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Verbraucherrecht und Versicherungsrecht | 19.11.2021

BU-Versicherung

Prämien­sprung ab 2022: Lohnt der Abschluss einer BU-Versicherung?

Sieben Fragen und Antworten im Überblick

Die Berufs­unfähigkeits­versicherung wird bald teurer. Weil der Höchstr­echnungsz­ins für Lebens­versicherungen sinkt, werden die Prämien für neue Verträge steigen. Warum ist das so?

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Ab 1. Januar 2022 sinkt der Höchstr­echnungsz­ins in der Lebens­versicherung von derzeit 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent. Das hat auch Folgen für die Berufs­unfähigkeits­versicherung (BU): Deren Beiträge werden ab dem kommenden Jahr oft teurer. Aus Angst vor steigenden Kosten sollte jetzt aber niemand schnell noch einen Vertrag abschließen, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten im Interview mit dem dpa-Themen­dienst.

Frage: Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung eine wichtige Police?

Bianca Boss: Diese Versicherung gehört zu den wichtigen Policen. Schließlich geht es bei der BU darum, dauerhafte Arbeits­kraft­verluste abzusichern. Dauerhafter Arbeitskraftverlust bedeutet - vereinfacht gesagt -, dass man kein Geld mehr verdienen kann, weil man zu krank zum Arbeiten ist. Gegen dieses finanzielle Risiko schützt die Versicherung.

Es gibt hier neben der BU aber noch eine weitere geeignete Police, die eine monatliche Rente in vereinbarter Höhe leistet, solange der Zustand andauert: die Erwerbs­unfähigkeitsv­ersicherung, kurz EU.

Frage: Wo liegen die Unterschiede?

Boss: Die Erwerbs­unfähigkeits­police leistet, wenn Versicherte dauerhaft keine Tätigkeit des allgemeinen Arbeits­marktes ausüben können. Üblicherweise ist das der Fall, wenn man in einem Umfang von mehr als drei Stunden täglich nicht mehr arbeiten kann.

Die BU leistet bereits dann, wenn der zuletzt in gesunden Tagen ausgeübte Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nur noch teilweise ausgeübt werden kann - üblicherweise zu nicht mehr als 50 Prozent. Ob Versicherte noch in der Lage sind, auf dem allgemeinen Arbeits­markt tätig zu sein, ist - anders als bei der EU - unerheblich.

Die Berufs­unfähigkeits­versicherung ist also leistungs­stärker, für viele Berufe kostet sie aber auch mehr.

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Frage: Wie teuer ist eine BU im Durchschnitt?

Boss: Durchschnitts­werte sind für BU-Verträge eigentlich nichtssagend. Es hängt von einer Vielzahl von einzelnen Faktoren ab, wie viel man für seinen Vertrag bezahlt. Ein wichtiger Faktor ist zum Beispiel der Beruf, den Sie bei Antrags­stellung ausüben.

Dabei gilt: Je risikoreicher ein Beruf, desto höher der Beitrag. Oder anders gesagt: In einem handwerklichen Beruf müssen Sie meist mehr für die BU bezahlen, als in einem Bürojob.

Frage: Welche Faktoren beeinflussen den Beitrag noch?

Boss: Neben dem ausgeübten Beruf spielen auch die versicherten Leistungen eine Rolle. Auch der Status der versicherten Person hat einen Einfluss. Es kann also einen Unterschied machen, ob Versicherte verbeamtet, sozial­versicherungs­pflichtig beschäftigt, selbst­ständig, frei­beruflich tätig oder als Schüler oder Student noch ohne Beruf sind.

Aber auch das Freizeit­verhalten kann die Höhe der Prämie beeinflussen. Wer riskante Sportarten ausübt, muss unter Umständen mehr zahlen, ebenso in der Regel alle, die Vorerkrankungen haben.

Frage: Warum führt der sinkende Höchstrechnungszins bei Lebensversicherungen jetzt bei der BU zu höheren Beiträgen?

Boss: BU- und EU-Verträge gehören aufsichts­rechtlich zur Sparte Lebens­versicherung. Der Rechnungs­zins ist vor allem für die Kalkulation der Tarife relevant.

Beispiel BU: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Damit die Prämie aber nicht jährlich ansteigt, sondern über die vereinbarte Vertrags­dauer konstant bleibt, hat die Prämie neben dem Risiko- und Kosten­anteil noch einen Sparanteil. Das heißt es werden aus diesem Sparanteil Rück­stellungen gebildet, um die Prämie zu glätten, so dass sie eben über die vereinbarte Vertrags­dauer konstant bleibt.

Wenn der Höchstr­echnungsz­ins abgesenkt wird, können ab dem 1. Januar 2022 die Rück­stellungen nur noch mit dem höchstens bei 0,25 Prozent an­zusetzenden Rechnungs­zins verzinst werden. Entsprechend muss dann die Prämie gegenüber den aktuellen Tarifen, die mit bis zu 0,9 Prozent kalkuliert sind, steigen. Wie stark die Erhöhung ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wir rechnen bei BU-Verträgen mit einer Prämien­steigerung um fünf bis zehn Prozent.

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Frage: Sollte ich aus diesem Grund jetzt in diesem Jahr noch schnell eine Versicherung abschließen?

Boss: Vor allem bei solchen Personen­versicherung wie EU oder BU gilt: Sorgfalt vor Geschwindigkeit! Bei diesen Verträgen kommt es nicht vorrangig auf die Prämien­höhe an, sondern auf eine saubere und einwand­freie Antrags­stellung und bedarfs­gerechte Leistungen.

Vor allem die umfängliche Aufarbeitung der Gesundheits­historie ist naturgemäß sehr zeitaufwendig. Sie ist aber für einen Vertrag Voraussetzung. Von einem Abschluss noch schnell in diesem Jahr raten wir daher dringend ab, wenn darunter die Sorgfalt bei der Antrag­stellung leidet. Denn das kann im schlimmsten Fall den Versicherungs­schutz kosten.

Frage: Welche Punkte sind bei einem Vertrag wirklich wichtig?

Boss: Am wichtigsten ist es, einen individuell passenden Vertrag abzuschließen. Ein Abschluss auf eigene Faust im Internet empfehlen wir deshalb nicht. Ratsam ist es, über einen spezialisierten Versicherungs­berater oder Versicherungs­makler eine Risikovoran­frage zu stellen, um so zu ermitteln, welche geeigneten und bedarfs­gerechten Verträge es gibt, und welche Verträge für den Antragsteller möglich sind.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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