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Arbeitsrecht, Steuerrecht, Verbraucherrecht und Vertragsrecht | 08.12.2021

Änderungen 2022

Neu ab 1. Januar 2022: Das ändert sich im neuen Jahr

Worauf wir uns 2022 einstellen müssen im Überblick

Der 1. Januar ist ein besonderes Datum. Nicht nur, weil es der erste Tag in jedem neuen Jahr ist. Sondern auch, weil an diesem Tag häufig neue Regelungen in Kraft treten.

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Neues Jahr, neues Glück - oder besser: neue Regeln. Denn die treten jedes Jahr pünktlich zum 1. Januar in Kraft. Das ist auch dieses Jahr nicht anders.

Höherer Grundfreibetrag

2022 steht Steuer­zahlern etwas mehr Geld steuerfrei zur Verfügung, denn der Grundfrei­betrag steigt um 204 Euro. Damit soll das Existenz­minimum für Erwachsene steuerfrei gestellt werden, erklärt der Bund der Steuer­zahler in Berlin.

Das heißt, es werden bei einem Ledigen erst ab einem zu ver­steuernden Einkommen von mehr als 9948 Euro im Jahr Einkommen­steuer fällig. Bei Ehepaaren beziehungs­weise ein­getragenen Lebens­partnern verdoppelt sich der Betrag auf 19 896 Euro.

Höhere Vorsorgeaufwendungen abziehbar

Vorsorge­aufwendungen für das Alter können 2022 steuerlich besser abgesetzt werden. Für die Berücksichtigung der Sonder­ausgaben gilt nach Angaben des Bundes der Steuer­zahler 2022 ein Höchstb­etrag von 25 639 Euro.

Maximal können davon im kommenden Jahr 94 Prozent abgesetzt werden. Das heißt, Allein­stehende können 24 101 Euro und Ehepaare beziehungs­weise eingetragene Lebens­partner 48 202 Euro steuerlich geltend machen.

Höherer Steueranteil für Neurentner

Bei der Renten­besteuerung erhöht sich ab 1. Januar der steuer­pflichtige Renten­anteil von 81 auf 82 Prozent. Somit bleiben nur noch 18 Prozent der ersten vollen Brutto­jahres­rente steuerfrei, erklärt der Steuer­zahler­bund.

Dieser Anteil gilt für im Jahr 2022 neu hinzu­kommende Rentner­jahrgänge. Bei Bestands­renten bleibt der festgesetzte steuerfreie Renten­betrag bestehen. Rentner müssen seit 2005 einen Teil ihrer Alters­bezüge versteuern. Der steuerfreie Freibetrag reduziert sich seitdem jährlich.

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Zuschuss für betriebliche Altersversorgung

Wer seit 2019 eine betrieb­liche Alters­vorsorge abgeschlossen hat, bekommt 15 Prozent Zuschuss vom Arbeitgeber. Ab 2022 muss dieser Zuschuss auch für Alt­verträge gezahlt werden, erklärt die Stiftung Warentest.

Den vollen Zuschuss erhält, wessen Verdienst unterhalb der Beitrags­bemessungs­grenze für die gesetzliche Kranken­versicherung liegt - die beträgt 58 050 Euro brutto im Jahr 2022. Bei höherem Verdienst darf der Zuschuss gleitend abgesenkt werden.

Garantiezins für Lebensversicherungen sinkt

0,25 Prozent - das ist der Höchstr­echnungsz­ins für neue Lebens- und Renten­versicherungen, der ab dem 1. Januar 2022 gilt. Bis dahin beträgt der Zins nach Angaben der Stiftung Warentest noch 0,9 Prozent.

Der Höchstr­echnungsz­ins ist der Zinssatz, den Versicherungs­unternehmen ihren Kundinnen und Kunden maximal auf ihren Sparanteil zusagen dürfen. Der neue Satz gilt aber nur für neue Verträge. Bestehende Verträge sind nicht betroffen.

Corona-Bonus läuft aus

Arbeitgeber können Mit­arbeiterinnen und Mitarbeitern einen Bonus von bis zu 1500 Euro steuer- und sozial­versicherungs­frei auszahlen oder als Sach­leistungen gewähren. Erfasst werden Sonder­leistungen, die Beschäftigte zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. März 2022 erhalten, erklärt der Bund der Steuer­zahler. Voraussetzung ist, dass die Sonder­zahlung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt.

Ist eine Extra-Prämie für Arbeit­nehmerinnen und Arbeit­nehmer geplant, sollte diese also möglichst bald gewährt werden, denn ab April 2022 werden dafür wieder Steuern und Sozial­abgaben fällig.

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Sachbezugsfreigrenze steigt

Zum 1. Januar 2022 wird die Sachbezugs­freigrenze von bisher 44 Euro monatlich auf 50 Euro angehoben. Die Freigrenze gilt nach Angaben des Steuer­zahler­bundes für Sach­zuwendungen, etwa Gutscheine, die Beschäftigten monatlich überlassen werden. Bis zur Freigrenze können die Zuwendungen steuerfrei behandelt werden.

Wichtig zu beachten: Es handelt sich um eine Freigrenze. Das Überschreiten um nur 1 Cent der Grenze führt zu einer Steuer­pflicht des gesamten zugewendeten Betrages. Ein Zusammenrechnen der monatlichen Beträge auf einen Jahres­betrag ist nicht zulässig.

Mindestlohn steigt

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab dem 1. Januar von 9,60 Euro auf 9,82 Euro pro Stunde. Zum 1. Juli 2022 soll er dann noch einmal um weitere 63 Cent auf 10,45 Euro pro Stunde angehoben werden, erklärt die Verbraucher­zentrale NRW.

Der neue Mindestlohn gilt auch für Minijobs. Wer zurzeit weniger verdient, dessen Stundenlohn muss angehoben werden. Wichtig: Der Verdienst darf 450 Euro monatlich trotzdem nicht überschreiten. Soll die Beschäftigung weiterhin als Minijob fortgeführt werden, muss daher unter Umständen die Arbeitszeit neu kalkuliert werden. Ansonsten wird das Arbeits­verhältnis sozial­versicherungs­pflichtig.

Beweislastumkehr im Kaufrecht

Für alle Kauf­verträge, die ab dem 01. Januar 2022 geschlossen werden, gilt eine neue Beweislast­regel, erklärt die Verbraucher­zentrale NRW. Bisher wurde bei Fehlern oder Defekten innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf angenommen, dass der Mangel schon beim Kauf vorlag. Diese Frist wird nun auf 12 Monate ausgeweitet.

Dies hat für Kundinnen und Kunden den Vorteil, dass im ersten Jahr nach Erhalt der Ware vermutet wird, dass es sich bei einem auf­tretenden Fehler um einen anfänglichen Sachmangel handelt und somit Gewähr­leistungs­rechte geltend gemacht werden können.

Kürzere Kündigungsfristen

Bisher stand in vielen Allgemeinen Geschäfts­bedingungen, dass Laufzeit­verträge drei Monate vor Ablauf der Vertrags­laufzeit gekündigt werden müssen. Ansonsten würden sie sich um ein Jahr verlängern.

Für Verträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen werden, gilt dies nicht mehr, erklärt die Verbraucher­zentrale NRW. Diese dürfen nur noch eine Kündigungs­frist von einem Monat haben. Das heißt, Verbraucherinnen und Verbraucher können die Verträge dann jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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