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Maklerrecht und Verbraucherrecht | 16.07.2021

Immobilien­geschäft

Makler­provision: Die geteilte Gebühr für das Immobilien­geschäft

Neues Makler-Gesetz entlastet Käufer

Eine Immobilie zu kaufen oder zu verkaufen, macht Arbeit. Wer sich diese Arbeit sparen will, beauftragt einen Makler. Die Kosten für dessen Dienste teilen sich Käufer und Verkäufer. Wer profitiert?

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Wer seine Immobilie verkaufen will, kann sich entweder selbst um alles kümmern. Oder es wird ein Makler eingeschaltet. Das allerdings kostet Geld. Makler bekommen für ihre Dienste Provisionen von bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises.

Neues Makler-Gesetz entlastet Käufer

Bisher waren es in der Regel die Käufer, die diese Summen ganz oder teilweise zahlen mussten, selbst wenn sie den Makler gar nicht beauftragt hatten. Mit dem neuen Makler-Gesetz, das seit Ende vergangenen Jahres gilt, werden sie etwas entlastet.

Jetzt müssen Käufer nur noch maximal für die Hälfte der Provision aufkommen, den Rest zahlt der Verkäufer. Neu ist auch: Jeder Makler­auftrag muss in Textform abgeschlossen werden.

Käufer können Geld sparen

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fand in einer aktuellen Studie heraus, dass Käufer damit tatsächlich einiges sparen. Während sie bundesweit 2020 im Schnitt noch fünf Prozent für den Makler zahlten, sind es jetzt nur noch 3,5 Prozent.

Besonders groß ist die Entlastung in Berlin und Brandenburg, weil dort die Käufer bisher meist die volle Makler­provision von etwa sieben Prozent zu tragen hatten. Jetzt werden je nach Region zwischen 3,3 und vier Prozent fällig.

Vergleichsweise groß ist die Entlastung auch in Hamburg (-2,6 Prozent) und in Frankfurt am Main (-2,3 Prozent). In den anderen Großs­tädten wie Düsseldorf, München und Köln beträgt sie immerhin knapp ein Prozent.

Kosten werden meist geteilt

Die meisten Verkäufer entscheiden sich für das Modell der Doppel­tätigkeit, erklärt der Immobilien­verband Deutschland (IVD). Das bedeutet, dass der von ihnen beauftragte Makler auch für den Kauf­interessenten tätig wird. „Kommt es zum Abschluss des Kauf­vertrages, zahlen Verkäufer und Käufer eine Provision in selber Höhe“, erklärt der stellvertretende Geschäfts­führer Christian Osthus.

„Es fühlt sich fairer an, wenn sich Käufer und Verkäufer die Makler­provision teilen“, meint Julia Wagner vom Eigentümer­verband Haus & Grund Deutschland in Berlin. „Aber durch die für den Käufer sinkenden Makler­gebühren werden die Verkäufer höhere Kaufpreise aufrufen können, da der Käufer das ersparte Geld in die Immobile stecken kann. Für den Käufer zählt also unterm Strich eigentlich nur, ob die Gesamtsumme in sein Budget passt.“

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Eigentümer überschätzen den Wert oft

Eine Folge der neuen Regelung ist, dass die Zahl der Verkäufe ohne Makler zugenommen hat, stellt das IW fest. Vor dem Inkraft­treten des Gesetzes wurden 35 Prozent aller Immobilien privat verkauft, inzwischen sind es 43 Prozent.

„Vor allem Verkäufer, die unter vielen Kauf­interessenten auswählen können, wollen das Geschäft gern auf eigene Faust abwickeln“, beobachtet Florian Becker, Geschäfts­führer des Bauherren-Schutzbundes in Berlin.

Aber das ist gar nicht so einfach. „Es fällt Eigentümern schwer, einen realistischen Preis zu finden. Oft über­schätzen sie ihre Immobilie, die für sie einen hohen ideellen Wert hat, der dem Käufer aber nichts bringt. Ein Makler kann zwischen beiden Seiten vermitteln und zu einer vernünftigen Preis­findung beitragen.“

Makler nehmen Arbeit ab

Ein guter Makler nimmt dem Verkäufer auch ganz praktische Dinge ab. „Er beantwortet die Post von Interessenten nach Veröffentlichung von Inseraten“, sagt Julia Wagner. „Das können bei der derzeitigen Marktlage schnell mehrere hundert sein. Und er organisiert Besichtigungen, trifft eine Vorauswahl, wenn das mit seinem Auftrag­geber vereinbart wurde. Das spart dem Verkäufer sehr viel Zeit und Arbeit.“

Auch Käufer, die eine Immobilie suchen, können einen Makler beauftragen. Das tun sie in der Regel, weil sie mehr Informationen über das Markt­geschehen suchen, als aus den üblichen Immobilien­anzeigen zu entnehmen ist. „Sie hoffen, dass er Angebote hat, die noch nicht so bekannt sind“, sagt Florian Becker.

„Anders als bei einem unerfahrenen privaten Verkäufer kann der Käufer bei einem Makler ein gut auf­bereitetes Exposé erwarten, in dem viele notwendige Informationen über die Immobilie enthalten sind“, sagt Julia Wagner. So kann das Geschäft oft schneller abgewickelt werden.

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Interessenten sollten sich selbst informieren

Man sollte den Makler aber nicht über­schätzen. Er kennt nicht alle Probleme des Hauses, übernimmt in der Regel für Mängel keine Haftung. „Kauf­interessenten sollten sich also immer selbst beim Katasteramt und beim Grund­buchamt über die Immobilie informieren und auch selbst in den Bebauungs­plan der Kommune schauen. Und sich natürlich die Immobilie persönlich ansehen, am besten gemeinsam mit einem Bauexperten“, rät Gabriele Heinrich, Vorständin des Verbraucher­schutz­verbandes „Wohnen im Eigentum“ (WiE) in Bonn.

Maklerprovision ist verhandelbar

Was viele Auftrag­geber, ob Käufer oder Verkäufer nicht wissen: Die Makler­provision ist keine gesetzlich festgelegte Gebühr, sondern verhandelbar. Das sollten Käufer beachten, wenn sie vom Verkäufer aufgefordert werden, die Hälfte der an­gefallenen Makler­gebühr zu zahlen.

„Es kann sein, dass der Verkäufer mit dem Makler nicht den höchst möglichen Satz vereinbart hat, also zum Beispiel statt sieben Prozent nur vier Prozent“, erklärt Gabriele Heinrich. Dann müssten Verkäufer und Käufer jeweils nur zwei Prozent bezahlen. Um sich über die Höhe der gezahlten Provision zu informieren, dürfen Käufer vom Verkäufer einen Nachweis über dessen Zahlung verlangen. „Erst wenn der Verkäufer seinen Anteil gezahlt hat, muss der Käufer seinen Teil bezahlen. Fehlt der Nachweis, braucht der Käufer nicht zu zahlen.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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