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Steuerrecht | 19.08.2021

Bonus­zahlung

Private Kranken­versicherung: Wenn der Bonus ein Nachteil ist

Bonus­zahlungen mindern die als Sonder­ausgaben abzugs­fähigen Kranken­kassen­beiträge

Wer gesund bleibt, bekommt einen Bonus - nach diesem Grundsatz belohnen Kranken­versicherungen oft ihre Kunden. Doch der Bonus kann für Versicherte auch ein finanzieller Nachteil sein.

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Privat Kranken­versicherte haben in ihrem Vertrag oftmals eine Regelung für Bonus­zahlungen, wenn sie im betreffenden Jahr keine Krankheits­kosten eingereicht haben. „Dies ist auf den ersten Blick günstiger, wenn die Bonus­zahlung höher ist, als die nicht zur Erstattung eingereichten Krankheits­kosten“, sagt Jana Bauer vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine in Berlin.

Bonuszahlungen mindern Sonderausgaben abzugsfähigen Krankenkassenbeiträge

Auf den zweiten Blick kann das jedoch anders aussehen. Der Grund: Bonus­zahlungen einer privaten Kranken­kasse mindern die als Sonder­ausgaben abzugs­fähigen Kranken­kassen­beiträge. Dies gilt zumindest für Bonus­zahlungen, die unabhängig davon gezahlt werden, ob Versicherte überhaupt Krankheits­kosten tragen mussten oder nicht.

Gut rechnen

„Privat Kranken­versicherte sollten jedes Jahr genau überprüfen, ob die Bonus­zahlung der Kranken­kasse unter Berücksichtigung der steuerlichen Effekte günstiger ist, bevor sie endgültig auf die Einreichung der tatsächlich entstandenen Kosten bei der Kranken­kasse verzichten“, rät Bauer. Sonst wird aus einem finanziellen Vorteil am Ende ein Nachteil.

Ein Beispiel: In einem Jahr sind Krankheits­kosten in Höhe von 1700 Euro angefallen. Werden diese Kosten nicht bei der privaten Kranken­kasse eingereicht, winkt ein Bonus in Höhe von 2000 Euro. Daraus ergibt sich erst einmal ein Vorteil von 300 Euro.

Vorteil kann Nachteil werden

Der Haken: Der Bonus mindert die absetzbaren Kranken­kassen­kosten. Es können also 2000 Euro weniger als Sonder­ausgaben geltend gemacht werden. Bei einem unterstellten Steuersatz von 35 Prozent ergibt sich eine höhere Steuer­belastung von 700 Euro. Der vermeintliche Vorteil von 300 Euro wandelt sich hier zu einem Nachteil von 400 Euro.

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Wichtig

Im Falle einer beanspruchten Bonus­zahlung dürfen selbst getragenen Krankheits­kosten nicht als außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden. „Ein Abzug von Kosten als außergewöhnliche Belastungen ist immer dann ausgeschlossen, wenn eine Versicherungs- und somit Erstattungs­möglichkeit bestand, diese aber nicht beansprucht wurde“, erklärt Bauer. „Es fehlt dann an der sogenannten Zwangs­läufigkeit dieser Kosten.“

Quelle: dpa/DAWR/ab
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