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Steuerrecht | 31.03.2020

Dienstwagen

Prüfung von Firmenwagen-Bewertung kann sich lohnen

Einzel­bewertung kann durch Arbeitgeber bereits im Wege der Lohn­abrechnung anwendet werden

Bei vielen Arbeit­nehmern mit Dienstwagen steht derzeit das Auto häufig still. Denn viele Fahrten zum Arbeits­platz finden gar nicht statt. Was bedeutet das für die Ver­steuerung des geldwerten Vorteils?

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Viele Berufstätige sind derzeit im Homeoffice - und wer einen Firmenwagen hat, fährt deshalb vielleicht seltener als sonst zur Arbeit. Ist dies der Fall, sollten Betroffene prüfen, ob sie die steuerliche Bewertung des Firmen­wagens ändern lassen wollen.

Einzelbewertung prüfen lassen

Arbeitgeber müssen weiter einen Sachbezug für die möglichen Fahrten zur sogenannten ersten Tätigkeitss­tätte beim Lohnsteuer­abzug berücksichtigen. „In diesen Fällen sollte geprüft werden, ob eine Einzel­bewertung des geldwerten Vorteils für die Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitss­tätte infrage kommt“, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL) in Berlin.

Diese Einzel­bewertung kann der Arbeitgeber bereits im Wege der Lohn­abrechnung anwenden. Auch er würde in diesem Fall Geld über eingesparte Sozial­versicherungs­beiträge sparen, sofern der Arbeit­nehmer nicht über den Beitrags­bemessungs­grenzen verdient.

Einzelbewertung kann günstiger sein

Im Normalfall werden steuerlich jeden Monat 0,3 Prozent des Brutto-Listen­neupreises des Autos multi­pliziert mit den Entfernungs­kilometern von der Wohnung zur ersten Tätigkeitss­tätte als geldwerter Vorteil für den Firmenwagen­fahrer erfasst. Alternativ kann aber auch eine Einzel­bewertung für jede Fahrt mit 0,02 Prozent des Bruttolisten­neupreises multi­pliziert mit den Entfernungs­kilometern vorgenommen werden. Diese Einzel­bewertung ist günstiger, wenn im Schnitt weniger als 15 Fahrten pro Monat zur Arbeits­stätte erfolgen.

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Es gibt aber einen Haken

Voraussetzung ist, dass diese Einzel­bewertung für das gesamte Kalender­jahr erfolgt. Deshalb muss auch für die vergangenen Monate jeweils mit Datum aufgezeichnet werden, an welchen Tagen das Firmen­fahrzeug für Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitss­tätte genutzt wurde. „Diese Aufstellung ist insbesondere in Unternehmen mit Anwesenheits­erfassungs­systemen leicht anzufertigen“, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL) in Berlin.

Aufzeichnungen werden zum Lohnkonto genommen

Finden letztlich in diesem Jahr weniger als 180 Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitss­tätte statt, ergibt sich ein Spareffekt bei der Lohnsteuer und bei den Sozial­versicherungs­beiträgen, sofern der Gesamt­verdienst unterhalb der Beitrags­bemessungs­grenzen liegt. Die Aufzeichnungen des Arbeit­nehmers darüber, an welchen Tagen er Fahrten zwischen Wohnung und erste Tätigkeitss­tätte vorgenommen hat, sind zum Lohnkonto zu nehmen und aufzubewahren.

Korrektur kann auch mit Abgabe der Einkommensteuererklärung 2020 nachgeholt werden

„Will der Arbeitgeber sich die Mühe mit der Einzel­bewertung des geldwerten Vorteils für die Fahrten zwischen Wohnung und erste Tätigkeitss­tätte mit dem Firmenwagen nicht machen, kann der Arbeit­nehmer die Korrektur auch noch mit der Abgabe der Einkommen­steuer­erklärung 2020 nachholen“, sagt Uwe Rauhöft vom Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine (BVL) in Berlin. Auch hier ist eine genaue Aufstellung über die Tage, an denen der Wagen für Fahrten zwischen Wohnung und erste Tätigkeitss­tätte genutzt wurde, notwendig.

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Quelle: dpa/DAWR/ab
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