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Tierrecht | 20.09.2019

Tier­bestattungen

Ob Hund, Katze oder Hamster: Welches Tier darf im Garten begraben werden?

Die vier legalen Möglichkeiten zur Bestattung von Haustieren

Wenn das Haustier stirbt, ist Trauer angesagt. Und es stellt sich die Frage: Wohin mit dem toten Tier? In den meisten Fällen bieten sich vier Alternativen an.

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Klamm­heimlich hat sich die Frau in den Abend­stunden mit dem Spaten in der Hand zu der Wiese am Dorfrand geschlichen. Dort hat ihr Kater Benni sich zu Lebzeiten gerne gesonnt und so manche Maus gefangen. Nun ist Benni tot und Frauchen will ihn mangels eigenen Gartens auf der geliebten Wiese begraben. Erlaubt ist das nicht.

Keine Bestattung außerhalb des eigenen Grundstücks

„Außerhalb des eigenen Grundstücks ist so etwas laut Tier­körper­beseitigungs­gesetz verboten, also auch in Wald und Flur“, sagt Martin Struck, Vorsitzender vom Bundes­verband Tier­bestatter in Dortmund. Wird man erwischt, drohe ein Bußgeld bis zu 15.000 Euro.

Beim eigenen Vierbeiner hat der Eigentümer mindestens vier legale Möglichkeiten, mit dem toten Tier umzugehen: Er kann es in eine Tier­körper­beseitigungs­anstalt bringen, es in einem Tier­krematorium einäschern, bei einem Präparator ausstopfen oder beerdigen lassen. Wer dagegen ein fremdes totes Tier findet, sollte zum Telefon greifen und den Fund dem Ordnungsamt melden. Die Behörde bringt den Findling, wie gesetzlich vorgeschrieben - in die Tier­körper­beseitigungs­anstalt.

Kleine Tiere dürfen auch in die Mülltonne

Bei einem kleinen Tier gibt es - egal ob es das eigene oder ein gefundenes ist - zudem eine weitere Variante: Es darf in die Tonne für den Restmüll gelegt werden - aber keinesfalls in die Biotonne. „Als kleine Tiere gelten etwa Vögel und Hamster“, erklärt der auf Tierrecht spezialisierte Rechtsanwalt Andreas Ackenheil aus der Nähe von Mainz.

Eine weitere Ausnahme sind sehr große Haustiere. Für sie ist eine Beerdigung auch im eigenen Garten illegal, wobei es hierbei keine exakten Vorgaben in Sachen Größe oder Gewicht gibt. „Wolfshunde und Doggen sind so an der Grenze“, meint der Jurist.

Also darf alles zwischen Hamster und Wolfshund im Garten seine letzte Ruhe finden, voraus­gesetzt er ist nicht nur gepachtet, sondern gehört dem Tierhalter. Zudem darf der Garten nicht in einem Natur- oder Wasser­schutz­gebiet liegen. Schließlich entweichen Leichen­gifte aus dem toten Tier.

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Das Grab im Garten muss 50 Zentimeter tief sein

Laut Tier­körper­beseitigungs­gesetz muss das Grab im Garten mindestens ein bis zwei Meter von der Grundstücks­grenze entfernt liegen und mindestens 50 Zentimeter tief sein. Je tiefer, desto besser -schließlich sollen die Überreste des Lieblings nicht von anderen Tieren wieder ausgebuddelt werden. Grab­beigaben sind verboten. Das Tier soll in ein Material eingewickelt werden, dass der Natur nicht schadet, zum Beispiel in Wolldecken, Zeitungen oder Handtücher.

Wie die Gräber in den Gärten üblicherweise aussehen, ist nicht bekannt. Auf den Tier­friedhöfen werden gerne Gedenk­steine mit einer persönlichen Inschrift genommen - so etwa auf dem Tier­friedhof in Bad Homburg, dem zweit­ältesten seiner Art in ganz Deutschland. „Streunen war Dein Leben“ steht etwa auf dem Grabstein der Katze Minki, deren Streuner­leben schon nach drei Jahren zu Ende war.

Inschriften wie „Ewig mein Dackel-Mädchen“

„Du bist das Beste, was mir im Leben passiert ist“, heißt es über die Katze Püppchen. „Danke, dass es Dich gab“, „Du wirst immer in unserem Herzen sein“ oder „Ewig mein Dackel-Mädchen“ lauten weitere Inschriften. Auf manchen Gräbern stehen Blumen. Mittlerweile gibt es über 120 Tier­friedhöfe in Deutschland, darunter auch Natur­friedhöfe. Eine Beerdigung kostet meist zwischen 100 bis 300 Euro.

Eine weitere, häufig genutzte Möglichkeit ist es, sein Tier in einem Krematorium verbrennen zu lassen. „Der Gedanke daran fällt manchen Leuten schwer“, weiß der auf Tierrecht spezialisierte Rechtsanwalt Andreas Ackenheil. Auch er persönlich habe diese Bedenken gehabt, sei aber über den pietät­vollen Umgang sehr überrascht gewesen.

In diesem Fall gibt es etliche Alternativen. Es fängt an mit der Wahl zwischen einer Einzel­kremierung und dem Verbrennen von mehreren Tieren gleich­zeitig - wobei die erste Variante die teurere ist. Auf Wunsch wird die Asche dem Tierhalter in der zuvor aus­gewählten Urne zugeschickt. Soll diese vergraben werden, gelten dieselben Regeln wie für die Beerdigung des intakten Tier­körpers: Die Bestattung ist nur auf dem eigenen Boden gestattet.

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Asche darf nicht in Wohngebiet verstreut werden

Die Urne muss in diesem Fall natürlich aus einem Material bestehen, das verrottet. Wer sie nicht vergraben, sondern etwa im Wohnzimmer aufheben will, kann ein haltbares Gefäß wählen. Die Asche darf auch verstreut werden - aber natürlich nicht in bewohntem Gebiet.

Im Tier­krematorium „Rosengarten“ - nach eigenen Angaben Markt­führerin Deutschland bezogen auf die Anzahl der Standorte - werden überwiegend Hunde eingeäschert, gefolgt von Katzen. Auch Nagetiere, Vögel und Reptilien werden ins Krematorium gebracht, wie das Unternehmen mitteilt. Vor 20 Jahren wurde der „Rosengarten“ gegründet, mittlerweile hat das Unternehmen bundesweit 40 Filialen.

Etwa 85 Prozent der Tierhalter wollen die Asche ihres Tieres wieder haben, zum Beispiel in einer Urne oder in einem Schmuck­stück. Die Preise für eine Einzel­kremierung liegen - je nach Gewicht des Tieres zwischen 105 Euro und 315 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das Gefäß.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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