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Arbeitsrecht | 17.07.2018

Pärchen im Berufs­alltag

Liebe am Arbeits­platz: Was muss der Chef wissen?

Eine Liebes­beziehung am Arbeits­platz ist nicht verboten

Nicht selten finden Menschen ihren Partner am Arbeits­platz. Doch das Glück der beiden kann zu Konflikten mit den Kollegen führen. Auch wenn Pärchen im Berufs­alltag nicht auffällig Händchen halten oder knutschen, fragen sich manche vielleicht: Muss ich meinen Chef informieren, wenn ich mit einem Kollegen eine Partnerschaft eingehe?

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Eigentlich gehe es den Chef nichts an. Denn grund­sätzlich sei eine Liebes­beziehung reine Privatsache, so Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeits­recht und Mitglied der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein. Das ergibt sich schon allein aus der Würde des Menschen und dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit.

Abmahnungen oder Kündigungen möglich

Allerdings dürfe die Liebes­beziehung nicht die Arbeits­pflichten beeinträchtigen, gibt Rechtsanwalt Peter Meyer zu bedenken. Sollte ein Paar vor lauter Turteln seinen Aufgaben nicht nachkommen, ist eine Abmahnung denkbar.

Kündigung bei Weitergabe von vertraulichen Informationen

Eine Abmahnung und im Wieder­holungs­fall eine Kündigung drohen auch, wenn einer der beiden Partner dem anderen vertrauliche betrieb­liche Interna verrate.

Kosenamen oder Liebes-Mails während der Arbeitszeit tabu

Der Chef kann außerdem Einspruch erheben, wenn sich ein Paar etwa mit Kosenamen im Büro anspricht oder sich Liebes-Mails während der Arbeitszeit schreibt. Wenn das Paar ständig turtelt, habe der Arbeitgeber die Möglichkeit, beide räumlich zu trennen oder in andere Teams zu versetzen. Das gilt auch, wenn sich andere Kollegen durch das Verhalten des Paares gestört fühlen oder wenn jemand etwa befürchte, dass der Teamchef seine Freundin bevorzugt behandle. Denn ein solches Verhalten gelte als Störung des Betriebs­friedens.

Versteckspiel funktioniert auf Dauer nicht

Wichtig sei, die private und die berufliche Ebene zu trennen. Dennoch würde Rechtsanwalt Meyer jedem Paar empfehlen, die Beziehung offen zu legen, wenn diese ernsthafter wird. Ein Versteck­spiel funktioniere auf Dauer oft nicht. Zudem sei es leichter, Absprachen zu treffen, wenn der Chef Bescheid weiß - so kann er etwa den Wunsch nach gemeinsamem Urlaub besser berücksichtigen.

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Kein Anspruch auf gemeinsamen Urlaub

Einen Anspruch darauf haben Paare aber nicht. Vertritt jemand seinen Partner in einer bestimmten Funktion, ist es unter Umständen gar nicht möglich, gleich­zeitig freie Tage zu nehmen. Ist es organisatorisch möglich, kann eine Versetzung in unter­schiedliche Teams die Lösung sein.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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