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Baurecht | 03.01.2019

Bautagebuch

Mit dem Bautagebuch den Hausbau dokumentieren

Bautagebuch stellt durch Dokumentation des gesamten Bauablaufs wichtiges Beweis­mittel dar

Bauherren, Architekten und Bauleiter - jeder, der auf einer Baustelle den Überblick behalten muss, sollte ein Bautagebuch führen. Es hält die wichtigsten Vorgänge beim Hausbau fest und sichert Beweise, falls später Mängel auftreten.

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Auf einer Baustelle passiert ständig etwas Neues. Kaum steht der Rohbau, geben sich die Gewerke des Innenaus­baus die Klinke in die Hand. Sie verlegen Leitungen und Rohre, diese verschwinden unter Putz- oder Estrich­schichten. Um den Überblick zu behalten und später die Erinnerung aufzufrischen, ist ein Bautagebuch sinnvoll. Und es ist wichtig, falls Mängel auftreten.

Was ist ein Bautagebuch?

Der Begriff ist nicht klar definiert, der Zweck ist es schon: Es soll den Bauablauf dokumentieren. Überwacht ein Architekt den Bau, muss er diese Leistung im Rahmen der Objekt­überwachung erbringen. „Wer als Bauleiter kein Bautagebuch führt, dem drohen Honorar­kürzungen“, sagt die Architektin Friederike Proff von der Architekten­kammer Nordrhein-Westfalen. Auch Baufirmen führen Bau­tagebücher, um zum Beispiel den Stunden­aufwand ihrer Mitarbeiter fest­zuhalten. Bei einem Projekt kann es also mehrere Exemplare gleich­zeitig geben.

Ist das Bautagebuch rechtsverbindlich?

„Nein, es ist kein amtliches Dokument, hat aber durchaus eine rechtliche Bedeutung“, erklärt Johannes Jochem, Mitglied der Arbeits­gemeinschaft Bau und Immobilien­recht im Deutschen Anwalt­verein. Ein gut geführtes Bautagebuch bietet die Möglichkeit zu kontrollieren, ob Zeitpläne und Qualitätss­tandards eingehalten wurden. So kann man später in der Gewähr­leistung­sphase leichter Ursachen und Verursacher eventueller Mängel heraus­finden - ohne Bau­teilöffnung. „Kurzum: Es kann im Streitfall Beweise erleichtern.“

Was sollte inhaltlich rein?

Auch dafür gibt es keine Vorschrift, aber Erfahrungs­werte. Ein Bautagebuch sollte die wesentlichen Ereignisse auf der Baustelle erfassen, erklärt Friederike Proff. Nicht jeder Handschlag, aber wichtige Daten wie Bauabläufe, beteiligte Firmen, Anzahl der Mitarbeiter, Angaben zum Wetter und besondere Vorkommnisse sollten vorkommen. Architekten sollten auch alle Entscheidungen auf Baustellen­besprechungen festhalten. „Diese Eintragungen sollten möglichst von allen Beteiligten unter­schrieben werden.“

„Es kommt auf die Kontinuität an“, erläutert Marc Ellinger, Leiter des Regional­büros Freiburg-Südbaden im Verband Privater Bauherren: Der Bauherr sollte nach jedem Besuch der Baustelle aufschreiben, was passiert ist - oder eben nicht passiert ist. Auch wenn es keine Tätigkeit auf der Baustelle gab, sollte er dies notieren.

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Sind Form und Inhalt vorgegeben?

Grund­sätzlich steht es den Verfassern frei, was sie notieren und in welcher Form sie das Bautagebuch gestalten. Manche Bauherren stellen einfach ein buntes Fotoalbum für Familien­angehörige zusammen. „Damit die Prozesse aber auch für Außens­tehende und im Notfall sogar vor Gericht gut nachvollziehbar sind, sollte das Bautagebuch systematisch aufgebaut sein“, rät Marc Ellinger.

Es gilt also jeden Termin auf der Baustelle nach demselben Schema zu protokollieren. Dazu gehören zum Beispiel Datum, Uhrzeit und beteiligte Personen. Fotos sind auch gut. Hier gilt der Grundsatz: Vom Großen ins Kleine fotografieren - also immer erst eine Gesamt­aufnahme von der Situation machen und dann ins Detail gehen. Bei Details sollte man auch Größen­verhältnisse festhalten, also zum Beispiel einen Zollstock oder eine Münze als Vergleich daneben legen.

Ein Architekt muss den Bauablauf dokumentieren. „Wie er das macht, ist zunächst seine Sache. Er kann Notizen und Fotos machen oder auch Besprechungs­protokolle sammeln“, stellt Johannes Jochem klar. Anders sieht es aus, wenn beim Architekten­vertrag ein Pflichten­heft beigefügt ist: „Darin können alle Details vorgegeben sein. Hält der Architekt sich nicht an die vereinbarten Angaben, drohen ihm Honorar­kürzungen.“

Was kann ein Bautagebuch bewirken?

Online geführte Bau­tagebücher werden gern gelesen: „Blogs und andere Dokumentationen im Internet haben eine große Wirkung. Bauherren sollten sorgfältig mit ihrer Verantwortung umgehen und nur sachliche und korrekte Eintragungen veröffentlichen“, rät Marc Ellinger. Aber sie können ihre mediale Hoheit nutzen, um Probleme mit einzelnen Firmen zu beschreiben. „Im besten Fall sind Bau­tagebücher Instrumente zur Qualitäts­verbesserung am Bau“, sagt Marc Ellinger. Baufirmen schauen genau, was Bauherren über sie schreiben, potenzielle Kunden lernen von den Erfahrungen anderer. „Es spricht sich schnell herum, ob ein Unternehmen sorgfältig arbeitet oder nicht.“

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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