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Arzthaftungsrecht, Arztrecht und Versicherungsrecht | 30.05.2017

Behandlungs­fehler

Kranken­kassen registrieren tausende von Behandlungs­fehlern: Was man als Patient bei einem Behandlungsfehler tun kann

Fragen und Antworten zum Thema Behandlungs­fehler

Die Zahl der ambulanten Behandlungen liegt bei rund 700 Millionen, in Kranken­häusern bei 20 Millionen Fällen. Gleich­zeitig registrieren die Kranken­kassen seit Jahren um die 4000 Behandlungs­fehler.

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Die Patientin leidet an Parkinson und lebt im Pflegeheim. Sie stürzt und bricht sich den Ober­schenkel. Sie wird operiert und muss längere Zeit ins Krankenhaus. Nach ihrer Rückkehr ins Heim bemerken die Pfleger ein Druck­geschwür am Steißbein. Nach Prüfung der Patienten­akte wird fest­gestellt, dass das Geschwür bei regel­mäßigem Umlagern im Krankenhaus hätte verhindert werden können. Einer von tausenden Behandlungs­fehlern.

„Jeder Fehler ist ein Fehler zu viel, doch wir sind hier im Promille­bereich und in internationaler Spitzen­position“, sagt Georg Baum, Haupt­geschäftsf­ührer der Deutschen Kranken­haus­gesellschaft. Aber trotz erkennbarer Fortschritte tun sich Ärzte nach Ansicht der Kranken­kassen schwer mit der Fehler­forschung.

Was ist ein Behandlungsfehler?

Es gibt unter­schiedliche Arten von ärztlichem Fehl­verhalten. So kann ein Behandlungs­fehler vorliegen, wenn eine Behandlung nicht den aktuellen medizinischen Standards entspricht, wenn eine eigentlich gebotene medizinische Behandlung unterlassen oder eine unnötige durch­geführt wird. Auch wenn eine Diagnose trotz eindeutiger Hinweise nicht gestellt wird, kann dies als Behandlungs­fehler gewertet werden. Doch auch bei fehler­freien Behandlungen können Neben­wirkungen und Komplikationen auftreten (vgl. Was ist ein ärztlicher Behandlungs­fehler?).

Wie ist die Entwicklung bei Fehlbehandlungen?

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Patienten­beschwerden und der anschließenden Begutachtungen leicht zugenommen: 2015 waren es 14.828, im vergangenen Jahr wurden 15.094 verzeichnet. Die Anzahl der vom Medizinischen Dienst der Kranken­versicherung (MDK) registrierten Behandlungs­fehler lag 2015 bei 4064 Fällen, 2016 waren es 3564. Es ist jedoch unbekannt, wie viele Patienten sich bei einem solchen Verdacht direkt an Gerichte, Anwälte (vgl. Anwaltsliste für Arzthaftung und Behandlungsfehler) oder Versicherungen gewendet haben. Seit Jahren ist zu beobachten, dass die Anzahl der erstellten MDK-Gutachten leicht ansteigt, während die Anzahl bestätigter Behandlungs­fehler immer wieder leichte Schwankungen aufweist.

Was kann der Patient tun?

Hat ein Patient einen Verdacht auf einen Behandlungs­fehler und will Schaden­ersatz­ansprüche geltend machen, sind die eigene Kranken­kasse und der behandelnde Arzt erste Adressaten. Die Kranken­kasse ist gesetzlich verpflichtet, Patienten im Falle eines solchen Verdachts zu unterstützen. In ihrem Auftrag erstellt der MDK ein fach­ärztliches Gutachten, das für Patienten kostenfrei ist. Kommt der Gutachter zu dem Ergebnis, dass der Verdacht gerechtfertigt ist, hilft es dem Betroffenen, seine Ansprüche durch­zusetzen.

Aber auch Ärzte sind verpflichtet, Auskunft zu geben, wenn sie mit einem solchen Verdacht konfrontiert werden. Geht der Arzt von einem Fehler aus, der gesundheitliche Gefahren zur Folge hat, muss er den Patienten informieren.

Grund­sätzlich kommen gesetzliche Kranken­kassen, ärztliche Schlichtungs­stellen bei den Landesärzte­kammern, Anwälte für Medizin­recht, Unabhängige Patienten­beratungen und Verbraucher­zentralen sowie verschiedene Interessen­gemeinschaften Medizin­geschädigter als Ansprech­partner in Frage.

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Wer muss den Fehler nachweisen?

Die Beweis­pflicht liegt Grund­sätzlich beim Patienten. Nur bei unterlassener Aufklärung, einem groben Behandlungs­fehler oder einem Dokumentations­fehler kommt eine Beweislast­umkehr in Frage. Geschädigte Patienten müssen sowohl die Pflicht­verletzung des Arztes nachweisen als auch den Schaden an sich und die Pflicht­verletzung als Ursache des Schadens. Angesichts der zahlreichen Juristen der Kranken­häuser und Versicherungen eine große Hürde für die Patienten.

In welchem Fachbereich ist das Fehlerrisiko am größten?

In der Chirurgie und im Krankenhaus werden am meisten Vorwürfe erhoben. Hier wurden laut MDK 33 Prozent der Vorwürfe registriert. 12 Prozent waren es in der Inneren Medizin und der Allgemein­medizin, weitere 9 Prozent in der Allgemein­chirurgie, ebenfalls 9 Prozent in der Zahnmedizin. 7 Prozent entfielen auf die Frauenheil­kunde und 4 Prozent auf die Pflege.

Ist die jährliche Statistik über Behandlungsfehler aussagekräftig?

Sowohl der MDK als auch die Ärzteschaft selbst legen jährlich voneinander abweichende Statistiken über Behandlungs­fehler vor. Der MDK verlangt deshalb eine Melde­pflicht für Behandlungs­fehler und eine Vereinheitlichung der Statistiken. Auch der Chef der Deutschen Stiftung Patienten­schutz, Eugen Brysch, klagt, die Statistik sage wenig aus. „Wir brauchen endlich ein bundes­ein­heitliches Zentral­register für Behandlungs­fehler.“ Und: „Die Beweislast muss zugunsten der Opfer umgekehrt werden.“

Siehe auch:

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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