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Arbeitsrecht | 14.11.2018

Arbeits­aufgaben

Machen was der Chef sagt: Müssen Beschäftigte jede Tätigkeit erledigen

Arbeit­nehmer schuldet Chef nur vertraglich vereinbarte Leistungen

In manchen Jobs ist klar festgelegt, was Beschäftigte zu tun haben. In anderen sind die Tätigk­eiten dagegen recht allgemein formuliert. Doch müssen Beschäftigte alle Aufgaben erledigen, die der Chef vorgibt? Welche Regeln gelten?

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„Das kommt auf die Ausgestaltung des Arbeits­vertrags an“, sagt Arbeits­rechtler Peter Meyer. Die Regel lautet dabei: Je allgemeiner die Tätigkeit darin umrissen wird, desto größer kann die Bandbreite der Arbeiten sein.

Weisungsrecht des Arbeitgebers laut Gewerbeordnung (Paragraf 106)

Ist nichts Genaues festgehalten, gilt laut Rechtsanwalt Peter Meyer die Regelung der Gewerbe­ordnung (Paragraf 106). „Als Arbeit­nehmer ist man dann verpflichtet, alle durch den Arbeitgeber bestimmten Aufgaben zu erledigen, die dem Anforderungs­profil und der Qualifikation im Arbeits­vertrag entsprechen“, sagt Rechtsanwalt Meyer, der in der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein tätig ist. Das geht dann auch einfach auf Zuruf. Beschäftigte haben kaum arbeits­rechtliche Möglichkeiten, sich zu wehren.

Ein Beispiel: Ein Immobilien­kaufmann kümmert sich bislang um Wohn­gebäude und soll nun Gewerbe­räume verwalten. Ist im Vertrag nichts Genaues zum Zuständigkeitsb­ereich festgelegt, kann er sich gegen diese Anordnung kaum wehren.

Tätigkeiten durch Arbeitsvertrag begrenzt

Begrenzt der Arbeits­vertrag dagegen die Tätigk­eiten auf ein bestimmtes Gebiet, kann der Arbeitgeber den Tätigkeits­bereich nicht einseitig verändern oder ausweiten. Das können Beschäftigte ablehnen. Will der Arbeitgeber diese Änderungen durchsetzen, muss er entweder einen Änderungs­vertrag mit dem Arbeit­nehmer schließen. Oder er spricht eine Änderungs­kündigung aus, verbunden mit dem Angebot an den Arbeit­nehmer, zu dem neuen Arbeits­profil weiter­zuarbeiten.

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Tätigkeitsfeld im Arbeitsvertrag

Wer nur in einem ganz bestimmten Tätigkeits­feld arbeiten will, sollte das im Arbeits­vertrag oder in einer Stellen- und Funktions­beschreibung genau festhalten. Der Vorteil: Vorgesetzte können dann nicht einfach andere, nicht vereinbarte Arbeiten anweisen.

Nachteil der Tätigkeitsbeschreibung im Arbeitsvertrag

Zum Nachteil kann das werden, wenn die vereinbarte Tätigkeit ersatzlos entfällt. Folgt dann eine betriebsbedingte Kündigung, verringern sich die Möglichkeiten des Arbeit­nehmers, diese unter Verweis auf eine fehlerhafte Sozial­auswahl anzugreifen, sagt Rechtsanwalt Peter Meyer. „Der Chef könnte dann darauf verweisen, dass der Angestellte nach dem Arbeits­vertrag nicht vergleichbar ist mit Kollegen, die zwar in der gleichen Abteilung arbeiten, aber keine fachlich vergleichbaren Aufgaben erledigen.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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