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Immobilienrecht und Mietrecht | 17.08.2017

Miet­minderung

Mietmangel und Miet­minderung: So kommen Mieter zu ihrem Recht

Mängel in der Wohnung berechtigen grund­sätzlich zu einer Miet­minderung

Grund­sätzlich gilt: Mängel in der Wohnung berechtigen zu einer Miet­minderung. Möglich ist eine Kürzung immer dann, wenn die Wohnung nicht so genutzt werden kann, wie der Mieter es nach dem Mietvertrag erwarten darf.

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Häufige Gründe für Miet­minderungen sind undichte Fenster, kaputte Heizung, Schimmel in der Wohnung, Krach von Nachbarn oder Baulärm. So geht es:

Mängel melden

Vor der Minderung muss der Eigentümer über den Mangel informiert werden. Und der Vermieter muss die Möglichkeit haben, den Fehler zu beheben. Das Melden kann telefonisch passieren, per E-Mail oder Brief. Sicher sind Fax oder Einwurf-Ein­schreiben - hier kann der Vermieter vor Gericht nicht behaupten, er habe von dem Mangel nichts gewusst. Für die Mängelb­eseitigung setzen Mieter eine angemessene Frist und kündigen die Minderung in dem Schreiben schon einmal an. Bleibt der Vermieter dann tatenlos, muss die eigentliche Miet­minderung nicht gesondert angekündigt werden.

Grundlage für die Minderung

Ausgangs­punkt ist nach Angaben des Mieter­bundes die Bruttomiete, die Nebenkosten werden nicht gekürzt. Das heißt: Bei einer Miete von 500 Euro plus 100 Euro Nebenkosten würde eine Miet­minderung für einen Monat um 10 Prozent auf Basis der Gesamtsumme von 600 Euro kalkuliert. Im Ergebnis werden 60 Euro von den 500 Euro an Miete abgezogen; der Vermieter erhält nur noch 440 Euro plus die unangetasteten 100 Euro Nebenkosten.

Höhe selbst ermitteln

Wie gemindert werden kann, hängt vom Einzelfall ab. Ein Beispiel: Fällt die Heizung im Winter aus, kann eine Miet­minderung von 100 Prozent gerechtfertigt sein. Im Sommer wäre diese Quote zu hoch. Sind die Wände des Schlaf­zimmers von Schimmel befallen, ist eine Reduzierung der Bruttomiete um 15 Prozent angemessen, befand das Landgericht Lübeck (Landgericht Lübeck, Urteil vom 07.03.2014, Az. 1 S 106/13). Wichtig zu beachten: Die Miete kann immer nur für den Zeitraum gemindert werden, in dem der Mangel besteht.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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