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Mietrecht | 05.02.2019

Mietkaution

Miet­kautions­versicherung statt Barkaution? - Was dabei wichtig ist

Vor- und Nachteile einer Miet­kautions­versicherung

Die Mietkaution ist ein großer Posten beim Umzug in eine neue Wohnung. Drei Nettokalt­mieten werden in der Regel hinterlegt. Wer das Geld nicht parat hat, kann eine Miet­kautions­versicherung abschließen. Lohnt sich das?

In den meisten Miet­verträgen wird die Zahlung einer Kaution vereinbart. Am häufigsten ist nach Angaben des Deutschen Mieter­bundes (DMB) die sogenannte Barkaution. Hier überweist der Mieter an den Vermieter den vereinbarten Kautions­betrag.

Alternativen zur Barkaution

Es gibt noch andere Kautions­formen, die zwischen Mieter und Vermieter vereinbart werden können. Dazu gehören zum Beispiel ein Sparbuch mit Sperr­vermerk oder ein Sparbuch des Mieters mit dem Kautions­betrag, das dem Vermieter verpfändet wird.

Eine weitere Möglichkeit ist die Miet­kautions­bürgschaft, auch Miet­kautions­versicherung genannt. „Statt dem Vermieter direkt die Mietkaution zu überweisen oder auf einem Sparbuch zu hinterlegen, bürgt eine Bank oder Versicherung für den Betrag“, erklärt Siegmund Chychla, Geschäfts­führer des Mieter­vereins zu Hamburg. „Dafür zahlt der Mieter eine Gebühr.“

Diese Beträge, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich hoch sind, fallen jährlich an und werden auch nicht zurück­gezahlt. Bestehen beim Auszug Ansprüche an den Vermieter, wird ihm das Geld ausgezahlt, und zwar nur bis zur Höhe der vereinbarten Kaution.

Der Zugang zu diesen Bürg­schaften ist einfach. „Die meisten Angebote gibt es im Netz, wo jeder unkompliziert einen Vertrag abschließen kann“, hat Siegmund Chychla beobachtet.

Nachteile der Mietkautionsversicherung

Für Mieter mag es auf den ersten Blick verlockend sein, sich das Geld für die Kaution zu sparen. „Wird aber ein lang­fristiges Miet­verhältnis angestrebt, summieren sich die jährlichen Gebühren, so dass es sich kaum lohnt, solch ein Modell zu wählen“, erklärt Gerold Happ vom Eigentümer­verband Haus & Grund Deutschland in Berlin. Je höher die Kautions­summe, desto höher sind Zinsen und Gebühren.

Nicht alle Vermieter akzeptieren eine Miet­kautions­versicherung. „Bei Vermietern ist sie nicht sehr beliebt, weil sie schwer verwertbar ist“, erklärt Beate Heilmann von der Arbeits­gemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwalt­verein (DAV) in Berlin. „Während sie auf eine Barkaution oder ein verpfändetes Sparbuch unkompliziert zurück­greifen können, wenn Ansprüche vorliegen, müssen Vermieter das Geld im Falle einer Bürgschaft erst vom Geld­institut oder der Versicherung anfordern.“ Meist müssen Vermieter einen großen büro­kratischen Aufwand im Kauf nehmen, um an ihr Geld zu kommen. „Bei manchen Anbietern ist sogar ein Gerichts­urteil notwendig, damit sie einspringen“, ergänzt Gerold Happ.

Auch für Mieter ist es nicht einfach, den Vertrag beim Auszug zu beenden. Sie brauchen dafür eine Freigabe des Vermieters. „Miet­kautions­bürgschaften sind in der Abwicklung für beide Partner kompliziert“, fasst Beate Heilmann zusammen.

Zielgruppen für Mietkautionsversicherung

Die Anbieter wenden sich mit ihren Produkten gern an Kunden, die wenig Geld zur Verfügung haben, etwa Studenten, Berufs­einsteiger oder Gering­verdiener. Doch gerade für diese Zielgruppe ist Vorsicht angebracht. „Sie haben es ohnehin schon schwer, eine passende und preis­günstige Wohnung zu finden“, gibt Siegmund Chychla zu bedenken. „Wenn sie dann dem Vermieter auch noch eine Miet­kautions­bürgschaft anbieten, signalisieren sie ihm, dass sie größere Geld­probleme haben.“

Gerade in Ballungs­räumen, wo Vermieter sich ihre Mieter aussuchen können, wird man es mit einer Miet­kautions­bürgschaft schwer haben, meint auch Beate Heilmann. „Wenn jemand schon zu Anfang des Miet­verhältnisses sagen muss, dass er kein Geld hat, werden sich die Vermieter ihren Teil denken und andere Interessenten bevorzugen.“

Ratenzahlung der Kaution möglich

Besser ist es, möglichst die etablierten Wege zum Hinterlegen der Kaution zu nutzen. „Die meisten Vermieter bevorzugen Bar­kautionen oder ein verpfändetes Miet­kautions­konto“, sagt Gerold Happ. „Sparbücher nutzt kaum noch jemand.“

Laut Gesetz sind Mieter nicht verpflichtet, die Kaution auf einen Schlag zu hinterlegen. „Das machen zwar die meisten. Aber Mieter können die Summe auch über die ersten drei Monate des Miet­vertrages verteilt einzahlen. Das kann bei finanziellen Engpässen schon helfen“, erklärt Siegmund Chychla.

Alternativen zur Mietkautionsversicherung

Für solvente Mieter, die ihr Geld bei einem Umzug anderweitig investieren wollen, gibt es ohnehin günstigere Wege, die Kaution zu hinterlegen als eine Miet­kautions­bürgschaft. „Entweder sie zahlen die Summe direkt von ihrem Konto, oder sie gehen zu ihrer Hausbank, die ihnen zu günstigeren Konditionen eine Bürgschaft oder einen Kredit anbietet“, so Siegmund Chychla.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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