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Versicherungsrecht | 08.12.2020

Miet­ausfall­versicherung

Miet­ausfall­versicherung: Schutz vor Mietausfall

Für Miet­ausfall­versicherung gelten Regeln

Der Mieter zahlt nicht, die Wohnung ist verwüstet. Für solche Fälle gibt es eine Miet­ausfall­versicherung. Ob sie sich lohnt, sollten Vermieter im Einzelfall prüfen.

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Der Mieter kann oder will nicht (mehr) zahlen. Oder der Mieter sucht von jetzt auf gleich das Weite und hinterlässt die Wohnung in einem verwüsteten Zustand. Oder der Vermieter hat es mit Mietnomaden zu tun, also Personen, die einziehen, aber nicht zahlen.

Mietausfall kann existenzgefährdend sein

Solche Fälle können einen Vermieter hart treffen. „Gerade wenn Immobilien kredit­finanziert sind und mit der Miete die laufenden Kosten des Vermieters beglichen reden, kann ein Mietausfall existenz­gefährdend sein“, sagt Julia Wagner vom Eigentümer­verband Haus & Grund Deutschland mit Sitz in Berlin.

Doch Vermieter können sich wappnen

Eine Miet­ausfall­versicherung zahlt, wenn der Mieter die Miete - inklusive Nebenkosten - nicht zahlt. Zum Teil wird auch das Risiko, dass die Wohnung zerstört wird, abgedeckt. Einige Versicherungs­anbieter zahlen auch die Räumung der Wohnung, die Entsorgung von Möbeln sowie die Reinigung von Wohnungen.

Abschluss gut abwägen

Vermieter sollten aber nicht unüberlegt eine Police abschließen, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Hamburg. Es gilt im Einzelfall zu prüfen, ob die Versicherung sinnvoll ist und Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Denn zum Teil werden Miet­ausfälle von der Wohngebäudev­ersicherung übernommen.

Ein weiterer Punkt: Eine Miet­ausfall­versicherung ist nicht unbedingt preiswert. „Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Schäden, die abgedeckt werden müssen, häufig mehrere tausend Euro betragen und das Risiko oft nicht klar eingrenzbar ist“, erklärt Wagner. Zudem werden nach ihren Angaben im Zweifel nicht alle Ausfälle abgedeckt, so dass Interessierte die Kosten dringend ins Verhältnis setzen müssen.

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Basisabsicherung ab 50 Euro

Wie teuer die Versicherung im Einzelfall ist, errechnet sich anhand der Versicherungs­höhe und der Leistungen. Eine Basis­absicherung kostet laut Boss ab etwa 50 Euro im Jahr aufwärts. „Umfangreiche Versicherungen liegen bei 400 Euro jährlich aufwärts“, ergänzt Wagner. Oft gilt auch noch eine Selbst­beteiligung.

„Vor Abschluss einer Miet­ausfall­versicherung sollten Sie unbedingt die Konditionen mehrerer Anbieter miteinander vergleichen“, empfiehlt Boss. Oft sind bestimmte Fälle vom Versicherungs­schutz ausgeschlossen. Das gilt etwa für Ansprüche, die nach dem Tod eines Mieters entstehen.

Vermieter sollten vor Vertrags­abschluss prüfen, bis zu welcher Höchstg­renze die Versicherung im Fall eines Falles leistet. Die Höchstg­renze kann je nach Anbieter und Vertrag bei 5000 Euro, bei 10.000 Euro oder auch bei 20.000 Euro liegen.

Regulierung kann dauern

Wichtig zu wissen: Die Regulierung von Schäden kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach Angaben des Bundes der Versicherten zahlen manche Versicherer erst, wenn die Miete trotz Urteil und Voll­streckung nicht eingetrieben werden kann. Und das kann dauern.

Was auch eine Rolle spielt: Versicherungs­gesellschaften schließen längst nicht mit jedem Vermieter eine Versicherung ab. So ist in aller Regel der Vermieter gehalten, die Zahlungs­fähigkeit des Mieters vor einem Vertrags­abschluss zu prüfen. Dies geschieht zum Beispiel durch eine Bonitätsa­uskunft oder eine Mietschulden­freiheits­bescheinigung des alten Vermieters.

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Vertrag mit Haken und Ösen

Allerdings: Der frühere Vermieter steht nicht in der Pflicht, einem Mieter eine solche Bescheinigung auszustellen. Und der neue Vermieter darf aus datenschutz­rechtlichen Gründen Informationen über einen Mieter nur mit dessen Einwilligung an eine Versicherung weitergeben.

„Ein weiterer Haken bei einer Miet­ausfall­versicherung kann sein, dass für einen bestehenden Mietvertrag oft Sperrzeiten von mehreren Monaten gelten“, sagt Wagner. Zudem müssen alle Mieten bisher bis auf den letzten Cent und pünktlich gezahlt worden sein. Das Miet­verhältnis darf zudem nicht gekündigt sein - weder vom Mieter noch vom Vermieter.

Wegen solcher Punkte rät der Bund der Versicherten einer Miet­ausfall­versicherung eher ab. „Weil in sehr vielen Fällen Kosten und mögliche Leistungen in keinem Verhältnis zueinander stehen“, begründet Boss die Einschätzung. Ihr Rat: Vermieter sollten von vornherein ihr Risiko minimieren.

Das ist möglich, indem sie Miet­interessenten genau in Augenschein nehmen und ihre Zahlungs­fähigkeit etwa durch eine Bonitätsa­uskunft prüfen. Kommt es zu einem Mietausfall wegen Wohnungs­schäden - etwa Wasser­rohr­bruch oder ein Brand - zahlt in aller Regel die Wohngebäudev­ersicherung. Und die haben Eigentümer in der Regel ohnehin schon abgeschlossen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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