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Versicherungsrecht | 23.01.2020

Berufs­unfähigkeits­versicherung

Ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung für Kinder sinnvoll?

Die Vorteile einer frühz­eitigen Berufs­unfähigkeits­versicherung

Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung ist wichtig. Verträge sind aber oft teuer. Ein früher Abschluss ist meist günstiger. Verträge gibt es sogar schon für Kinder. Die Frage: Lohnt sich das?

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Im Laufe des Arbeits­lebens wird statistisch jeder Vierte mindestens einmal zeitweise berufsunfähig: Das zeigt eine Über­prüfung der Deutschen Aktuar­vereinigung. Das Problem: Wer lange Zeit krank ist, muss finanziell zurück­stecken. Denn die Leistungen der gesetzlichen Erwerbs­minderungs­rente reichen oft nicht aus. Helfen kann die Berufs­unfähigkeits­versicherung, kurz BU. Sie kann den Einkommens­ausfall zumindest abfedern.

Das Problem: Der Schutz ist nicht ganz billig

Nach Angaben der Stiftung Warentest können für monatliche Renten zwischen 1.000 und 2.000 Euro jährliche Beiträge zwischen 490 und 880 Euro fällig werden. Abhängig ist die Höhe des Beitrages von der Gesundheit der Versicherten und von ihrem Beruf.

Vorerkrankungen und ein hohes berufliches Risiko - etwa bei Gerüst­bauern, Piloten oder Heizungs­monteuren - können nicht nur die Beiträge in die Höhe treiben, sondern den Abschluss einer BU massiv erschweren oder sogar unmöglich machen, erklärt Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten. Doch es gibt einen Ausweg: Die BU so früh wie möglich abschließen.

Wer früher abschließt, zahlt weniger

Selbst für minder­jährige Kinder bieten Versicherungen schon Berufs­unfähigkeits­versicherungen (BU) an. „Das ist in ganz vielen Fällen auch sehr sinnvoll“, sagt Peter Grieble von der Verbraucher­zentrale Baden-Württemberg. Der Grund: „Je früher ich abschließe, desto früher habe ich den Fuß in der Tür“, so Peter Grieble. Das Risiko später keinen oder nur eingeschränkten BU-Schutz mehr zu bekommen, sinkt.

Und: „Je früher man abschließt, desto geringer ist der Beitrag.“ Manche BU-Verträge kosten anfangs unter 20 Euro pro Monat bei einer Versicherungs­summe von 1.000 Euro. Weil im Kindesalter meist kein Beruf feststeht, ergibt sich der Beitrag aus einer „Daumen­kalkulation des Versicherers“, sagt Peter Grieble. Das Gute daran: „Der Beitrag steigt nicht, der bleibt.“ Wer also später in einem risiko­reichen Beruf arbeitet, kann Beiträge sparen.

Sobald die Jahrgangs­stufe 11 erreicht wird, reduzieren allerdings manche Versicherer die Prämie für den laufenden Vertrag. Der Grund ist, dass die Versicherer annehmen, das Kind würde nach dem Schul­abschluss einen weniger körper­belastenden Beruf wählen.

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Versicherungen schon ab dem 10. Lebensjahr möglich

Die meisten Anbieter versichern Kinder ab dem 15. Lebensjahr. „Es gibt aber immer mehr Anbieter, die einen Abschluss ab dem 10. Lebensjahr anbieten“, sagt Julia Alice Böhne. Laut Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft machen Verträge von unter 14-Jährigen aber nur 0,1 Prozent aller BU-Verträge aus. Die Gruppe der 15- bis 19-Jährigen ist mit 14 Prozent deutlich stärker vertreten.

Entscheidend für einen Vertrags­abschluss sind die Bedingungen. „Ausschlaggebend ist zunächst, wann ein Schüler als berufsunfähig bewertet wird“ - denn nur dann werden Leistungen gezahlt.

Unter guten Bedingungen wäre das der Fall, wenn ein Kind voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen mindestens die Hälfte der Zeit nicht am Unterricht teilnehmen könne oder bereits ein halbes Jahr lang nicht an diesem teilnehmen konnte. Manche Versicherungen stufen ein Kind aber nur als berufsunfähig ein, wenn es noch länger oder gar nicht mehr zur Schule gehen kann.

Vertrag kann später angepasst werden

Im jungen Alter ist meist nur eine Versicherungs­summe von 1.000 Euro möglich. Wenn das Kind später einen Beruf ergreift oder heiratet, kann die BU aber oft noch einmal angepasst werden.

Bei der Nach­versicherung sollten Anbieter aber keine erneute Gesundheits- und Risiko­prüfung fordern, sagt Julia Alice Böhne. Tun sie dies, können sie das BU-Risiko neu bewerten. „Dann würde die Prämie deutlich steigen und ein wesentlicher Vorteil eines frühen BU-Abschlusses wäre damit hinfällig.“

Auch durch eine Dynamik kann die Summe noch einmal angepasst werden. Dabei steigt sie ebenso wie die Beiträge stetig an. „Ich würde raten, mir die Möglichkeit offen­zuhalten“, sagt Peter Grieble. Welche Versicherungs­summe bei Kindern sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viele Einnahmen und Ausgaben es in der Familie gebe. Wenige Hundert Euro seien aber nicht sinnvoll, erklärt Peter Grieble.

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Kinderinvaliditätsversicherung ist Alternative für Kleine

Um schon kleine Kinder zu schützen, sollten Eltern oder Betreuer eine Kinder­invaliditäts­versicherung (KIV) abschließen, rät Peter Grieble. Das ist schon ab der sechsten Lebenswoche möglich. Im Gegensatz zu einer Unfall­versicherung schützt die KIV „egal ob unfall­bedingt oder krankheits­bedingt.“

Unter In­validität verstehen Versicherungen einen bleibenden körperlichen Schaden, für den dauerhaft, also mehr als drei Jahre, keine Besserung zu erwarten ist. Die KIV zahlt bei In­validität eine lebenslange Rente, sagt Julia Alice Böhne. „Das ist besonders wichtig, da Kinder mit schwerer Behinderung ihr Leben lang ein Einkommen brauchen - auch nach dem Renten­eintritts­alter.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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