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Steuerrecht | 17.01.2022

Krypto­währungen

Mining, Lending, Staking: Was steuerlich bei Krypto­währungen gilt

Was An­legerinnen und Anleger dabei beachten sollten

Wer in virtuelle Währungen investiert, muss unter Umständen seine Gewinne versteuern. Doch gibt es Freigrenzen und Ausnahmen.

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Die Zeiten, in denen Privat­anleger Krypto­währungen als Spielgeld belächelt haben, sind längst vorbei. Virtuelle Währungen wie Bitcoin, Ethereum, Ripple, Avalanche, Cardano gelten als ernst­zunehmende Alternative zu Aktien und Anleihen. Solche Investitionen versprechen hohe Renditen, aber es gibt auch Risiken: Ebenso rasant, wie die Kurse der Krypto­währungen nach oben schnellen, können sie auch wieder abstürzen. Dennoch ist der Hype um Krypto­währungen ungebrochen. Wer privat in sie investieren will, sollte sich aber mit den steuerlichen Aspekten auseinandersetzen.

Gewinne werden nicht wie Kapitalerträge besteuert

Aktuell gilt eine Investition in eine Krypto­währung steuerlich nicht als Kapital­anlage, so Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuer­zahler.

Sie verweist auf ein Urteil des Finanz­gerichts Baden-Württemberg (Az: 5 K 1996/19). Demnach sind Krypto­währungen „immaterielle Wirtschafts­güter“ und Gewinne aus Veräußerungen gelten als „sonstige Einkünfte aus privaten Veräußerungs­geschäften“.

Das bedeutet

„Damit scheidet aktuell eine Ver­steuerung der Gewinne aus Krypto­währungen als Kapital­anlage unter Inanspruch­nahme des Sparer­freibetrags aus“, so Karbe-Geßler. Die Gewinne werden also nicht wie Kapital­erträge mit der Kapital­ertrag­steuer besteuert.

Stattdessen gilt: „Die Gewinne fallen unter den persönlichen Einkommen­steuersatz“, erklärt Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucher­zentrale Bremen.

Private Veräußerungsgeschäfte

Ein privates Veräußerungs­geschäft liegt vor, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Der Gewinn einer Veräußerung ergibt sich aus der Differenz zwischen erzielten Verkaufs­preis und dem Einkaufs­preis der Krypto­währung.

Private Veräußerungs­geschäfte bleiben steuerfrei - bis zu einer Freigrenze von 600 Euro pro Jahr sowie nach einer einjährigen Spekulations­frist.

Doch: „An­legerinnen und Anleger sollten die Freigrenze nicht mit dem Freibetrag verwechseln“, sagt Oelmann. Wer nur einen Euro über der Freigrenze liegt, müsse den kompletten Gewinn aus der Veräußerung besteuern.

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Gegen Verzinsung die Kryptowährung verleihen

Es ist auch möglich, Krypto­währungen gegen eine Verzinsung zu verleihen - dann ist die Rede von Lending. „Dadurch verlängert sich die Spekulations­frist von einem Jahr auf zehn Jahre“, so Oelmann.

Die Einnahmen aus dem Lending bleiben Oelmann zufolge steuerfrei, wenn sie unter 256 Euro im Kalender­jahr liegen. Andernfalls müssen Privat­anleger sie mit ihrem persönlichen Steuersatz besteuern.

Beim Lending gibt es als Verzinsung meist eine Krypto­währung, daher sollten sich Anleger steuerlich beraten lassen - „das Thema ist sehr komplex“, so Oelmann.

Gleiches gilt für das sogenannte Staking. Dabei sperrt der Staker bestimmte Einheiten einer virtuellen Währung über einen bestimmten Zeitraum. Für das langfristige Halten der Währung bekommt er eine Belohnung - meist zusätzliche Einheiten der virtuellen Währung. Auch hier sollten Anleger einen Steuer­experten zu Rate ziehen.

Wann eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt

Oft erwerben Privat­anleger Kryptos auf Online-Markt­plätzen. Die virtuellen Währungen kann man aber auch durch Mining verdienen - also dem Schürfen. Dabei löst der Computer des Anwenders schwierige mathematische Gleichungen. Doch aufgepasst: „Gewinne aus Mining sind grund­sätzlich Einkünfte aus gewerb­licher Tätigkeit“, sagt Oelmann.

Mit der Folge, dass man je nach Umsatz einen Jahres­abschluss - in Form einer Bilanz oder Einnahme-Überschuss-Rechnung - und eine Umsatzsteuer­voranmeldung erstellen muss, erklärt Karbe-Geßler. Die Tätigkeit als Unternehmer oder Gewerbe­treibender muss man zudem dem Finanzamt melden.

Eine Ausnahme gibt es laut Oelmann nur beim Mining im geringen Umfang. Einnahmen bis 256 Euro können steuerfrei bleiben. „Aber auch das ist eine Freigrenze“, so Oelmann. Schon ein Euro über der Freigrenze, führt zur vollen Steuer­pflicht.

Und: „Die bloße Verwaltung eigenen Vermögens ist keine gewerbliche Tätigkeit“, so Karbe-Geßler. Wann eine private Vermögensv­erwaltung vorliegt und wann nicht, hängt immer auch von den Umständen des Einzelfalls ab. Im Zweifel und bei Fragen sollten An­legerinnen und Anleger sich an einen Steuer­berater oder eine -beraterin wenden.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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