlaufen des Flug­verkehrs von hoher Bedeutung, sagte eine Sprecherin.

Pandemiebedingte Streitigkeiten nicht ausgeschlossen

Doch wer in Pandemie­zeiten Flüge bucht, der muss auch mit Annul­lierungen rechnen. Das hat sich zuletzt bei den Gerichten bemerkbar gemacht. „Die Annahme, dass der eingeschränkte Luftverkehr zu einem längerf­ristigen Verfahrens­einbruch bei den Amts­gerichten führt, hat sich nicht bestätigt“, sagte der Bundes­geschäfts­führer des Deutschen Richter­bundes, Sven Rebehn, dem Redaktions­netzwerk Deutschland (Sonntag, online). Demnach sind im Lockdown im Frühjahr 2020 die Zahlen zwar zunächst stark zurück­gegangen, im zweiten Halbjahr zogen sie jedoch deutlich an. Seit dem Sommer ging es dabei verstärkt um Pandemie­bedingte Streitig­keiten um Kosten­erstattungen nach annullierten Flügen.

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Wichtiger als Impfpass sind kurzfristig breite Testmöglichkeiten

Und es gibt auch Veranstalter, die nicht ganz so optimistisch sind. „Die Diskussion um den Impfpass ist aus unserer Sicht zu früh angesetzt“, sagte Manager Ralph Schiller vom Reise­konzern FTI. „Noch ist der Anteil an Geimpften in der Bevölkerung viel zu gering, als dass ein Impfpass zum jetzigen Zeitpunkt eine echte Ver­änderung für die Reise­branche und Urlauber bedeuten würde.“ In den nächsten Monaten sei längst nicht mit Gäste­zahlen wie vor Corona zu rechnen, wenn die Möglichkeit zu verreisen an den Impfpass gekoppelt werde. Eine technische Umsetzung des Passes bis Herbst wäre für ihn „vollkommen ausreichend“. Wichtiger seien kurzfristig breite Test­möglichkeiten.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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