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Arbeitsrecht | 04.08.2021

Ausbildung

Karriere-Aus? - Nach ab­gebrochenem Studium den eigenen Weg finden

Viele Alternativen sind möglich

Jahr für Jahr liegt die Quote der Studien­abbrecher deutschland­weit im zweistelligen Bereich. Gründe dafür gibt es viele. Wer an der Uni Schluss macht, sollte diesen Schritt allerdings reflektieren.

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Nach dem Abitur an die Uni: Viele schreiben sich voller Schwung und mit vielen Erwartungen an der Hochschule ein. Doch dort läuft es nicht immer rund. Der anfängliche Elan weicht mitunter, oft macht sich Frust breit. Bei manchen reift mit der Zeit sogar der Entschluss, das Studium abzubrechen. Was aber die Frage aufwirft: Und dann?

Wichtig: Grund für Abbruch auszuloten

„In jedem Fall ist es wichtig, den genauen Grund für den Abbruch auszuloten“, sagt Johannes Wilbert. Der Leiter des Instituts für Berufswahl in Wetter an der Ruhr weiß: Nur wer bei sich ausmachen kann, warum die Ent­scheidung falsch war, kann mit guten Aussichten auf Erfolg etwas Neues beginnen.

Lag es an den Inhalten, am Aufbau des Studiums - oder etwa am fehlenden Selbst­management? War der Studiengang womöglich zu wissen­schaftlich, fehlte einem der Praxisbezug? „Sollte Letzteres der Fall sein, kann die Lösung sein, von der Uni auf eine Fach­hochschule zu wechseln, das Studienfach aber beizubehalten“, sagt Wilbert.

Viele Alternativen sind möglich

Aber auch andere Optionen locken. Ein duales Studium etwa, das praktisches Arbeiten im Betrieb mit theoretischer Wissens­aneignung an der Hochschule verknüpft. Oder eine klassische duale Ausbildung: Betriebe werten es nicht selten als Pluspunkt, wenn Bewerber schon einige Semester studiert haben und über theoretisches Wissen verfügen.

Ebenso können ein Trainee-Programm ein anderes Studienfach die richtige Wahl sein. „Auch ein Auslands­aufenthalt bietet sich mitunter an“, sagt Beate Scherupp-Hilsberg von der Zentrale der Bundes­agentur für Arbeit (BA) in Nürnberg. „Das Dazwischen­schieben eines Freiwilligen Sozialen Jahres kann ebenfalls eine Möglichkeit sein herauszufinden, wo es für jemanden beruflich langgeht.“

Die BA bietet vielerorts Workshops, bei denen Studien­abbrecher ihre Perspektiven ausloten können. Auch „Check-U“, ein Erkundungs­tool der BA im Internet, unterstützt junge Leute bei der Suche nach einem passenden Studium oder einer passenden Ausbildung. Wer sich direkt an Studien- oder Berufs­berater wendet, hat bei der Selbst­analyse eine Fachkraft mit individuellen Tipps zur Seite.

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Studienabbruch muss kein Karriereknick sein

Oft müssen junge Leute mit Vorbehalten aus ihrem Umfeld umgehen - etwa, wenn Eltern enttäuscht auf einen Studien­abbruch reagieren. „Studierende sollten so früh wie möglich mit ihren Eltern sprechen, auf ihre Lage aufmerksam machen und so um das Verständnis von Vater und Mutter werben“, empfiehlt Scherupp-Hilsberg.

Die Frage, wie man einen Studien­abbruch einem potenziellen Arbeitgeber verkauft, muss keinem Bange machen. „Die meisten Arbeitgeber denken darüber nicht schlecht“, so Wilbert. Es spreche nichts dagegen, zum Beispiel in den Lebenslauf zu schreiben, dass man von zwei Jahre BWL studiert habe. Auf Nachfrage nach einem Abschluss könnte laut Wilbert die Antwort lauten: „Ich habe zwar keinen Abschluss, aber trotzdem habe ich damals viel gelernt.“ Diese Lerninhalte müsse man natürlich parat haben.

Auch Scherupp-Hilsberg plädiert für ein selbst­bewusstes Auftreten von Bewerbern. „In jedem Fall sollten sie im Gespräch herüber­bringen, dass sie nach dem Studien­abbruch nicht die Hände in den Schoß gelegt haben, sondern aktiv geworden sind.“

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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