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Immobilienrecht und Mietrecht | 10.05.2016

Balkon und Terrasse

Mit dem Frühling beginnt die Balkon­saison: Pflanzen, grillen, sonnen - Doch was ist erlaubt und was nicht?

Einige der häufigsten Streit­punkte im Überblick

Endlich Frühling! In den Städten zieht es Mieter jetzt wieder auf die Balkone. Dort können sie wieder Blumen pflanzen, sich sonnen oder grillen. Mancher Nachbar oder auch der Vermieter ärgert sich aber über solche Tätig­keiten. Zu Recht?

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Kaum kommt die Frühlings­sonne raus, bietet sich in vielen Städten das gleiche Bild: Sonnen­schirme werden aufgestellt, Balkon­stühle geschrubbt und Blumen­kästen wieder bepflanzt. Allerdings sind Vermieter nicht immer einverstanden mit den Verschönerungs­maßnahmen der Mieter. Und auch mancher Nachbar fühlt sich gestört. Die Freiheit des einen endet bei den Grenzen der anderen. Wer sich nicht an Regeln hält, kann sogar eine Kündigung riskieren.

Sichtschutz

Kein Mieter muss zwingend auf einem frei einsehbaren Balkon sitzen. Aber bei der Balkon­verkleidung hat er nicht unbedingt die freie Wahl. Grund­sätzlich muss der Sichtschutz zum Stil des Hauses passen. Der Vermieter darf also vorschreiben, welche Farbe und welchen Stil eine Verkleidung haben soll. Das gilt aber nur, wenn das Gesamtbild der Wohnanlage wirklich einheitlich ist. Wenn bereits jeder Nachbar einen anderen Sichtschutz hat, dürfen Mieter für ihren Balkon Farbe und Material frei wählen.

Markise

Wann immer ein Mieter bauliche Veränderungen plant, gilt:Er muss vorher den Vermieter um Erlaubnis fragen. Denn beschädigt er die Fassade, macht er sich schaden­ersatz­pflichtig. Das gilt auch für die Montage von Markisen. Sollte auf dem Balkon die Sonnenein­strahlung aber stark sein, kann der Mieter einen Anspruch auf eine Markise haben. So ein Urteil des Amts­gerichts München (Amtsgericht München, Urteil vom 07.06.2013, Az. 411 C 4836/13).

Blumenkästen

Mieter dürfen Blumenkästen grund­sätzlich am Balkon montieren. Der Vermieter kann aber verlangen, dass man Tontöpfe und Blumen­kübel auf der Innenseite befestigt. Mieter sollten sie sturmsicher befestigen, damit sie bei einem Unwetter keinem auf den Kopf fallen können. Passiert doch etwas, weil der Mieter fahrlässig gehandelt hat, greift meist die private Haft­pflicht­versicherung.

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Satellitenschüssel

Auch dafür brauchen Mieter die Zustimmung vom Vermieter. Erfahrungs­gemäß bekommt man sie oft nicht. Sogar vor Gericht zieht kaum noch das Argument, dass man etwa seinen ausländischen Heimat­sender sehen will. Denn in den meisten Fällen ist dies auch über das Internet möglich. Ob man dieses Angebot nur kosten­pflichtig nutzen kann, spielt dabei keine Rolle. Alternativ können Mieter die Satelliten­schüssel mit einem Fuß auf den Boden stellen.

Pflanzen

Blumen für den Balkon können Mieter sich frei aussuchen. Allerdings gibt es Pflanzen, bei denen der Vermieter sein Veto einlegen kann. Rankender Wein oder Efeu zum Beispiel sind nicht ohne weiteres zulässig. Der Grund: Die Pflanzen können die Fassade oder die Wand beschädigen. Hänge­pflanzen sind hingegen wiederum kein Problem. Voraus­gesetzt, sie sind sicher angebracht und beeinträchtigen nicht die Sicht des Nachbarn.

Grillen

Ist im Mietvertrag Grillen ausdrücklich verboten, müssen sich Mieter daran halten - sonst riskieren sie eine Abmahnung oder Kündigung. Doch auch ohne ausdrückliches Verbot im Vertrag, müssen Mieter unter Umständen darauf verzichten - etwa wenn der Qualm in die Nachbar­wohnung zieht. Der Geruch und Rauchwolken können die Nachbarn stören. Ausnahme: Man lebt ganz oben und hat eine Dach­terrasse. Denn wenn der Dunst nach oben abzieht, wird keiner beeinträchtigt - somit kann sich auch keiner beschweren.

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Sonnenbaden

Je höher die Temperaturen steigen, desto weniger Kleidung haben manche auf ihrem Balkon an. Doch Vorsicht: Jeder hat ein anderes Scham­gefühl. Ist der Balkon gut einsehbar, sollten Sonnen­anbeter nicht zu freizügig sein. Denn fühlt sich jemand berechtigt gestört, droht unter Umständen ein Ordnungs­geld.

Feiern

Partys auf dem Balkon oder der Terrasse sind im Sommer beliebt. Mieter sollten aber die Ruhezeiten einhalten - also ab 22 Uhr entweder in die Wohnung gehen oder Gespräche nur noch auf Zimmerlaut­stärke führen. Wie so oft gilt auch hier: Wo kein Kläger ist, gibt es auch keinen Richter. Mieter sollten sich an das Gebot der gegenseitigen Rücksicht­nahme halten. Oft hilft auch ein offenes Gespräch mit den Nachbarn. So könne man viel Ärger vermeiden.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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