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Reiserecht und Verbraucherrecht | 06.11.2019

Reise­rücktritts­versicherung

Reise­rücktritt­versicherung: Worauf Reisende mit Vor­erkrankung achten müssen

Rücktritts­versicherung zahlt meist nur im Falle einer „akuten Erkrankung“

Die Reise muss wegen Krankheit abgesagt werden? Vor Ort muss man ins Krankenhaus? Mit Versicherungen fühlen sich Urlauber in solchen Fällen abgesichert - doch bei Vorerkrankungen gibt es oft Probleme.

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Herzinfarkt, Unfall, eine schwere Krankheit: Es gibt viele Gründe, warum Urlauber eine gebuchte Reise nicht antreten können. Eine Reise­rücktritts­versicherung soll in diesem Fall vor hohen Storno­gebühren schützen. Wer jedoch eine Vor­erkrankung hat, ist damit nicht unbedingt auf der sicheren Seite.

Vorerkrankung stellt keine unerwartete Erkrankung dar

Bei Versicherten zum Beispiel mit Diabetes oder Bluthoch­druck gelten oft spezielle Bedingungen. Gezahlt wird etwa bei „plötzlich schwerer Erkrankung“. Zählen dazu auch chronische Erkrankungen, die zwar medikamentös gut eingestellt sind, aber plötzlich akut werden?

Von der Rechtsprechung werde das tendenziell verneint, weiß der Rechtsanwalt Paul Degott aus Hannover. Das heißt: Bei einer solchen Klausel bleiben chronisch Kranke auf den Storno­kosten sitzen.

Der Reiserechts­experte rät Urlaubern mit solchen Vorerkrankungen daher, mehrere Anbieter konkret zu fragen: Besteht Versicherungs­schutz, wenn sich eine bestehende Erkrankung akut verschlechtert und die Urlaubs­reise deshalb nicht mehr möglich ist?

Zeitpunkt des Rücktritts oft Streitpunkt

Streit gibt es oft über die Frage, zu welchem Zeitpunkt der Versicherte seinen Rücktritt von der Reise erklären muss. Denn häufig ist zunächst unklar, ob man reisen kann oder nicht. Das stellt sich teils erst während der Behandlung heraus.

„Die Reiserücktritts­kosten­versicherungen argumentieren, man hätte schon beim ersten Arztbesuch den Reise­rücktritt erklären müssen. Dann wären die Storno­kosten nicht so hoch gewesen“, sagt Rechtsanwalt Paul Degott. Somit zahlten die Versicherungen oft nicht den vollen Storno­betrag.

Um hier Klarheit zu schaffen, können sich Versicherte an die medizinische Storno­beratung wenden, die einige Versicherer anbieten, wie Birgit Dreyer von der Ergo Reise­versicherung rät. Dort geben Reise­mediziner eine Empfehlung, mit der Urlauber auf der sicheren Seite sind. Muss später dann doch noch storniert werden, gingen höhere Storno­gebühren zu Lasten der Versicherung.

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Reisefähigkeit vom Arzt bescheinigen lassen

Wenn ein Reisender nicht damit rechnen muss, dass sich seine Vor­erkrankung verschlechtert, sollte er sich dies von einem Arzt bestätigen lassen. Dazu rät auch die Ergo Versicherung. Die Bescheinigung stellt dann fest, dass gegen Art der Reise sowie Reiseziel und -dauer aus medizinischer Sicht keine Bedenken bestehen.

Doch auch hier kommt es auf den Wortlaut an. Nach den Erfahrungen von Rechtsanwalt Paul Degott geben sich Ärzte oft wenig Mühe, präzise zu formulieren - und das kann zu Streit mit der Versicherung führen.

Auslandsreisekrankenversicherung schützt vor hohen Kosten

Jeder Urlauber sollte eine Auslands­reise­kranken­versicherung abschließen, das gilt natürlich auch für chronisch Kranke. Die Police schützt Urlauber vor hohen Kosten, wenn unterwegs etwas passiert. Denn die gesetzliche Kasse zahlt oft nicht für teure Behandlungen, sie orientiert sich an der Höhe der deutschen Vertrags­sätze. So läuft man Gefahr, Hunderte Euro aus eigener Tasche bezahlen zu müssen.

Für chronisch Kranke kann es auch hier Probleme geben. Zwar müssen Urlauber beim Abschluss einer Auslands­reise­kranken­versicherung keine Fragen zu ihrem Gesundheits­zustand beantworten. Doch vorher­sehbare Behandlungen einer bereits ärztlich diagnostizierten Krankheit würden häufig ausgeschlossen, erklärt Kim Paulsen vom Bund der Versicherten. Wichtig sei ein Tarif mit verbraucher­freundlichen Bedingungen.

Orientierungs­hilfe bieten zum Beispiel die Tests der Stiftung Warentest (Zeitschrift „Finanztest“, Ausgaben 3/2018 und 9/2019). Hier finden Verbraucher auch Infos zu Ausschluss­klauseln, die sich bei einer Vor­erkrankung im Stornierungs­fall negativ auswirken können.

„Betroffene sollten sich nicht scheuen, bei der Versicherung anzurufen und die konkrete Situation anzusprechen“, empfiehlt Birgit Brümmel von der Stiftung Warentest. Das gilt besonders, wenn Reisende schubweise auftretende Krankheiten haben. So sind sie vor teuren Überraschungen geschützt.

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Wichtig: Immer das Kleingedruckte lesen

Auch wenn es mühsam ist: Urlauber sollten auf jeden Fall das Klein­gedruckte lesen, sagt Birgit Brümmel. Greift die Reiserücktritts­police laut Vertrag zum Beispiel nur für „plötzliche, unerwartete, schwere, akute, unvorherseh­bare oder nicht absehbare Behandlungen“, heißt das im Umkehr­schluss: Chronische Erkrankungen sind ausgeschlossen.

Ähnliches gilt bei der Auslands­reise­kranken­versicherung: Mit Formulierungen wie „nicht aufschiebbare Behandlung“ und „medizinisch notwendiger oder ärztlich angeordneter Rück­transport“ halten sich die Versicherungs­unternehmen ein Hinter­türchen offen. Wichtig ist, dass auch „aufschiebbare“ Behandlungen und ein „medizinisch sinnvoller und vertretbarer“ Rück­transport versichert sind.

Schlichtungsstelle kann helfen

Verweigert die Versicherung die Zahlung, bleiben Urlauber nicht unbedingt auf den Kosten sitzen oder müssen vor Gericht ziehen. Es gibt auch Schlichtungs­stellen. Die Ombuds­männer für Versicherungen helfen bei Streit­fällen zu Reise­rücktritt und Reise­abbruch. Die Schlichtungs­stelle der Privaten Kranken­versicherungen kümmert sich um Fälle rund um die Reise­kranken­versicherung. Die Streit­beilegung ist kostenlos. Sie muss laut Gesetz aber binnen 90 Tagen erfolgen.

Bei einem Streitwert von bis zu 10.000 Euro kann der Ombudsmann für Versicherungen eine Entscheidung treffen, die für das Unternehmen verbindlich ist. Innerhalb dieses Rahmens liegen fast 90 Prozent aller Fälle.

Bei höheren Streit­werten kann der Ombudsmann eine Empfehlung aussprechen. Allerdings lohnt sich auch im Hinblick auf ein mögliches Schlichtungs­verfahren ein Blick ins Klein­gedruckte. Denn bei einigen Versicherern ist die Teilnahme an einem Streit­beilegungs­verfahren bei Schlichtungs­stellen von vornherein ausgeschlossen.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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