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Vertragsrecht | 04.02.2016

Mobilfunk­vertrag

Kosten­fallen bei Mobilfunk­verträgen: Anschluss­gebühr, Anrufpreise, Dritt­anbieter-Abos und andere versteckte Extrakosten

Vorsicht vor Kosten­fallen bei Mobilfunkv­erträgen

Für einen festen Betrag im Monat kostenlos telefonieren, SMS schreiben und surfen. Das versprechen Mobilfunk­anbieter mit Verträgen und Prepaid-Paketen. Nutzer kommen damit oft gut aus - sollten vor versteckten Extrakosten auf der Hut sein.

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Bei Mobilfunkverträgen können Kostenfallen drohen

Mobilfunk­anbieter bieten oftmals Rund-um-Sorglos-Pakete: Freiminuten, Frei-SMS, Inklusiv-Volumen, entweder als Vertrag oder Prepaid-Paket ohne lange Laufzeit­bindung. Wer glaubt, nach Abschluss von so einem Angebot vor Extrakosten sicher zu sein, kann sich irren - und erlebt beim Blick auf die Rechnung am Monatsende böse Überraschungen. Einige Kosten­fallen im Überblick:

Anschlussgebühr

Viele Anbieter verlangen zum Vertrags­beginn eine einmalige Anschluss­gebühr. Die liegt nicht selten bei bis zu 30 Euro. Damit soll der administrative Aufwand aufgefangen werden, den der Anbieter mit dem Neukunden hat. Immer wieder gibt es aber immerhin Aktionen, bei denen Anbieter auf diese Gebühren verzichten.

Datenautomatik

Sie wird als Komfort beworben, ärgert aber viele Verbraucher. Statt nach Verbrauch des vertraglichen Daten­volumens mit gedrosselter Geschwindigkeit bis zum Monatsende weiter zu surfen, bucht der Anbieter einfach neues Volumen auf - gegen Gebühr, versteht sich und im Verhältnis deutlich teurer als das gebuchte Monat­svolumen. Diese Vorgehensweise ist im Vertrag geregelt. Man sollte die Vertrags­unterlagen also genau lesen, um auf eine solche Überraschung gefasst zu sein. Anbieter informieren über eine Buchung, meist per SMS. Dann sollte man sofort widersprechen, falls man das Extra-Volumen nicht möchte. Auf welchem Weg das geht, ist von Anbieter zu Anbieter anders. Beim einen geht es gleich mit einer SMS, beim anderen über die Kunden­betreuung per E-Mail oder per Anruf. Manchmal ist die Automatik jedoch ein unumstößlicher Vertrags­bestand­teil.

Tarifanpassung

Mitunter passen Anbieter Tarife automatisch dem Verhalten ihrer Nutzer an. Ein Beispiel: Wer dreimal in Folge sein monatliches Daten­volumen erschöpft hat, wird automatisch in den nächst höheren Tarif mit mehr Megabyte-Ressourcen gebucht. Dies ist jedoch nur zulässig, sofern das im Vertrag geregelt ist. Ist dies nicht der Fall, bleibt nur der Widerspruch beim Anbieter verbunden mit der Aufforderung, in die alte Tarifstufe zurück versetzt zu werden.

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Rechnungen

Selbst für die Zahlungs­aufforderung wollen einige Anbieter Geld. Zumindest dann, wenn sie die ausgedruckt auf dem Postweg schicken müssen, statt sie per E-Mail zu übermitteln. Das ist allerdings laut einem Urteil des Bundes­gerichts­hofs (Az. III ZR 32/14) nicht zulässig. Nur Anbieter, die ihre Produkte ausschließlich über das Internet anbieten, sind von dieser Entscheidung ausgenommen. Wer für eine Papier­rechnung zahlen soll, sollte dem widersprechen und dabei auf das BGH-Urteil verweisen.

Drittanbieter-Abos

Beim Blick auf die monatliche Vertrags­rechnung wird man plötzlich stutzig. Wieso will der Anbieter fünf Euro mehr haben? Doch das Geld will gar nicht der Anbieter, sondern ein Dritt­anbieter - und zwar für ein WAP-Abo. Vielen fällt gar nicht auf, wenn sie so ein Abo abschließen. Nur einmal versehentlich auf ein Werbebanner geklickt, schon kann es passiert sein. Das Tückische: Die Dritt­anbieter lassen die Abo-Kosten über den Mobilfunk­anbieter abbuchen. Schutz dagegen bietet nur eine Dritt­anbieter­sperre. Diese sollte bei Vertrags­abschlüssen immer gleich mit eingerichtet werden. Mitunter kann man sie auch selbst im Internet-Service­portal des Anbieters aktivieren.

Ist man wegen einer fehlenden Dritt­anbieter­sperre in so eine Abofalle getappt, kann es lohnen, sich direkt bei seinem Mobilfunk­anbieter zu beschweren. Diese haben oft keine Lust, sich über Kosten zu streiten. Obwohl sie rechtlich nicht für die entstandenen Kosten zuständig sind, bieten sie nicht selten pragmatische Lösungen - etwa in Form von Gutschriften für das Vertrags­konto an.

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Anrufpreise

Viele Verträge und Prepaid-Angebote bieten eine bestimmte Anzahl Freiminuten. Wenn die aufgebraucht sind, gelten die Standard­preise des Anbieters. Bei Discountern im Prepaid-Bereich sind das häufig 9 bis 15 Cent pro Minute, bei Verträgen 19 bis 29 Cent pro Minute. Ein genauer Blick in die Preisliste genügt, um den Minuten­preis nach Verbrauch der Freiminuten heraus zu finden. Auch andere Kosten­punkte sind dort aufgelistet. Etwa, ob und wieviel das Nutzen der Mailbox kostet.

Wer oft ins Ausland telefoniert, muss vor Vertrags­abschluss oder Prepaid-Karten-Kauf ebenfalls die Preisliste studieren und schauen, wo sich seine Zielländer einsortieren. Während die Anrufpreise ins EU-Ausland bei manchen Angeboten zwischen 9 Cent ins Festnetz und 29 Cent ins mobile Netz liegen, kann es bei anderen Anbietern und in den Rest der Welt überraschend teuer werden. Entgegen den Roaming-Tarifen innerhalb der EU sind Anrufpreise ins Ausland generell nicht reglementiert. Manche Anbieter nutzen das aus, sodass Minuten­preise von bis zu zwei Euro dann nicht selten sind. Für Nutzer, die bereits einen Laufzeit­vertrag haben, kann sich unter Umständen eine zweite Sim-Karte für Auslands­telefonate lohnen.

Quelle: dpa/DAWR/kg
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