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Internetrecht und Verbraucherrecht | 21.03.2018

Rechts­beratung

Online-Rechts­beratung: Wann sich eine Rechts­beratung im Internet lohnt

Anwalts­tipps aus dem Internet können hilfreich sein - Nutzer sollten aber auf Transparenz der Anbieter achten

Rund um die Uhr können sich Verbraucher über Anwalts­portale juristisch beraten lassen. Auch am Wochenende, und oft auch am Telefon. Für welche Fälle ist das sinnvoll?

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Manchmal soll es schnell gehen. Um ein juristisches Problem zu klären, wollen viele mitunter nicht erst einen Termin in einer Anwalts­kanzlei vereinbaren - sondern lieber gleich vom Sofa aus Informationen einholen. Wer im Internet die Such­begriffe „Rechts­beratung online“ oder „telefonische Rechts­beratung“ eingibt, erzielt viele Treffer.

Ob über ein Internetportal oder am Telefon

Rechts­beratung ist so oft rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche möglich. „Bei einfach gelagerten Fällen kann eine solche Vorgehensweise empfehlens­wert sein“, sagt Anke Kirchner, Justiziarin bei der Verbraucher­zentrale Nieder­sachsen in Hannover.

Das gilt für Fragen wie: Darf der Vermieter einem innerhalb von zwei Jahren die Miete erhöhen? Oder: Kann die Chefin ihrem Mitarbeiter den bereits bewilligten Urlaub wegen einer unerwarteten Auftrags­welle streichen? Hier gibt es in der Regel schnell einen Ratschlag über ein Portal oder am Telefon.

Auch kann ein Anwalt online oder telefonisch eine erste Einschätzung geben, ob es sinnvoll ist, sich etwa gegen den Bußgeld­bescheid aus dem Ausland wegen zu schnellen Fahrens schriftlich zur Wehr zu setzen oder besser gleich zu zahlen.

Bei komplizierten Sachverhalten ist eine persönliche Beratung vor Ort ratsam

„Sobald der Sachverhalt aber etwas komplizierter ist, sollte ein Anwalt vor Ort aufgesucht werden“, erklärt Anke Kirchner. Das ist etwa der Fall, wenn auf Seiten des Anwalts erst viel Schrift­verkehr gesichtet werden muss, um sich ein Bild von einem bestimmten Problem zu machen.

Zu den komplizierteren Sach­verhalten zählen der Streit um das Sorgerecht für die Kinder bei einer Scheidung. Oder die Frage, inwiefern es unter Umständen sinnvoll, ein Testament anzufechten.

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Fragestellung entscheidend für die Qualität der Antwort

Grund­sätzlich gilt für alle Beratungen: „Die Antwort kann aber immer nur so gut sein, wie die Frage formuliert ist“, stellt Eugenie Zobel-Kowalski von der Stiftung Warentest klar. Wichtig ist es daher, dass der Ratsuchende sich präzise ausdrückt und wichtige Informationen nicht weglässt.

In einigen Portalen können Nutzer Dateien hochladen und sie dem Anwalt schicken. Um sich zu vergewissern, ob sie in einem seriösen Portal unterwegs sind, sollten Nutzer aber vorher einen Blick ins Impressum werfen, um zu sehen, wer der Anbieter ist, rät die Berliner Rechtsanwältin Nathalie Grudzinski. Sie ist Mitglied der Arbeits­gemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwalt­verein (DAV).

Keine juristische Fachkompetenz notwendig

Zudem sollten Verbraucher in den Geschäfts­bedingungen nachsehen, mit wem sie einen Beratungs­vertrag eingehen. „Juristische Fach­kompetenz muss der Anbieter letztlich nicht haben, solange der Beratungs­vertrag mit einem Anwalt zustande kommt“, betont die Rechtsanwältin Nathalie Grudzinski.

Anfallende Kosten vor Beginn der Beratung klären

Bevor es mit dem Fragen losgeht, muss erst einmal die Gebühren­frage erörtert werden. Bei einer Beratung am Telefon wird häufig pro Minute abgerechnet. Die Verbraucher­zentrale Nieder­sachsen zum Beispiel, die ebenfalls fern­mündlich in Rechts­fragen berät, berechnet laut Kirchner pro Minute 1,50 Euro.

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Manchmal bestimmt der Kunde den Preis

In einigen Portalen dürfen Ratsuchende selbst den Preis festlegen - sie dürfen also vorgeben, wie viel ihnen der erhaltene Rechtstipp wert war. Andere Portale unterbreiten Festpreise. Es kann aber auch sein, dass in einigen Portalen Anwälte Preis­vorgaben machen.

„Das Preis-Angebot eines Anwalts müssen Ratsuchende aber nicht sofort annehmen“, erklärt Eugenie Zobel-Kowalski. Das Rechts­anwalts­vergütungsgesetz lässt durchaus Spielraum für Verhandlungen. Oft kommt bei einer Beratung am Telefon auf Basis der vereinbarten Kosten ein Beratungs­vertrag zustande, der per Mail verschickt wird.

Auf Transparenz des Anbieters achten

Sollen die AGB in den Vertrag einbezogen werden, muss der Fragende bei Vertrags­schluss ausdrücklich darauf hingewiesen werden. „Außerdem muss es ihm möglich sein, die AGB einzusehen“, erläutert die Rechtsanwältin Nathalie Grudzinski. Das sorgt für Transparenz.

Doch selbst dem versiertesten Juristen kann bei der Beratung ein Fehler unterlaufen. Grund­sätzlich gilt: „Bei falscher Beratung ist nicht das einzelne Portal der Ansprech­partner, sondern der Rechtsanwalt“, erklärt Eugenie Zobel-Kowalski. Auf den Anwalt sollten Betroffene dann zugehen und gemeinsam mit ihm nach einer Lösung suchen.

Probleme beim Datenschutz

„Im Zweifel steht die Berufs­haft­pflicht­versicherung des Anwalts für mögliche Schäden gerade“, betont Rechtsanwältin Nathalie Grudzinski. Schlecht sieht es bei Portalen häufig in Sachen Datenschutz aus, wie Eugenie Zobel-Kowalski betont. „Viele von ihnen verwenden Tracking-Dienste und sammeln so Infos über die Besucher - etwa über ihre Standorte.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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