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Familienrecht und Tierrecht | 07.02.2020

Scheidungs­tier

Nach der Scheidung: Wenn Ehepartner sich ums Haustier streiten

Haustiere werden bei einer Scheidung rein rechtlich wie Gegenstände behandelt

Geht eine Ehe auseinander, muss auch geklärt werden, was mit den gemeinsamen Haustieren geschieht. Das kann zu schmerzhaften Trennungen führen. Denn ein Sorgerecht wie bei Kindern gibt es nicht.

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Bello und Mieze sind geliebte Familien­mitglieder, fellweiche Tröster, beste Kumpel des Menschen. Doch wenn eine Ehe auseinander­geht, haben sie denselben Status wie Auto oder Wasch­maschine: Tiere sind zwar, so steht es in Paragraf 90a des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) „keine Sachen“. Aber „auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist“.

Tiere im Familienrecht: Rechtliche Stellung

Und das ist im Scheidungs­recht der Fall: Wurden Haustiere während der Ehe angeschafft, „sind sie ein Teil des Hausrats, der zwischen den beiden ehemaligen Partnern aufgeteilt wird“, sagt Undine Krebs, Fach­anwältin für Familien­recht aus München. Wo künftig Hunde­körbchen, Katzenkratz­baum oder Papageien­voliere stehen, muss also unter den Eheleuten aus­gehandelt werden, bevor die Scheidung vollzogen wird.

Kein Sorge- oder Umgangsrecht

Im besten Fall können sie sich einigen: Du bekommst die Wasch­maschine, ich nehme den Hund. Im schlechteren Fall tut durch den Streit ums Tier das Scheiden ganz besonders weh. Denn ein Sorge- oder Umgangs­recht, wie für Kinder vorgesehen, gibt es für Tiere nicht, erläutert Rechtsanwältin Undine Krebs.

Wer leer ausgeht, hat weder Rechte noch Pflichten

Ist die Trennung vollzogen, gehören Hund, Katze oder Meer­schweinchen einem der beiden Ex-Partner, der andere hat keine Rechte, aber auch keine Pflichten. Er darf keine Ansprüche auf regelmäßige Gassi-Runden erheben. Es kann aber auch nicht von ihm verlangt werden, Futter und Tier­arzt­kosten mitzufinanzieren.

„Streit gibt es vor allem um diese finanziellen Fragen“, beobachtet die Scheidungs­anwältin. Mancher fürchte die Kosten, mit denen vor allem bei älteren Tieren zu rechnen sei. Dann könne darüber verhandelt werden, ob das Ex-Herrchen oder -Frauchen Geld zuschießt. Manchmal werden die Tiere auch zum Druckmittel, wenn es eigentlich um ganz andere Themen gehe, um die Kinder beispiels­weise.

„Wer negativ aus der Scheidung herausgeht, weil er beispiels­weise betrogen wurde, der versucht, dem anderen auf diese Weise eins aus­zuwischen“, sagt Andreas Ackenheil. Der auf Tierrecht spezialisierte Rechtsanwalt aus Mainz wird von Scheidungs­juristen beratend hinzu­gezogen, wenn es Streit ums Tier gibt.

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Bedürfnisse des Tieres berücksichtigen

Das Wohl des Tieres gerate dabei schnell aus dem Blick und sollte doch maßgeblich sein für die Entscheidung, bei wem ein Haustier künftig leben soll, sagt Rechtsanwalt Andreas Ackenheil: „Idealer­weise setzen sich beide an einen Tisch und beraten, wer dem Tier die besten Bedingungen bieten kann.“ Ist in der neuen Wohnung überhaupt Platz genug für einen Hund? Tut es der Katze gut, künftig den ganzen Tag allein im Haus zu sein? Ist keine Einigung möglich, entscheidet der Familien­richter.

