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Verbraucherrecht | 31.07.2019

Einkaufen

Online-Shopping oder doch lieber ins Geschäft - was ist besser?

Kombination von beiden Varianten kann vorteil­hafte Lösung sein

Online einzukaufen, ist praktisch. Unpraktisch wird es aber, wenn man die Hälfte der Sachen doch wieder zurückschicken muss. Ist das Einkaufen im Laden am Ende also doch besser? Oder wie sieht der goldene Mittelweg aus?

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Das Internet macht es möglich: Man sitzt zu Hause gemütlich auf dem Sofa, nimmt einen Laptop in die Hand und kauft ein. Ob Kleidung, Bücher, Lebens­mittel oder Medikamente -der Online­handel in Deutschland boomt.

Vorteil vom Internet-Shopping

Laut Digital­verband Bitkom shoppt jeder fünfte Internet­nutzer mehrmals pro Woche oder sogar täglich online. Die Vorteile: Verbraucher können unabhängig von Laden­öffnungs­zeiten einkaufen, und die Waren bekommen sie nach Hause geschickt.

Auch Preise lassen sich im Netz oft gut vergleichen und so günstige Angebote finden. Nach einer Bitkom-Umfrage haben 52 Prozent der Verbraucher die Erfahrung gemacht, dass es sich im Netz billiger einkaufen lässt als im Geschäft.

Im Geschäft kann der Kunde die Waren ausprobieren

„Das heißt aber nicht, dass man im Netz immer die besten Preise erzielen kann“, sagt Georg Tryba von der Verbraucher­zentrale NRW in Düsseldorf. „Mitunter gibt es im Geschäft bessere Angebote.“ Solche Angebote lassen sich allerdings nicht vom Sofa aus entdecken.

Wer in einen Laden geht, kann von einem Vorteil des stationären Handels profitieren: Im Geschäft hat der Kunde die Waren direkt vor Augen. „Das ist etwas anderes, als sich die Bilder von den Produkten im Internet anzugucken“, so Georg Tryba von der Verbraucher­zentrale NRW in Düsseldorf. Zudem kann der Kunde die Ware befühlen und anprobieren.

Allerdings gilt dann auch: Gekauft ist gekauft. Denn mangelfreie Ware können Kunden nur auf Kulanzbasis zurück­geben. Wenn einem im Laden gekaufte Produkte nicht gefallen, muss sie der Händler nicht zurück­nehmen. Nur bei defekten Waren gilt das Gewähr­leistungs­recht.

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Für Online-Käufe gilt 14-tägiges Widerrufsrecht

Anders im Online-Handel: Hier lassen sich Kunden Produkte oft in mehreren Größen nach Hause schicken. Schon zu dem Zeitpunkt steht dabei fest: Der Kunde schickt einen Teil der bestellten Ware zurück -nämlich die Stücke, die nicht passen.

Der Hintergrund: Wer im Internet Produkte bestellt, hat in der Regel ein 14-tägiges Widerrufs­recht. Das bedeutet, Kunden können die Ware ohne Nennung von Gründen innerhalb dieser Zeit zurückschicken und bekommen ihr Geld wieder. „Grund­sätzlich ist es das gute Recht der Kunden, im Rahmen des Widerrufs­rechts im Internet gekaufte Waren zurück­zusenden“, stellt Stefan Genth klar, Haupt­geschäftsf­ührer des Handels­verbands Deutschland (HDE).

Retouren entwickeln sich zu einem Problem

Zwar gehören Retouren für die Online-Händler zum Alltag. Allerdings werden sie inzwischen immer mehr zu einem Problem. Wissenschaftler der Universität Bamberg haben ermittelt, dass die Bundes­bürger bei Bestellungen im Internet jedes sechste Paket wieder zurückschicken.

Im vergangenen Jahr sind das demnach 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel gewesen. Bei Kleidung und Schuhen geht sogar fast die Hälfte der Pakete zurück an den Absender. Nach Erkenntnis der Forscher landen rund vier Prozent der Artikel im Müll. Nicht zuletzt deshalb gibt es inzwischen politische Diskussionen um das Thema.

„Die Auf­bereitung zum Wieder­verkauf von zurück­geschickten Waren ist mit viel Aufwand verbunden“, erklärt Christopher Meinecke, Bereichs­leiter digitale Trans­formation bei Bitkom. Retouren bedeuten für die Anbieter einen entgangenen Umsatz. Gleich­zeitig verursachen sie Personal- und Prozess­kosten, um die Retouren zu prüfen und in den Lager­bestand zurückzuführen.

Manche Retouren sind in einem derart desolaten Zustand, dass Händler sie entsorgen müssen. Aus Sicht von Genth sollten es Unternehmen künftig leichter haben, zurück­geschickte und gut erhaltene Waren zu spenden. Derzeit zahlen die Händler für ihre Sachspenden Umsatz­steuer, ohne Geld für die Ware erhalten zu haben. Der HDE fordert, Sachspenden von der Umsatz­steuer­pflicht zu befreien.

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Rücksendung kann auch für Kunden Nachteile bedeuten

Zu viele Retouren können sich im Einzelfall auch für den Kunden in einen Nachteil wandeln. Nämlich dann, wenn die Zahl der Retouren hoch ist und Ware eventuell noch mit Tragespuren zurückkommt. In solchen Fällen kann es vorkommen, dass Online-Händler Kunden sperren. „Das wird aber nie der Regelfall sein, denn die Händler sind sehr darauf bedacht, Kunden nicht zu verärgern“, so Stefan Genth, Haupt­geschäftsf­ührer des Handels­verbands Deutschland (HDE).

Die Zahl von Rück­sendungen im Allgemeinen verringern - geht das? „Ja“, sagt Christopher Meinecke, Bereichs­leiter digitale Trans­formation bei Bitkom. Produkt­beschreibungen im Netz sollten so detailliert wie möglich ausfallen. Meinecke zählt in diesem Zusammenhang 360-Grad-Bilder, Produkt­videos oder Live-Chats zu Kunden­beratungen auf.

Und wie läuft es beim Einkaufen wirklich optimal? „Für viele Kunden kann es vorteilhaft sein, den Online-Einkauf mit dem Besuch im Geschäft zu kombinieren“, sagt Georg Tryba von der Verbraucher­zentrale NRW in Düsseldorf. Nach dem sogenannten Click & Collect-Prinzip könnten Kunden online bestellte Waren im Laden vor Ort abholen. Passt etwas nicht, lässt es der Verbraucher gleich da. So wird der Einkauf bequem, für Kunden wie für Händler.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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