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Arbeitsrecht | 03.06.2022

Arbeits­zeugnis

Ohne Knick, mit Gruß? Diese Standards gelten fürs Arbeits­zeugnis

Fragen und Antworten im Überblick

Arbeits­zeugnisse sind noch immer wichtiger Bestandteil für Bewerbungen. Allerdings taugt längst nicht jedes Zeugnis als Aushänge­schild. Ein Rechts­experte erklärt, welche Mindest­anforderungen gelten.

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Ob Form oder Inhalt: Arbeits­gerichte müssen sich immer wieder mit Streit­fällen zum Arbeits­zeugnis auseinandersetzen. Aber was ist in Sachen Zeugnis eigentlich Pflicht, was Kür und was gar nicht zulässig? André Niedostadek, Professor für Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrecht an der Hochschule Harz, klärt über häufige Irrtümer auf.

Was muss eigentlich mindestens im Arbeitszeugnis stehen?

Ein Zeugnis muss mindestens Angaben zur Dauer und Art der Tätigkeit enthalten, also den Beschäftigungs­beginn und gegebenenfalls die beruflichen Stationen mit einer Beschreibung der Aufgaben. Man nennt das ein einfaches Zeugnis.

Regelmäßig steht in einem Zeugnis aber mehr. Zu den weiteren Aspekten zählt zum einen die Leistung, wie etwa Belastbarkeit oder Selbst­ständigkeit. Zum anderen gehört dazu das Verhalten, etwa gegenüber Vor­gesetzten, Kollegen oder Geschäfts­partnern. Man spricht hier von einem qualifizierten Zeugnis.

Ein solches Zeugnis ist also wesentlich ausführlicher, informativer und damit aussage­kräftiger. Beschäftigte nutzen es regelmäßig als Bewerbungs­unterlage und potenzielle künftige Arbeitgeber als Grundlage für eine Personal­entscheidung. In der Praxis hat sich ein typischer Aufbau eines Zeugnisses etabliert.

Muss das Zeugnis auch bestimmte formale Kriterien erfüllen?

Klares Ja! Tatsächlich dreht sich bei Streitig­keiten um ein Zeugnis überraschender­weise längst nicht alles um den Inhalt, sondern auch um die Form. Ein Zeugnis ist zunächst einmal schriftlich anzufertigen. Das heißt, es geht nicht elektronisch per Mail. Wenn ein Unternehmen eigenes Firmen­papier verwendet, muss es das auch für das Zeugnis nutzen.

Das Zeugnis ist, um den formellen Anforderungen zu genügen, zu unterschreiben. Eine eingescannte Signatur reicht nicht. Dass ein Zeugnis sauber und sorgfältig auszusehen hat, sollte ohnehin selbstverständlich sein.

Um die Vielfalt an Fragen, die die Rechtsprechung so beschäftigen, einmal aufzuzeigen: Darf man ein Zeugnis eigentlich knicken, etwa um es zu versenden? Ja, hat das Bundes­arbeits­gericht bereits vor längerer Zeit entschieden. Jedenfalls sofern der Knick beim Anfertigen von Kopien nicht auffällt.

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Was steht am Schluss des Arbeitszeugnisses?

Arbeits­zeugnisse enden meist mit einer sogenannten Schluss­formel. Darin äußert der Arbeitgeber sein Bedauern über das Ende des Arbeits­verhältnisses, bedankt sich für die geleistete Arbeit und verbindet das zugleich mit guten Wünschen für die weitere berufliche und manchmal auch private Zukunft.

Die konkreten Formulierungen können sich aber gewaltig unter­scheiden. Es ist schon etwas anderes, ob man beispiels­weise das Ausscheiden bedauert, sehr bedauert oder womöglich außer­ordentlich bedauert. Die Wirkung der Schluss­formel kann also immens sein und das berufliche Weiter­kommen beeinflussen.

Wenn es oft heißt, der erste Eindruck sei entscheidend, ist es bei Zeugnissen manchmal also umgekehrt: Da findet sich Spannendes nicht zu Anfang, sondern am Ende. Deswegen ist eine gute Schluss­formel auch für ehemalige Beschäftigte interessant, da sie das Zeugnis aufwertet.

Jetzt kommt das Aber: Beschäftigte können nicht verlangen, dass ein Arbeits­zeugnis überhaupt eine Schluss­formel enthält. Das hat das Bundes­arbeits­gericht in einer recht aktuellen Ent­scheidung Anfang des Jahres noch einmal betont und damit seine bisherige Rechtsprechung bestätigt. Arbeitgeber können also durchaus komplett auf eine Schluss­formel verzichten.

Offen gelassen hat das Gericht allerdings, ob das auch dann gilt, wenn der Arbeitgeber in den von ihm erteilten Arbeits­zeugnissen standardmäßig entsprechende Schluss­formeln verwendet.

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Bis wann muss das Zeugnis eigentlich vorliegen?

Mit der Beendigung des Arbeits­verhältnisses wird das Zeugnis fällig. Es ist dann zeitnah auszustellen, was in vielen Unternehmen auch unproblematisch läuft. Weil die Zeugnis­erstellung immer individuell erfolgt und wegen der Formulierungen durchaus anspruchs­voll ist, wird man etwas Bearbeitungs­zeit gewähren müssen. Zwei Wochen gelten da als durchaus angemessen.

Arbeitgeber sollten das auch nicht auf die lange Bank schieben. Das kann nämlich zum Schaden­ersatz verpflichten, selbst wenn die Hürden dafür recht hoch sind. Umgekehrt sollten Beschäftigte nicht zu lange warten, ein Zeugnis anzufordern. Wer sich nicht darum kümmert, riskiert nämlich, den Anspruch auf ein Zeugnis zu verlieren. Regelmäßig verjährt der Anspruch nach drei Jahren.

Muss ich mein Zeugnis selbst formulieren, wenn mein Arbeitgeber das verlangt?

Das Zeugnis ist zwar vom Arbeitgeber auszustellen, der gegenüber einem künftigen neuen Arbeitgeber für die Richtigkeit einzustehen hat. Beschäftigte können einen Entwurf aber durchaus selbst erstellen. Ob das immer sinnvoll ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt, gerade weil einzelne Formulierungen durchaus einen Draht­seilakt darstellen können.

Es empfiehlt sich, dass Arbeitgeber und Beschäftigte einen Entwurf vor der finalen Version gemeinsam durch­sprechen, um etwaigen Miss­verständnissen und Streitig­keiten vorzubeugen. Zumindest sollten Beschäftigte einen Entwurf von fach­kundigen Dritten überprüfen lassen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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