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Arbeitsrecht | 13.06.2022

Meldung der Arbeits­losig­keit

Muss ich mich zwischen zwei Jobs arbeitslos melden?

Auch eine Lücke von nur wenigen Tagen kann sich auf die Versorgung auswirken und sollte an die Bundes­agentur gemeldet werden

Jobwechsel gehören zu den meisten Berufs­laufbahnen dazu. Aber nicht immer ist der Übergang von einem ins andere Arbeits­verhältnis lückenlos. Wann muss man sich arbeitslos melden?

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Kaum jemand verbringt die gesamte Karriere beim gleichen Arbeitgeber. Arbeits­verhältnisse gehen aber auch nicht immer nahtlos ineinander über. Was ist aus rechtlicher Sicht zu beachten, wenn es zeitlich eine Übergangs­phase zwischen zwei Jobs gibt?

Meldung immer sinnvoll

Cornelia Oster, Fach­anwältin für Arbeits- und Sozialrecht in Wiesloch hat einen klaren Rat: „Ich empfehle grund­sätzlich jedem, sich arbeitssuchend beziehungs­weise arbeitslos zu melden, wenn ein Arbeits­verhältnis endet.“ Das gilt auch für alle, die schon ein neues Arbeits­verhältnis in Aussicht haben.

Behörde übernimmt Versicherungsbeiträge

Der Grund: Wer sich arbeitslos meldet, ist in der Regel über die Arbeits­agentur renten-, kranken- und pflege­versichert. „Es ist also wichtig, damit keine Lücken bei den Renten­versicherungs­zeiten entstehen.“

Wer allerdings selbst gekündigt hat, erhält üblicherweise eine zwölf­wöchige Sperrzeit von der Arbeits­agentur, während der kein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht. Laut Oster ist es aber auch in diesem Fall ratsam, sich arbeitslos zu melden. Denn selbst während der Sperrzeit übernimmt die Arbeits­agentur die Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung. Es besteht jedoch keine Versicherungs­pflicht in der Renten­versicherung.

Arbeitslosigkeit kommt mit Pflichten

„Natürlich muss man sich, wenn man sich arbeitssuchend beziehungs­weise arbeitslos meldet, den Pflichten der Versicherungs­gemeinschaft unterwerfen“, sagt Oster. Dazu kann es zum Beispiel gehören, Termine mit dem zuständigen Sach­bearbeiter wahrzunehmen oder Bewerbungen zu schreiben.

Entscheidend ist außerdem, die Fristen zu wahren, so Oster. Wer etwa von einer Kündigung erfährt, muss sich innerhalb von drei Tagen arbeitssuchend melden. Läuft ein Arbeits­verhältnis aus, muss man sich bereits drei Monate vor Beendigung des Arbeits­verhältnisses arbeit­suchend melden. Und spätestens am ersten Tag ohne Beschäftigung gilt es, sich bei der Arbeits­agentur arbeitslos zu melden.

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Vor Eigenkündigung juristische Beratung sinnvoll

Darüber hinaus gilt: Auch wer bereits ein neues Arbeits­verhältnis in Aussicht hat, sollte sich aus Sicht von Cornelia Oster nicht einfach darauf verlassen. „Selbst wenn man einen neuen Arbeits­vertrag hat: Das Arbeits­verhältnis beginnt immer mit einer Probezeit.“ Während dieser Zeit kann das Arbeits­verhältnis ohne Gründe wieder gelöst werden. Es könne zudem immer sein, dass ein Arbeits­verhältnis letztendlich doch gar nicht zustande kommt. Um für solche Fälle abgesichert zu sein, ist es ratsam, sich arbeitslos zu melden.

Oster rät ohnehin, vor jeder Eigen­kündigung eine juristische Beratung in Anspruch zu nehmen. So lasse sich vermeiden, dass man sich aus Unwissen schlechter­stellt. Oster nennt ein Beispiel: Angenommen, eine Person hat bis zum 30. Juni eine Vollzeit­stelle und beginnt zum 1. August eine Teilzeit­stelle. Dazwischen ist sie einen Monat arbeitslos.

Wird die Teilzeit­stelle dann während der Probezeit wieder gekündigt, besteht unter Umständen Anspruch auf ein höheres Arbeitslosengeld, das sich auf die voraus­gegangene Vollzeit­stelle bezieht. „Dieser Anspruch erlischt erst, wenn ich ein Jahr lang auf der Teilzeit­stelle gearbeitet habe“, so Oster.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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