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Arbeitsrecht | 15.01.2018

Arbeits­beginn

Kein Kavaliers­delikt: Verspätungen am Arbeitsplatz recht­fertigen Abmahnung

Arbeit­nehmer trägt Wegerisiko und ist zur Pünktlichkeit verpflichtet

Autobahnen können verstopft sein, Züge Verspätung haben - und mit ihnen verspäten sich auch die Pendler, die zur Arbeit wollen. Droht mir dann die Kündigung? Oder nur dann, wenn es öfter passiert?

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Ein Kavaliers­delikt ist Verspätung nicht, sagt Nathalie Oberthür, Fach­anwältin für Arbeits­recht und Mitglied der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein. „Der Arbeit­nehmer trägt das Wegerisiko. Er ist dafür verantwortlich, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen.“ Anders gesagt: Auch für eine Verspätung ist theoretisch eine Abmahnung möglich.

Verspätung ist nicht gleich Verspätung

Entscheidend ist dabei aber, wer Schuld an der Verspätung ist: „Eine Abmahnung setzt ja voraus, dass es etwas Vor­werfbares gibt“, so Rechtsanwältin Nathalie Oberthür. Verschläft jemand, ist die Sache klar. Gibt es ein Zugunglück oder einen plötzlichen Winter­einbruch, ist der Fall ebenfalls klar. Gibt es zur gleichen Uhrzeit aber immer wieder Stau auf der gleichen Autobahn, kann der Arbeitgeber schon verlangen, dass sein Angestellter das einplant und entsprechend früher aufsteht - genau wie bei Schneefall, der seit drei Tagen in den Nachrichten angekündigt wird.

Zeit der Verspätung muss nicht nachgearbeitet werden

Die gute Nachricht dagegen: Wer später kommt, muss nicht zwingend länger bleiben - auch wenn es in der Praxis oft so gehandhabt wird. „Nacharbeiten müssen Sie nicht“, sagt Rechtsanwältin Nathalie Oberthür. „Lohn bekommen Sie für die verpasste Zeit aber dann auch nicht.“ Anders ist der Fall natürlich bei Regelungen wie Gleit- oder Vertrauens­arbeitszeit - unter Umständen ist die Verspätung dann allerdings ohnehin kein großes Drama.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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