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Arbeitsrecht | 15.07.2019

Minus­stunden

Minus­stunden wegen Arbeits­mangel: Darf der Arbeitgeber Minus­stunden anordnen?

Anordnung von Minus­stunden bei Arbeits­mangel nur bei entsprechenden arbeitsvertraglichen Ver­einbarungen möglich

Dass Arbeit­nehmer ab und an länger bleiben, ist keine Seltenheit. Aber was ist, wenn es mal weniger Arbeit gibt? Darf der Arbeitgeber dann Minus­stunden anordnen?

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Bei festen Arbeitszeiten keine einseitige Anordnung möglich

Eine eindeutige Antwort auf die Frage gibt es nicht. Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeits­recht aus Gütersloh, ordnet ein: „Es kommt darauf an: Was haben die Parteien vereinbart?“ Sind feste Arbeits­zeiten im Vertrag festgehalten, also zum Beispiel täglich zwischen 8.00 Uhr und 17.00 Uhr, könne der Arbeitgeber diese nicht einfach verschieben. Minus­stunden anzuordnen, ist dann nicht möglich.

Minusstunden nur bei Arbeitszeitkonto-Vereinbarung

In vielen Unternehmen gebe es aber Arbeitszeit­konten, erklärt Rechtsanwalt Johannes Schipp, der in der Arbeits­gemeinschaft Arbeits­recht im Deutschen Anwalt­verein tätig ist. Hat der Arbeitgeber entsprechende Ver­einbarungen mit Zustimmung des Betriebs­rats getroffen, können die Minus­stunden der Mitarbeiter dort erfasst werden, wenn weniger Arbeit anfällt. Oft sei das in Branchen oder Betrieben der Fall, die saisonalen Schwankungen unterworfen sind. In der Hochsaison werden insgesamt mehr, in der Nebensaison weniger Stunden abgerufen.

Vereinbarung mit Grenzen

Es werde aber meist eine Grenze für Minus­stunden vereinbart, wie Rechtsanwalt Johannes Schipp erläutert. „Sonst führt der Arbeit­nehmer irgendwann eine zu große Last von Minus­stunden vor sich her, die er gar nicht mehr aufholen kann.“

Konkrete Regelungen im Arbeitsvertrag festgeschrieben

Auf der anderen Seite können Minus­stunden entstehen, wenn der Arbeit­nehmer selbst etwa wegen eines Arzttermins später kommen möchte. Genaue Regelungen dazu seien aber grund­sätzlich immer dem Arbeits­vertrag zu entnehmen oder für den Einzelfall zu vereinbaren, so Rechtsanwalt Johannes Schipp.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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