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Arbeitsrecht | 16.02.2016

Internet

Private Internet­nutzung am Arbeits­platz: Arbeitgeber darf die private Korrespondenz lesen, wenn das Surfen am Arbeits­platz verboten ist

Im Zweifel ist privates Surfen am Arbeits­platz verboten

Mal kurz private E-Mails bei der Arbeit checken? Da denken sich viele nichts dabei. Doch unter Umständen kann das richtig Ärger geben. Und manchmal darf der Arbeitgeber die private Korrespondenz sogar lesen.

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Privates Surfen am Arbeitsplatz verstößt gegen Pflichten aus dem Arbeitsvertrag

Arbeit­nehmer sollten sehr zurück­haltend damit sein, das Internet am Arbeits­platz für private Zwecke zu nutzen. Viele denken sich nichts dabei, während der Arbeitszeit zum Beispiel kurz private E-Mails zu checken. Rechtlich ist das grund­sätzlich aber erst einmal verboten. Die Geräte gehören dem Arbeitgeber, und er bezahlt die Mitarbeiter für ihre Arbeitszeit. Wer dann statt zu arbeiten privat im Netz surft, verstößt gegen seine Pflichten aus dem Arbeits­vertrag.

Am Arbeitsplatz sollten Arbeitnehmer nur privat surfen, wenn dies ausdrücklich erlaubt ist

In der Praxis passiert es immer wieder, dass Mitarbeiter kurz ihre E-Mails oder Profile in sozialen Netzwerken checken. In der Praxis tolerieren das viele Arbeitgeber auch bis zu einem gewissen Grad. Doch kommt es deshalb zum Streit, lautet schnell die Frage: War das Verhalten des Mitarbeiters hier noch angemessen? Oder hat er es total übertrieben? Da ist man schnell auf dem Glatteis. Ist eine halbe Stunde Surfen zu privaten Zwecken während der Arbeitszeit noch angemessen? Und was ist mit einer Dreiviertel­stunde?

Auf der sicheren Seite sind Mitarbeiter immer dann, wenn die private Nutzung zum Beispiel in einer Betriebs­vereinbarung oder in der Betriebs­ordnung ausdrücklich erlaubt ist. Dann können sie sich gegebenenfalls darauf beziehen. Und wer Zweifel hat, was für ihn gilt, fragt am besten direkt den Vor­gesetzten.

Ist das Surfen zu privaten Zwecken am Arbeitsplatz verboten, darf der Arbeitgeber alle E-Mails lesen

Das gilt auch für solche E-Mails, die man privat zum Beispiel an den Partner schickt. Denn der Arbeitgeber muss erst einmal davon ausgehen, dass es dienstliche E-Mails sind. Das sollte man nur in der Pause über das eigene Smartphone machen. Ist die private Nutzung dagegen erlaubt, darf der Arbeitgeber gar keine E-Mails mitlesen. Denn in diesem Fall kann er nicht ausschließen, dass private E-Mails darunter sind.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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