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Mietrecht | 20.11.2019

Silvester­party

Jahres­wechsel: Das sollte beim Feiern beachten werden

Auch in der Silvester­nacht ist eine gegen­seitige Rücksicht­nahme wichtig

Die Silvester-Party ist kurz nach Mitternacht in vollem Gange, da klingelt der Nachbar Sturm und beschwert sich. Ätzend. Was Gastgeber beim Feiern und Böllern zum Jahres­wechsel dürfen.

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Gemeinsam mit Freunden oder der Familie das alte Jahr ausklingen lassen und das neue mit prächtigem Feuerwerk begrüßen? Na klar! Aber wer daheim feiert, sollte ein paar Dinge beachten, damit die Stimmung der Nachbarn nicht kippt.

Laut Gesetz gilt ab 22.00 Uhr Nachtruhe - auch an Silvester

Das Ernüchternde gleich vorneweg: „Das Gesetz macht keine Ausnahme für bestimmte Anlässe, zum Beispiel Weihnachten oder Silvester“, sagt Sebastian Bartels vom Berliner Mieter­verein. Die Nachtruhe gilt so wie im Rest des Jahres - und das ist weit vor Mitternacht. Allerdings setzen Gerichte nach Bartels Erfahrung für Lärm an diesen Feier­höhepunkten eine höhere Toleranz­grenze an.

Wann Nachtruhe ist, legt jedes Bundesland selbst fest. Üblich ist, dass es von 22.00 bis 6.00 Uhr im Haus und für die Nachbarn ruhig sein soll, erklärt Petra Uertz vom Verband Wohn­eigentum in Bonn. „Nachtruhe bedeutet, dass außerhalb der Wohnung Geräusche, die dort drinnen gemacht werden, nicht besonders störend wahr­genommen werden.“ Eine feste Dezibel-Grenze gibt es aber nicht. Für Miet­wohnungen können Vermieter und Mieter auch andere Ruhezeiten vereinbaren.

Am 31. Dezember kommt noch etwas hinzu: „An Silvester ist es ja typischer­weise nicht ganz ruhig. Wenn die Geräuschk­ulisse im Wohnviertel insgesamt stark ist, darf auch die Party nebenan steigen“, sagt Petra Uertz. „Wenn in der direkten Umgebung sowieso sehr viel los ist, stört mein Partylärm nicht besonders.“

Feier muss nicht angekündigt werden

Eine Pflicht gibt es nicht. Die Ankündigung hat zudem rechtlich keine Wirkung: „Auch wenn man die Feier ankündigt, hat man keinen Freifahrt­schein für Lärm bis in die Morgen­stunden. Die Nachbarn können trotzdem um 22.00 Uhr klingeln und bitten, die Bässe runter­zudrehen“, erklärt Petra Uertz.

Trotzdem: „Es ist allgemein gängig, dass man seine Nachbarn über die geplante Party informiert und um Verständnis bittet. Dann können sie sich seelisch schon darauf einstellen“, rät die Expertin. „Je nach Verhältnis kann man sie auch zur Feier einladen - selbst wenn man weiß, dass sie nicht kommen.“ Mancher zeige sich dann toleranter.

Umgekehrt können Feiernde es ihren Nachbarn leichter machen, indem sie etwa selbst um 22.00 Uhr die Musik leiser stellen. „Und nachdem man um Mitternacht draußen war und das Feuerwerk gezündet oder sich zuprostend angeschaut hat, kann man darauf achten, dass die Nacht einen ruhigeren Ausgang hat“, schlägt Petra Uertz.

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Zu diesen Zeiten ist das Silvesterfeuerwerk gestattet

Vom 31. Dezember ab 0.00 Uhr und bis 1. Januar um 24.00 Uhr darf es knallen: Auch ohne besondere Erlaubnis dürfen Volljährige dann Feuerwerks­körper zünden. Tabu sind aber die unmittelbare Umgebung von Kirchen, Kranken­häusern, Kinder- und Alters­heimen. Auch nah an besonders brande­mpfindlichen Gebäuden dürfen keine pyro­technischen Gegenstände abgebrannt werden.

Manche Städte verbieten Feuerwerk und Böller zudem in bestimmten Bereichen. Mittlerweile werden Feuerwerks­verbote in verschiedenen Innen­städten diskutiert. Feiernde informieren sich deshalb am besten über die Beschränkungen vor Ort.

Was aber klar ist: Böllern innerhalb von Gebäuden ist zu gefährlich. Auch auf Balkon und Terrasse ist zu wenig Platz, und Raketen könnten sich verirren, warnt Sebastian Bartels.

Mieter haftet für seine Gäste

Läuft die Feier aus dem Ruder und etwas geht kaputt, ist die Reparatur aus Vermieter­sicht Angelegenheit des Mieters, erklärt Sebastian Bartels.

Dies gelte auch, wenn ein Gast dafür verantwortlich war. „Typisch ist zum Beispiel, dass angetrunkene Gäste auf dem Balkon Raketen zünden, und der Mieter schreitet nicht ein“, führt Sebastian Bartels. „Das wäre gegenüber dem Vermieter eine Vertrags­widrigkeit. Es kann als bekannt voraus­gesetzt werden, dass das zu gefährlich ist.“

Grund­sätzlich gilt: Der Verursacher ist aber für den Schaden verantwortlich und muss ihn dem Gastgeber ersetzen - ob in der Mietwohnung oder im Eigenheim. Darauf weist Bianca Boss vom Bund der Versicherten hin. „Es muss immer der den Schaden zahlen, der ihn verursacht hat.“ Hat er eine Haft­pflicht­versicherung, kann diese einspringen.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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