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Kaufrecht und Verbraucherrecht | 30.12.2016

Gebraucht­wagen

Reklamation: Mängel am Gebraucht­wagen mit Fotos dokumentieren

Mängel am Gebraucht­wagen können schnell zu einem Sicherheits­problem werden

Ob Ölverlust oder eine defekte Klimaanlage: Mängel am Auto müssen Käufer beim Reklamieren belegen können. Tritt ein Mangel nur sporadisch auf, sei der Nachweis natürlich schwierig, sagt Rechtsanwältin Daniela Mielchen. Denn manchmal ist es wie verhext: Gerade wenn Autofahrer dem Händler das Problem zeigen wollen, tritt es nicht auf.

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Mängel mit Fotos oder Videos vor Kauf dokumentieren

Den Mangel vorher zu dokumentieren, macht deshalb auf jeden Fall Sinn. Das geht mit Fotos oder Videos, Zeugen aussagen oder einem ausführlichen Gutachten, zählt Daniela Mielchen, Rechtsanwältin aus Hamburg, einige Möglichkeiten auf. Die Fach­anwältin schränkt aber ein: „Welches Beweis­mittel ein Gericht als ausreichend erachtet, hängt vom Einzelfall ab.“

Gefährliches Problem ist die Sicherheit

Einem gefährlichen Problem, das die Sicherheit des Fahrers gefährdet, muss der Händler aber genauer nachgehen, etwa in dem er Teile ausbaut. Das ergibt sich aus einem Urteil des Bundes­gerichts­hofs (Az.: VIII ZR 240/15). In so einem Fall darf der Händler den Kunden nicht einfach nach Hause schicken, weil das Problem beim Vorführen nicht auftritt. Im konkreten Fall ging es um ein Kupplungs­pedal, das sich mehrfach verklemmt hatte.

Was gilt bei Gebrauchtwagen überhaupt als Mangel?

Die Grenze ist nicht leicht zu ziehen. Denn ja nach Alter und Lauf­leistung ist mit einem gewissen Verschleiß zu rechnen - etwa in Form von verschlissenen Polstern bei einem Wagen mit hohem Kilometer­stand. Das sei kein Mangel. Alles, was darüber hinausgeht, dagegen schon, wie Rechtsanwältin Daniela Mielchen erklärt. Im Detail sei dies erneut vom konkreten Fall abhängig und eher eine technische als juristische Frage. Allerdings: Wer Mängel beim Kauf schon kennt, kann sie später nicht reklamieren. Wenn der Käufer etwa deutlich sichtbare Kratzer nicht beanstandet, kann er sich danach nicht darüber beschweren.

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Käufer sollte als Sicherheit eine Gebrauchtwagengarantie abschließen

Nach der Übergabe des Autos gilt gesetzlich eine zweijährige Sachmangel­haftung für den Gebraucht­wagen­händler, die auf höchstens ein Jahr verkürzt werden kann. Das Problem: Fällt Käufern erst nach mehr als sechs Monaten der Mangel auf, wird es schwieriger, diesen gegenüber dem Händler geltend zu machen. Dann müsse nämlich der Kunde beweisen, dass der Wagen schon beim Kauf mangelhaft war, so Rechtsanwältin Daniela Mielchen. Um Schäden abzudecken, die nach der Übergabe des Fahrzeugs auftreten, können Käufer als Sicherheit eine Gebrauch­twagen­garantie abschließen. Diese umfasst mitunter sogar Verschleiß­teile.

Quelle: dpa/DAWR/ab
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