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Arbeitsrecht | 13.02.2018

Kündigungs­frist

Jobwechsel: Kommt man früher aus einer langen Kündigungs­frist raus?

Vertraglich vereinbarte Fristen sind für Arbeitgeber und Arbeit­nehmer bindend

Kündigungs­fristen sollen Arbeit­nehmer eigentlich davor schützen, von jetzt auf gleich ohne Stelle dazustehen. Beim Jobwechsel können sie aber auch ein Klotz am Bein sein. Komme ich dann früher aus einer langen Kündigungs­frist raus?

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Erst einmal gelten die vertraglich vereinbarten Fristen, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeits­recht und Mitglied der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein. Arbeitgeber und Arbeit­nehmer müssen sich beide daran halten. „Die Frist für den Arbeit­nehmer darf nur nicht länger sein als die für den Arbeitgeber.“ Einzige Ausnahme: Sind Kündigungs­fristen im Vertrag nicht geregelt, verlängern sie sich abhängig von der Dauer der Beschäftigungs­zeit automatisch - aber nur für den Arbeitgeber.

Kündigungsfrist im Vertrag oft kein Hindernis

In manchen Branchen sind die beiderseits bindenden Kündigungs­fristen sogar erheblich länger als die gesetzlichen Kündigungs­fristen. „Für die Arbeitgeber geht es dann darum, begehrte Fachkräfte an sich zu binden“, erklärt Rechtsanwalt Peter Meyer. „Häufig flankiert man das dann noch mit Vertrags­strafen oder einem nach­vertraglichen Wettbewerbs­verbot.“ Das klingt drakonisch. Aber ohne zusätzliche Hürden ist eine Kündigungs­frist im Vertrag oft kein Hindernis für wechsel­willige Arbeit­nehmer. Denn was soll der Arbeitgeber machen, wenn jemand sofort weg will - ihn rauswerfen?

Mit altem Arbeitgeber verhandeln

Arbeit­nehmern rät Meyer deshalb: Klar sagen, dass man zu einem früheren Zeitpunkt raus will, als es die Frist erlaubt. „Der Arbeitgeber muss sich das dann überlegen“, so Meyer. „Will der Arbeitgeber bei diesem Arbeit­nehmer, der keine Lust mehr zu arbeiten hat, an der Kündigungs­frist festhalten oder lässt er ihn vorzeitig ziehen?“ Theoretisch gibt es für Arbeit­nehmer auch noch die Möglichkeit der fristlosen Kündigung - etwa dann, wenn eine Fortsetzung der Arbeit für den Mitarbeiter unzumutbar wäre. Genau wie bei der fristlosen Kündigung durch den Arbeitgeber sind die Hürden dabei aber sehr hoch.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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