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Mietrecht | 11.01.2021

Schäden beim Umzug

Kleine Schäden beim Umzug kann jeder reparieren

Tipps für kleine Reparaturen zum Selber machen

Risse in der Tapete, Kratzer im Parkett, Bohrlöcher in der Wand. Wann müssen Mieter Schäden beim Auszug reparieren? Und braucht man dafür einen Handwerker - oder kann man das auch selbst erledigen?

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Bohrlöcher in den Wänden, eine kaputte Fliese im Bad, Kratzer an Türen oder auf dem Parkett - beim Auszug aus der Wohnung zeigen sich oft kleine Schäden und unschöne Stellen. Mit einfachen Mitteln und etwas hand­werklichem Geschick lassen sich solche Makel aber beseitigen oder zumindest fast unsichtbar machen.

Verpflichtende Reparaturen: Mietvertrag gibt Aufschluss

„Mieter sollten aber zunächst in ihren Mietvertrag schauen, ob sie überhaupt zu solchen Reparaturen verpflichtet sind“, rät Anja Franz vom Mieter­verein München. Sie weiß: „Grund­sätzlich müssen Mieter nur Schäden reparieren, die sie selbst - meist fahrlässig - verursacht haben.“

Normale Gebrauchsspuren sind okay

Mieter sind zum Beispiel in der Pflicht, wenn ein herunter­gefallenes Bügeleisen einen Schaden im Parkett hinter­lassen hat. Oder wenn die Emaille der Badewanne oder ein Waschbecken gesprungen ist, weil schwere Gegenstände hinein­gefallen sind. Sie müssen auch Dellen im Türrahmen beseitigen, die die Kinder mit dem Dreirad hinter­lassen haben. „All das sind Beschädigungen, die der Mieter zu verantworten und auch zu reparieren hat“, sagt Franz.

Folgen des normalen Gebrauchs der Wohnung fallen nicht darunter. „Laufspuren auf dem Parkett oder Teppich­boden, notwendige Bohrlöcher oder kleine Kratzer an Fenstern oder Türen muss der Mieter nicht reparieren. Diese Abnutzungs­erscheinungen sind durch die Mietzahlung gedeckt“, sagt Franz.

Bohrlöcher mit einem Handgriff wegzaubern

Für einigermaßen geübte Heimwerker sollte es durchaus machbar sein, all die verschiedenen kleinen Reparaturen selbst auszuführen, meint Sylvia Adamec, Trainerin bei der DIY Academy in Köln. „Bohrlöcher lassen sich gut schließen, indem man Fertigs­pachtel oder Maleracryl in die Löcher einspritzt oder einarbeitet und anschließend die Masse mit einem Spachtel verstreicht. Die Spachtel­masse kann im passenden Farbton eingefärbt werden.“ Das funktioniert auch bei Löchern in Fliesen.

Müssen ganze Fliesen ausgetauscht werden, braucht man eine kleine Handfräse. Damit wird die Fliese an den Rändern ausgeschnitten. Anschließend muss sie von Hand mit einem Hammer und Meißel vorsichtig Stück für Stück von der Wand abgeklopft werden. „Nun die Stelle gründlich reinigen, sie muss sauber und glatt sein. Dann kann man den Fliesen­kleber und darauf die neue Fliese aufbringen. Die Fugen werden nach dem Trocknen mit Fugen­material aufgefüllt“, sagt Adamec.

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Delle im Parkett? Keine Panik

Leichter als oft gedacht ist es, kleine Beschädigungen im Parkett und anderen Echtholz­böden zu beseitigen. „Einfach etwas Wasser auf die Kerbe oder den Kratzer geben. Das Holz quillt auf und die Fasern drücken sich nach oben. So schließt sich die Oberfläche wieder“, erklärt Adamec.

Bei Laminat ist es schon schwieriger, Kratzer zu kaschieren. Hier helfen Klarlack oder Wachse, die entsprechend eingefärbt werden können. Diese Materialien drückt man großzügig in die Kerben ein, lässt sie trocknen und schleift anschließend die über­stehende Masse vorsichtig ab. Dieses Verfahren eignet sich auch für die Beseitigung von Kratzern an Türen oder Fenstern.

Riss in der Tapete - muss nun alles neu gemacht werden?

Mit dem entsprechenden Know-how lassen sich kleine Beschädigungen an der Tapete nahezu unsichtbar machen. Haben sich Ränder abgelöst, können sie mit Hilfe eines Naht­korrektur­stifts unkompliziert wieder angeklebt werden.

Beschädigte Stellen von Raufaser­tapete werden ausgebessert, indem sie großzügig entfernt und anschließend ein von Hand zurecht gerissenes, nicht abgeschnittenes Stück frische Raufaser­tapete sorgfältig in die Stelle eingepflegt wird. „Löcher können mit einem Raufaser­spachtel verfüllt werden, den es fertig zu kaufen gibt “, erklärt Adamec.

Tropft ein Wasserhahn, könnte das am defekten Perlator liegen. Das ist ein kleines Sieb, das oben auf dem Wasserhahn angebracht wird.

Ist es verstopft oder beschädigt, tropft es oder das Wasser spritzt beim Öffnen des Hahnes in alle Richtungen. So ein Perlator lässt sich mit wenigen Handgriffen einfach auswechseln.

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Reparaturen im Nassbereich

Im Bad setzen sich im Abfluss der Bade- oder Duschwanne oft Haare und Shampoo­reste ab. In der Küche bleiben gern Speisereste und Fett hängen, die dafür sorgen, dass das Wasser nicht mehr richtig abfließt. Oft genügt es, einfach den Siphon mit sehr heißem Wasser auszuspülen, in hartnäckigeren Fällen hilft der gute alte Pömpel.

Aber manchmal muss der Abfluss gründlich von innen gereinigt werden. „Dazu wird das Sieb abgeschraubt, um an den Siphon heranzukommen. Dort kann man versuchen, mit einer Zange oder Pinzette die Rück­stände herauszuziehen“, sagt Adamec. Ihr Tipp: Gut eignen sich flexible Flaschen­reiniger, die sich tief über den Siphonbogen hinaus hereinschieben lassen. „So lassen sich Rück­stände und damit auch unangenehme Gerüche gut entfernen.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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