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Erbrecht | 24.05.2022

Testaments­voll­strecker

Nachlass­regelung: Kann man einen Testaments­voll­strecker absetzen?

Entlassung ist bei Unfähigkeit oder Pflicht­verstoß möglich

Der Erbfall ist da. Doch die Hinter­bliebenen kommen nicht mit dem Testaments­voll­strecker klar? Das kommt vor und kann ein Problem sein. Denn so ohne weiteres wird man ihn nicht los.

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Wenn Hinter­bliebene das Testament eines verstorbenen Angehörigen lesen, fallen sie mitunter aus allen Wolken. Denn nicht selten kommt es vor, dass der Erblasser oder die Erblasserin einen Testaments­voll­strecker benannt hat - wovon niemand etwas wusste. Was aber tun, wenn es zwischen Erben und Testaments­voll­strecker menschelt?

Pflichten des Testamentsvollstreckers

Ein Testaments­voll­strecker soll dafür sorgen, dass mit dem Erbe einer verstorbenen Person in deren Sinne umgegangen wird. Er soll bestimmte Vorgaben, womöglich auch gegen den Willen der Erben, durchsetzen. Etwa, dass ein Haus im Familien­besitz bleibt und nicht verkauft wird. Nur: Das funktioniert nicht immer harmonisch. Manchmal möchten Erben den Testaments­voll­strecker am liebsten einfach loswerden.

Absetzung des Testamentsvollstrecker: „Emotionale Befindlichkeiten reichen nicht

Doch so einfach geht das nicht. „Emotionale Befindlich­keiten reichen nicht, um einen Testaments­voll­strecker abzusetzen“, Jan Bittler, Fachanwalt für Erbrecht. Damit es dazu kommt, muss sich der Testaments­voll­strecker gravierende Fehlgriffe geleistet haben. Das letzte Wort über eine mögliche Absetzung hat immer das Nachlass­gericht.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es dazu konkret: „Das Nachlass­gericht kann den Testaments­voll­strecker auf Antrag eines der Beteiligten entlassen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt; ein solcher Grund ist insbesondere grobe Pflicht­verletzung oder Unfähigkeit zur ordnungs­gemäßen Geschäfts­führung.“

Das letzte Wort hat das Nachlassgericht

Eine grobe Pflicht­verletzung liegt laut Fachanwalt Eberhard Rott zum Beispiel vor, wenn der Testaments­voll­strecker nachweislich Gelder veruntreut hat. Oder, wenn er im Testament verfügte Anordnungen missachtet, schlicht nicht tätig wurde oder aus reinem Eigennutz handelte.

„Eine Unfähigkeit zur ordnungs­gemäßen Geschäfts­führung kann sich etwa darin zeigen, dass kein Nachlass­verzeichnis angelegt und gepflegt wurde“, sagt Rott. Oder, dass der Testaments­voll­strecker seiner Informations­pflicht gegenüber den Hinter­bliebenen nicht nach­gekommen ist.

Ist der Testaments­voll­strecker für längere Zeit erkrankt oder aus beruflichen oder privaten Gründen nicht in der Lage, sich um den Nachlass zu kümmern, sind die Erfolgs­aussichten eines Antrags auf Absetzung ebenfalls gut.

Leichte Pflicht­verletzungen reichen indes nicht aus, um einen Testaments­voll­strecker seines Amtes zu entheben. „Es ist Sache des Antrag­stellers nach­zuweisen, dass der Testaments­voll­strecker vorsätzlich oder fahrlässig seine Pflichten verletzt hat“, sagt Jan Bittler. Ob das so ist, prüft das Nachlass­gericht.

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In manchen Fällen ist der Testamentsvollstrecker enorm wichtig

Was aber passiert, wenn das Nachlass­gericht den Testaments­voll­strecker wirklich absetzt? „Ob das Gericht einen neuen Testaments­voll­strecker einsetzt, hängt von den jeweiligen Umständen ab“, sagt Eberhard Rott. Womöglich ist im Testament eine Ersatz­person für den Fall bestimmt, dass der Testaments­voll­strecker - aus welchen Gründen auch immer - ausfällt.

Ist dazu nichts festgelegt, muss das Gericht interpretieren, was wohl im Sinne des oder der Verstorbenen wäre. „Ganz sicher wird es wohl einen neuen Testaments­voll­strecker geben, wenn die Erben noch minder­jährig sind“, so Rott. Oder, wenn das Gericht die Erben etwa aufgrund ihres Alters für zu unerfahren befindet, sich selbst um den Nachlass zu kümmern.

Gleiches gilt bei einem behinderten Erben. „Gerade in einem solchen Fall kann ein Testaments­voll­strecker enorm wichtig sein“, sagt Bittler. Das hat folgenden Hintergrund: Damit das Erbteil des Kindes mit Handicap nicht komplett an den Staat geht, der für Heim- und Pflege­kosten aufzukommen hat, muss der Erblasser oder die Erblasserin ein Behinderten­testament aufgesetzt haben. So ist es dem Staat nicht möglich, das Erbe einzufordern. Bittler: „Der Testaments­voll­strecker verwaltet dann für das Kind mit Behinderung das Erbe und bezahlt aus den Erträgen etwa eine schöne Reise.“

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Finden sich keine Pflichtverletzungen, gibt es Alternativen

Nun ist dem Testaments­voll­strecker aber nichts vorzuwerfen. Er oder sie erfüllt die Aufgaben und Pflichten ordnungs­gemäß - aber der ein oder andere Hinter­bliebene ist schlicht nicht einverstanden mit der Person. Und nun? „In solchen Fällen bietet es sich an, gemeinsam mit einem Anwalt oder einer Anwältin eine Strategie aufzubauen“, sagt Anwalt Eberhard Rott.

Eine Option könne etwa sein, die Erbschaft auszu­schlagen und sich nur noch den Pflichtteil zu sichern. „Das bedeutet zwar, dass man nur noch die Hälfte des Erbteils bekommt, aber man kann sich so vom Testaments­voll­strecker loslösen“, sagt Rott.

Eine andere Option: Das Testament anfechten und dabei die Frage aufwerfen, ob sich der Erblasser oder die Erblasserin womöglich mit der Einsetzung eines Testaments­voll­streckers geirrt haben könnte.

Was auch geht, um den Testaments­voll­strecker loszuwerden: „Das Erbteil verkaufen“, sagt Rott. Das ist aber nur möglich, wenn der Erblasser oder die Erblasserin genau diese Variante nicht per Testament ausgeschlossen hat.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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