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Insolvenzrecht und Verbraucherrecht | 14.11.2018

Verbraucher­insolvenz

Raus aus den Schulden: Von P-Konto bis Privat­insolvenz

Die wichtigsten Schritte raus aus dem Dauer-Minus

Spätestens wenn sich die Mahnungen stapeln, der Dispokredit aus­geschöpft ist und sich immer mehr Schulden anhäufen, sollten sich Betroffene Hilfe holen. So können sie aus den Schulden wieder herauskommen.

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Wird Schuldnern ein Pfändungs­bescheid zugestellt, sollten sie schnell reagieren.

Lebensunterhalt sichern durch Umwandlung des Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto

Damit sie weiterhin ihren Lebens­unterhalt bestreiten können, können sie ihr Girokonto in ein Pfändungss­chutzk­onto umwandeln lassen - kurz: P-Konto. „Das kann der Verbraucher bei seiner Bank beantragen“, erklärt Marcus Köster, Jurist der Verbraucher­zentrale Nordrhein-Westfalen. Beim P-Konto liegt der gesetzliche Grundfrei­betrag bei 1133,80 Euro pro Monat. Wer eine Familie versorgt, erhält weitere Frei­beträge.

Außergerichtliche Schuldenbereinigung durchführen lassen

Als Nächstes sollten Schuldner sich Hilfe holen. Das kann eine gemeinnützige Schuldner­beratung sein oder ein spezialisierter Rechtsanwalt. „Zunächst listet ein Berater gemeinsam mit dem Verbraucher auf, welche Schulden vorhanden sind und wie viel an Einkommen zur Verfügung steht“, erläutert Andre Kraus, Kölner Fachanwalt für Insolvenz­recht. Im nächsten Schritt werden die Forderungen rechtlich geprüft und die Gläubiger angeschrieben. Ziel ist es, sich außer­gerichtlich zu einigen - und etwa eine Raten­zahlung oder einen Teilerlass der Schulden zu erreichen.

Schuldenbereinigung durch Verbraucherinsolvenz

Scheitert der Einigungs­versuch, können Betroffene beim zuständigen Amtsgericht Verbraucher­insolvenz beantragen. Meist wird dann sechs Jahre lang der pfändbare Teil des Einkommens an einen Treuhänder abgeführt, den das Gericht bestellt hat. Danach entscheidet das Gericht, ob man von seinen restlichen Schulden befreit wird. „Bei Schuldnern, die in den zurück­liegenden sechs Jahren ihren Verpflichtungen nachgekommen sind, gibt das Gericht dem Antrag auf Restschuld­befreiung in aller Regel statt“, erklärt Marcus Köster, Jurist der Verbraucher­zentrale Nordrhein-Westfalen.

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Vorzeitige Restschuldbefreiung möglich

Voraus­gesetzt, dass bis dahin alle Verfahrens­kosten bezahlt sind. Dann kann sich das Verfahren auf Antrag auf fünf Jahre verkürzen. Sogar eine Verkürzung auf drei Jahre ist möglich, wenn Betroffene die Verfahrens­kosten und 35 Prozent aller Verbindlichkeiten in diesem Zeitraum beglichen haben. „Dies ist in der Praxis sehr selten“, sagt Marcus Köster, Jurist der Verbraucher­zentrale Nordrhein-Westfalen.

Insolvenzplanverfahren als Alternative

Wer im laufenden Verfahren seine Schulden vorzeitig loswerden will, kann mit den Gläubigern einen Insolvenz­plan vereinbaren und ihnen etwa einen Prozentsatz der Schulden als Sofort­zahlung anbieten. Geht die Mehrheit der Gläubiger darauf ein und wird dies vom Gericht abgesegnet, ist der Verbraucher seine Schulden los.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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