Geprüft werde dabei, ob sich das Tier Frauchen oder Herrchen eindeutig zuordnen lasse. Der Name auf dem Kaufvertrag ist bei einem Tier, das während der Ehe gemeinsam angeschafft wurde, nicht unbedingt relevant. Möglicher­weise ist doch der andere die Bezugs­person, weil er immer mit dem Hund Gassi gegangen ist. Oder es erscheint sinnvoll, den alten Kater nicht aus seinem Revier rund um das ehemalige Familien­haus zu verpflanzen.

Mehrere Tiere werden nicht automatisch aufgeteilt

Mehrere Tiere werden deshalb auch nicht automatisch auf beide Partner aufgeteilt: Ein Rudel von vier Hunden müsse zusammen­bleiben, entschied das Oberlandesgericht Nürnberg, Beschluss vom 07.12.2016, Az. 10 UF 1249/16 im Jahr 2016. Die Tiere hätten während der Trennung der Eheleute schon genug mitgemacht. Das Hunderudel dürfe nicht auch noch getrennt werden.

Berufen kann man sich im Streitfall auf ein solches Urteil allerdings nicht: „Es handelt sich immer um Einzel­fall­entscheidungen“, sagt Rechtsanwalt Andreas Ackenheil. Gute Karten habe, wer mit Rechnungen oder anderen Dokumenten belege, dass das Tier ihm zugeordnet werden könne. Noch wichtiger sind solche Dokumente, wenn sich unverheiratete Paare trennen.

Wer nachweisen kann, dass er der Eigentümer ist, bekommt das Tier. Wenn er es denn will: Nicht selten bleibt ein Tier auf der Strecke, weil keiner der beiden Partner es mehr versorgen kann, weil in der neuen Wohnung keine Hunde erlaubt sind, weil der neue Partner allergisch auf Katzenhaare reagiert.

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„Scheidungstier“ nicht über Kleinanzeige verkaufen

Wie viele der knapp 350.000 Tiere, die im Jahr in einem Tierheim in Deutschland neu aufgenommen werden, „Scheidungs­tiere“ sind, lasse sich zwar nicht beziffern, erklärt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutz­bund: „Es kommt jedoch definitiv immer wieder vor.“ Das Tier im Tierheim abzugeben, sei allemal besser, als es über eine Klein­anzeige zu verkaufen, betont sie. Schließlich wisse man nicht, „ob der neue Halter wirklich passend ist oder ob er das Tier schlimmsten­falls weiter­verkauft oder verschenkt“.

Am besten sei es aber - wenn es schon nicht bei seinen bisherigen Herrchen und Frauchen leben könne - bei Menschen aufgehoben, die ihm bereits vertraut sind, bei Bekannten, Freunden oder anderen Familien­mitgliedern. In glücklichen Jahren mag kaum jemand an eine Scheidung denken, doch eine in guten Zeiten aufgesetzte Vereinbarung kann helfen, eine bittere Auseinander­setzung ums Tier zu vermeiden.

Bei Streit ums Tier kann Mediation helfen

Auch Partnern, die sich schon zur Trennung ent­schlossen haben, kann das noch gelingen, ist Mediatorin Christina Wenz aus Kaiserslautern überzeugt. Streit­fälle rund um Tiere sind einer ihrer Arbeits­schwerpunkte. „Am besten schreibt jeder seine Bedürfnisse auf: Was kann er in Bezug auf das Tier leisten, warum ist es ihm wichtig, den Kontakt zu halten, wie soll mit den Kosten verfahren werden?“

Fällt es den zerstrittenen Eheleuten schwer, sachlich miteinander zu sprechen, lasse sich Möglicher­weise mit Hilfe einer Mediation eine Lösung erarbeiten, die allen gerecht wird, den Menschen wie den Tieren. Vielleicht wohnt der Hund dann zwar beim Frauchen, aber Herrchen geht in der Mittags­pause Gassi und beteiligt sich an den Kosten fürs Futter. „Es ist doch viel besser, gemeinsam eine Regelung für das gemeinsame Tier zu treffen“, sagt Christina Wenz, „als diese Frage in die Hände eines Richters zu geben.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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