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Reiserecht und Verbraucherrecht | 23.05.2022

Reisepreis­erhöhung

Pauschal­reise: Was bei nach­träglichen Preiser­höhungen gilt

Ein Blick ins Klein­gedruckte kann helfen

Urlaub in Zeiten von steigenden Kerosin­preisen kann schnell teurer werden. Das gilt auch für bereits gebuchte Pauschal­reisen - oder doch nicht?

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Eine vierköpfige Familie möchte verreisen, es soll nach Spanien gehen. Der Pauschal­urlaub ist schon lange gebucht, die Vorfreude groß. Umso über­raschter blickt sie auf ein Schreiben des Ver­anstalters: Wegen der gestiegenen Kerosin­preise kostet die Reise statt 2000 nun 2300 Euro.

Kann so etwas passieren?

Nein, trotz gestiegener Kerosin­preise müssen Urlauber Szenen wie diese kaum fürchten. Rechtsanwalt Hans-Josef Vogel aus Düsseldorf sagt: „Eine einseitige Anpassung ist bei acht Prozent gedeckelt.“ Das bedeutet: Möchte der Veranstalter die Preise um mehr als acht Prozent erhöhen, kann der Kunde die Mehrkosten bezahlen, muss es aber nicht.

Und auch für eine einseitige Preis­anpassung des Ver­anstalters bis acht Prozent des Preises gibt es Vorgaben, aber dazu unten mehr.

Was die Branche sagt

Um zunächst beim Beispiel der Familie zu bleiben. Theoretisch wäre also eine einseitige Erhöhung um bis 160 Euro denkbar gewesen, das sind acht Prozent von 2000 Euro. Aber machen Reise­anbieter, etwa angesichts steigender Spritkosten, davon Gebrauch?

Eine Umfrage des Fachportals „Reisevor9“ von Anfang Mai unter Reedereien dürfte Urlaubern hier etwas Erleichterung gebracht haben: Die wenigsten Kreuzfahrt­anbieter planten demnach Treibstoffzuschläge. Der Anlass der Umfrage war die Ankündigung des Anbieters Plantours, der Zuschläge für bereits gebuchte Reisen erhebt und das unter anderem mit höheren Treibstoffkosten begründet.

Das ist aber noch eher die Ausnahme, wie auch Kerstin Heinen vom Deutschen Reise­verband (DRV) bestätigt. Die Preise für Pauschal­reisen - egal, ob dabei mit Flugzeug, Schiff oder Bus gereist wird - zeigten sich ihrer Ansicht nach stabil.

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Preiserhöhungen sind nicht so einfach möglich

So einfach sei es auch gar nicht möglich, die Preise zu ändern, sagt Rechtsanwalt Hans-Josef Vogel. „Der Veranstalter darf nur Preise erhöhen, wenn er sich dies ausdrücklich vorbehält.“

Entsprechende Formulierungen finden Urlauber in den Geschäfts­bedingungen (AGB). Wer sicher gehen möchte, ob der Veranstalter die Preise anziehen darf, kommt also nicht drumherum, das Klein­gedruckte zu lesen.

Genauso beinhalten solche Klauseln auch, dass die Preise umgekehrt sinken müssen. Etwa wenn sich Wechsel­kurse zwischen Vertrags­schluss und Reisebeginn geändert haben und auf den Reise­veranstalter weniger Kosten zukämen. Daher verzichten die meisten Anbieter laut DRV-Sprecherin Heinen auf Preis­änderungen. Angesichts der komplexen Berechnung lohne sich der bürokratische Aufwand nicht.

Darüber hinaus haben Urlauber bei erheblichen Preis­steigerungen, die über der erwähnten Acht-Prozent-Grenze liegen, das Recht, kostenfrei zurückzutreten. Am Ende würde der Veranstalter in solch einem Fall also schlimmsten­falls auf allen Kosten sitzen bleiben.

Gründe für Preiserhöhung sind festgelegt

Entscheidet der Veranstalter, die Preise an die Kunden weiter­zugeben, müssen bestimmte Gründe vorliegen: Dazu zählen etwa gestiegene Treibstoff- oder Energie­kosten, weshalb die Beförderung teurer wurde. Genauso kann er Steuer­erhöhungen oder gestiegene Abgaben für die Reise­leistung sowie Wechsel­kurs­veränderungen auf die Kunden umlegen.

Eine Preis­erhöhung der gebuchten Reise muss der Veranstalter seinen Kunden in schriftlicher Form spätestens 20 Tage vor Beginn der Reise mitteilen. Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucher­zentrum legt Kunden daher nahe, diese Frist gut im Auge zu behalten.

Kommt die Erhöhung des Reise­preises um bis zu acht Prozent weniger als 20 Tage vor Abreise­datum, müssen Urlauber diesen Aufschlag nicht hinnehmen. Sie können die Zahlung dann unter Hinweis auf die Gesetzes­lage verweigern, so die Verbraucher­zentralen.

Und was ist, wenn der Veranstalter die Reise­unterlagen nur bei Zahlung dieses Zuschlags aushändigen will, die Frist aber bereits gerissen hat? Dann sollte man den Aufschlag unter Vorbehalt zahlen, raten die Verbraucher­schützer. So setzt man den Urlaub nicht aufs Spiel, erhält sich aber die Option auf eine Rück­erstattung.

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Frist für Preiserhöhung gilt für beide Seiten

Während frist­gerechte Preiser­höhungen bis acht Prozent bei entsprechend wirksamen Preis­änderungs­klauseln in den AGB hingenommen werden müssen, sieht es bei Auf­schlägen, die über diese Schwelle hinausgehen, anders aus.

Veranstalter könnten laut Karolina Wojtal in dem Fall von ihrem Kunden zwar „verlangen, dass dieser innerhalb einer angemessenen Frist das Angebot zu Preis­erhöhung annimmt“. Dabei handle es sich um eine Interessens­abwägung zwischen Kunde und Veranstalter. Schließlich wolle der Veranstalter bei einem Rücktritt des Kunden die Reise neu verkaufen. Aber den Kunden bleibt die Wahl.

Sie müssen sich also entscheiden: Innerhalb der vom Veranstalter gesetzten Frist können sie entweder eine gleichwertige Ersatzreise zum bisherigen Preis fordern oder den gebuchten Urlaub kostenfrei stornieren. Wer als Urlauber das Schreiben indes ganz ignoriert, akzeptiert stillschweigend die Preis­steigerung.

2023 könnte es teurer werden

Trotz der aktuellen Unsicher­heiten: Insgesamt dürfte das Preisniveau in diesem Jahr noch recht stabil bleiben, so Reisee­xperten. Denn die Veranstalter habe ihre Kontingente langfristig geplant und gebucht. 2023 könnte die Situation anders aussehen. Dann befürchtet die Branche teils deutliche Steigerungen.

Wojtal sagt: „Es wird darauf ankommen, wie gut es den Veranstaltern gelingt, die Preise mit Ihren Dienst­leistern - unter anderem Hotels, Airlines - zu verhandeln und wie langfristig dies erfolgt.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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