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Arbeitsrecht | 16.01.2019

Karneval

Keine Narren­freiheit im Büro: Was an Karneval im Betrieb erlaubt ist

Es gibt kein Karnevals­arbeits­recht

In Hamburg oder Berlin weiß kaum einer, worum alle so viel Aufhebens machen, in Köln und Umgebung bedeutet Karneval: Narren­freiheit. Oder etwa doch nicht?

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Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeits­recht in Berlin, stellt klar: „Erstmal muss man sagen: Es gibt kein Karnevals­arbeits­recht.“ Auch von Weiberfast­nacht bis Faschings­dienstag gelten also die üblichen Regeln. Was ist also arbeits­rechtlich zu Karneval erlaubt und was nicht?

Keine echte Narrenfreiheit am Arbeitsplatz

Grund­sätzlich komme es meist darauf an, in welcher Region man arbeitet, erläutert Rechtsanwalt Alexander Bredereck. Wer am Rosenmontag verkleidet zur Arbeit kommt, könne damit Verständnis vom Chef rechnen, wo Karnevals­feiern üblich sind. Gleiches gilt zum Beispiel für laute Karnevals­lieder aus dem Radio, ein Gläschen Sekt unter Kollegen oder Kamelle, die durch die Firma fliegen. Wenn das seit Jahren so Tradition ist, können Angestellte in der Regel darauf vertrauen, dass närrisches Verhalten keine Konsequenzen nach sich zieht. „Als Bank­angestellter in Berlin empfiehlt es sich dagegen nicht, einfach verkleidet hinter dem Schalter zu sitzen“, so der Fachanwalt. „Da sollten sich Angestellte am besten ganz normal verhalten.“

Arbeitgeber kann Verkleidung anordnen

Und andersherum? Darf der Chef seine Mitarbeiter dazu auffordern, an Karneval mit Papp­hütchen an der Verkaufs­theke zu stehen? „Wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse hat und seine Anordnung begründen kann, kann er durchaus Anweisungen zur Betriebs­kleidung geben - auch an Karneval“, so Rechtsanwalt Alexander Bredereck. Das werde aber in der Regel eher in Regionen passieren, in denen üblicherweise Karnevals­feiern stattfinden. Demgegenüber stehe auch immer das Persönlichkeits­recht des Angestellten. „Es gibt da auch Grenzen“, erläutert der Fachanwalt. Etwa, wenn eine vom Arbeitgeber angedachte Verkleidung sexistisch ist. „Keiner muss sich erniedrigen lassen“, so Rechtsanwalt Bredereck.

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Arbeitgeber kann Karneval-Deko am Arbeitsplatz verbieten

Einschränkungen kann es auch da geben, wo Sicherheits­risiken bestehen. Konfetti und Luft­schlangen über die Werkbank oder die Arbeits­maschinen zu werfen, ist zum Beispiel so ein Fall. Mitarbeiter können Arbeits­räume nicht einfach nach Lust und Laune dekorieren. „Hier gehen die Sicherheits­bestimmungen ganz klar vor“, betont Rechtsanwalt Bredereck. Zugunsten des Arbeits­schutzes kann der Arbeitgeber Deko-Artikel also verbieten. Und in diesem Fall macht es auch keinen Unterschied, ob der Betrieb in Nordrhein-Westfalen oder in Hamburg sitzt.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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