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Erbrecht | 05.05.2021

Testament

Mein letzter Wille: Auch Allein­erziehende brauchen ein Testament

Hinterlässt ein Erblasser keinen letzten Willen, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft – mitunter mit ungewollten Folgen

Sterben Mutter oder Vater, die allein­erziehend sind, erben ausschließlich die Kinder. Allein­erziehende sollten dennoch früh ein Testament machen - vor allem, wenn der Nachwuchs noch minder­jährig ist.

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Wer ein Testament hat, sorgt für den schlimmsten Fall vor. Nicht zuletzt Allein­erziehende mit minderjährigen Kindern sollten das Abfassen ihres letzten Willens nicht vor sich herschieben. Denn: Ist der Nachlass nicht klar und eindeutig geregelt, besteht die Gefahr, dass die Dinge einen Verlauf nehmen, der nicht im Sinne des oder der Verstorbenen gewesen wäre.

Testament gerade für Alleinstehende mit minderjährigen Kindern wichtig

„So könnte etwa, wenn es kein Testament gibt und die Kinder noch minder­jährig sind, der geschiedene Ehegatte Einfluss auf die Erbschaft nehmen“ sagt der Bonner Fachanwalt für Erbrecht, Eberhard Rott. Generell erben beim Tod eines oder einer Allein­erziehenden ausschließlich die Kinder. Gibt es davon mehrere, erben sie zu gleichen Teilen.

Sind die Kinder minder­jährig, wird das geerbte Vermögen von dem anderen Elternteil verwaltet, bis das Kind oder die Kinder volljährig sind - voraus­gesetzt, die Eltern waren bis zum Erbfall gemeinsam sorge­berechtigt für ihren Nachwuchs. „Weil eine solche Zugriffs­möglichkeit des ehemaligen Partners auf das Vermögen häufig nicht gewünscht ist, führt für Allein­erziehende kein Weg an einem Testament vorbei“, erklärt Martin Thelen von der Bundes­notar­kammer in Berlin.

Vertrauenspersonen im Vorfeld festlegen

So kann etwa per Testament dem anderen Elternteil das Recht, das Vermögen der minderjährigen Kinder zu verwalten, entzogen und stattdessen eine Person des Vertrauens als sogenannter Pfleger benannt werden. „Eine solche Festlegung im Testament ist rechtlich bindend“, sagt Thelen. Hat ein Alleiner­ziehender das alleinige Sorgerecht für seine minderjährigen Kinder, kann er im Testament festlegen, wer nach seinem Tod der Vormund für die Kinder sein soll.

„Fehlt eine solche Festlegung im Testament, muss zumeist das Familien­gericht einen Vormund bestimmen“, so Rott. Das ist dann nicht unbedingt jemand, der oder die den Vorstellungen des Verstorbenen entsprochen hätte. In einem Testament können Allein­erziehende auch bestimmen, wer über den anderen Elternteil hinaus auf keinen Fall das Vermögen für die Kinder verwalten oder als Vormund agieren soll.

Was auch möglich ist: „Neben dem Pfleger oder Vormund eine Vertrauens­person als Testaments­voll­strecker einsetzen“, erklärt Rott, der Vorstands­vorsitzender der Arbeits­gemeinschaft Testaments­voll­streckung und Vermögens­vorsorge ist. Der Pfleger oder Vormund kümmert sich dann um persönliche Dinge der Kinder, der Testaments­voll­strecker regelt die finanzielle Seite und verwaltet das Vermögen für die Minderjährigen.

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Testamentsvollstrecker muss kein Experte sein

Der Testaments­voll­strecker ist so lange aktiv, bis die Kinder selbst verantwortungs­voll mit dem geerbten Vermögen umgehen können. „Die Testaments­voll­streckung kann, anders als die Pflegschaft, zeitlich länger, etwa bis zur Vollendung des 25. Lebens­jahres oder darüber hinaus, angeordnet werden“, sagt Thelen. Einen Testaments­voll­strecker zu benennen, bietet sich aus Sicht von Rott auch an, wenn von mehreren Kindern eins schon volljährig und ein anderes noch minder­jährig ist.

Der Testaments­voll­strecker sorgt dafür, dass das Erbe genauso verteilt wird, wie es der Verstorbene in seinem letzten Willen festgelegt hat. Dafür kommt übrigens jeder Erwachsene infrage, der geschäfts­fähig ist und nicht unter Vermögens­betreuung steht - es muss also kein Jurist oder Vermögens­verwalter sein. Braucht man wegen eines großen Vermögens dagegen etwa einen Experten, der sich mit Steuern auskennt, hilft Rotts Arbeits­gemeinschaft bei der Suche.

Damit der letzte Wille des oder der Verstorbenen berücksichtigt wird, muss ein Testament formwirksam sein. Das heißt: Es ist mit eigener Hand geschrieben und unter­schrieben, auch Ort und Datum sollten nicht fehlen. Da beim Abfassen des Testaments einige Fehler unterlaufen können, sollten Erblasser rechtlichen Rat einholen - etwa bei einem auf Erbrecht spezialisierten Fachanwalt oder bei einem Notar.

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Nacherbschaft schließt Ex-Partner aus

Folgenden Fall sollten Allein­erziehende ebenfalls bedenken: Angenommen, eine Allein­erziehende Mutter stirbt. Sie hinterlässt drei Kinder. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt eins dieser Kinder ohne eigene Nachkommen sterben, erbt der ehemalige Partner der einst Allein­erziehenden Mutter.

„Das ist in aller Regel nicht gewollt“, sagt Thelen. Um das zu verhindern, kann die Frau in ihrem Testament eine sogenannte Nach­erbschaft anordnen. Das funktioniert so: Die Frau bestimmt ihre Kinder per Testament lediglich als Vorerben und legt zugleich fest, wer nach ihrem Tod jeweils Nacherbe sein soll.

Aus Sicht von Thelen spricht einiges dafür, dass Erblasser ihren letzten Willen nicht handschriftlich hinter­lassen, sondern ein notarielles Testament errichten: „Das hat neben der Beratungs­leistung des Notars den Vorteil, dass die Erben keinen Erbschein benötigen.“ Den müssen die Kinder oder ihre Vertreter sonst beantragen, damit sie auf das Bankkonto und das sonstige Vermögen des Verstorbenen zugreifen können.

Ein solcher Erbschein kostet allerdings zum einen Geld, zum anderen auch Zeit, und zwar einige Wochen, manchmal auch länger. Beides könnten Erblasser ihren Hinter­bliebenen mit einem notariellen Testament ersparen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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