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Steuerrecht | 13.07.2016

Steuer­erklärung

Rente und Nebenjob: Was ist steuerlich zu beachten?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Arbeiten im Alter und die steuerlichen Auswirkungen

Viele ältere Menschen verdienen sich zu ihrer Rente etwas dazu. Dabei dürfen sie nicht außer Acht lassen: Möglicher­weise müssen aufgrund der Extra-Einnahmen Steuern gezahlt werden.

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Mancher Rentner benötigt mehr Geld zur Existenz­sicherung. Andere haben einfach noch viel Spaß am Arbeiten. Dabei sollten Ruheständler jedoch nicht vergessen: Ihre zusätzlichen Einnahmen führen unter Umständen dazu, dass sie Steuern zahlen müssen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wann sind für Rentner Steuern fällig?

Steuern fallen erst an, wenn die Summe aus zu versteuerndem Renten­einkommen und möglichen weiteren Einkünften den steuerlichen Grundfrei­betrag übersteigt. Dieser beträgt 2016 für Ledige 8652 Euro. Wer bislang keine Steuern zahlen musste, sollte bei neuen Neben­einkünften prüfen, ob künftig Steuern anfallen, empfiehlt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuer­vereine.

Wie viel darf man hinzuverdienen?

Wer mit der Regelalters­grenze von 67 Jahren in Rente geht, kann prinzipiell so viel hinzuverdienen, wie er will. Werden schon vor dieser Schwelle Renten bezogen, müssen bestimmte Zuverdienst­grenzen beachtet werden. Über­schreitet man diese, werden die Renten­zahlungen anteilig gekürzt.

Welche Zuverdienste sind steuerfrei?

Wer etwas steuerfrei hinzu verdienen will, kann einen Mini-Job annehmen. Der Arbeitgeber meldet die Anstellung an und entrichtet die Steuern. „Man muss klar vereinbaren, dass man einen Mini-Job ausübt“, betont Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Zwei Prozent des Zuverdiensts werden gleich direkt vom Arbeitgeber abgeführt. „Die Einkünfte sind dadurch nicht mehr meldepflichtig“, erläutert Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuer­vereine. Ohne diese pauschale Besteuerung dagegen wird der Lohn normal zur Rente dazugerechnet. Die Folge: Es fallen gegebenenfalls Steuern an.

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Wann muss eine Steuererklärung gemacht werden?

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aber auch selbstständige Tätig­keiten sind erklärungspflichtig. Voraus­gesetzt, man nimmt damit mehr als 410 Euro pro Jahr ein. „Das heißt nicht automatisch, dass auch Steuern fällig sind“, betont Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Bleibt das summierte Einkommen aus der Rente und den Einkünften unter dem Grundfrei­betrag, dann wird keine Steuer fällig. Rentner, die noch in einem Anstellungs­verhältnis sind, für das eine elektronische Steuer­bescheinigung ausgestellt wird, sind regelmäßig verpflichtet, eine Steuer­erklärung zu machen. Das kann sich manchmal auch positiv auszahlen: Mit seiner Einkommens­steuer­erklärung kann man dann durchaus etwas von seinen Steuern zurück­bekommen.

Was muss man bei der Steuererklärung beachten?

Die Erklärungs­formulare sind oft nicht ganz einfach zu verstehen. Es sei aber wichtig, alle Einkünfte korrekt an den richtigen Stellen einzutragen, betont Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Wer die Rente aus verschiedenen Töpfen bezieht - etwa betrieblich, gesetzlich und Riester -, muss die Zahlungen in den entsprechenden Formularen einzeln angeben. Zahlungen aus der gesetzlichen Renten­versicherung werden beispiels­weise in das Formular R eingetragen. Löhne aus einem Angestellten­verhältnis werden im Formular N vermerkt. Wer hier Fehler macht, der zahlt am Ende unter Umständen zu viel Steuern, sagt die Expertin.

Panik vor der Steuer­erklärung sei aber nicht angebracht. Sie rät Rentnern: „Man sollte in Ruhe die beigefügten Erläuterungen lesen und ohne Hektik die Formulare ausfüllen.“ Wer trotzdem Probleme damit hat, kann sich professionellen Rat suchen, etwa beim Steuer­berater oder beim Lohnsteuer­hilfe­verein.

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Wie viel Steuern muss man zahlen?

Renten werden abhängig vom Renten­eintritts­zeitpunkt besteuert. Wer zum Beispiel 2015 in Rente geht, muss 70 Prozent der Renten­zahlungen versteuern. 30 Prozent sind der Renten­freibetrag. Ein Beispiel: Die Bruttorente beträgt 10 000 Euro im Jahr. 3000 Euro wären steuerfrei, 7000 Euro müssten versteuert werden. Dieser Renten­freibetrag bleibt immer gleich - auch wenn sich die Renten­zahlungen erhöhen. Mit jeder Renten­erhöhung steigt der Anteil des zu ver­steuernden Einkommens.

2005 lag der Steuer­anteil noch bei 50 Prozent. 2020 werden es 80 Prozent sein, 2040 schließlich 100 Prozent. Für Rentner, die dann in den Ruhestand gehen, gibt es folglich keinen Renten­freibetrag mehr.

Die Einkommens­steuer steigt progressiv. Das heißt: Je mehr verdient wird, desto mehr muss man zahlen, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuer­vereine. „Sowohl absolut als auch relativ zum Einkommen.“ Der Steuersatz steigt gleitend und kommt ab rund 53 000 Euro bei 42 Prozent an. Der Eingangs­steuersatz ist bei 14 Prozent festgesetzt - dieser Anteil wird mindestens vom letztlich zu ver­steuernden Einkommen abgezogen.

Auf welchen Wegen lässt sich die Steuerlast senken?

Die Steuerlast hängt auch davon ab, welche Ausgaben in der Steuer­erklärung eingetragen werden. So können etwa Zuzahlungen zu Brillen, Zahnersatz oder Kuren steuer­mindernd angesetzt werden. Das Finanzamt errechnet dann aus allen Einnahmen abzüglich der Ausgaben die zu zahlende Steuer.

Wie alle Steuer­pflichtigen können Rentner Werbungs­kosten in ihrer Steuer­erklärung geltend machen. Wer allerdings keine Zuverdienste hat, wird in der Regel nur den Pauschal­betrag von 102 Euro geltend machen können, sagt Erich Nöll vom Bundes­verband der Lohnsteuer­hilfe. Bei den Sonder­ausgaben können dagegen mitunter einige Posten von der Steuer abgesetzt werden - etwa der Eigenanteil zur Kranken- und Pflege­versicherung, Zahlungen zur Haft­pflicht­versicherung, Kirchen­steuer oder Spenden.

Das Gleiche gilt für den Behinderten­pauschal­betrag oder die übrigen außergewöhnlichen Belastungen oberhalb der sogenannten zumutbaren Belastung, etwa für Krankheits­kosten, zählt Erich Nöll vom Bundes­verband der Lohnsteuer­hilfe auf. „Das kann schon einiges ausmachen.“ Unter Umständen falle man damit sogar wieder unter den steuerlichen Grundfrei­betrag.

Auch die familiäre Situation hat Einfluss auf die Höhe der Steuer. Bei Ehepartnern, die zusammen die Steuer­erklärung machen und das Ehegatten­splitting erhalten, bleibt gegebenenfalls mehr vom Hinzuverdienst steuerfrei als etwa bei ledigen Rentnern.

Frühzeitig Rücklagen bilden

Mancher Rentner arbeitet nach Renten­eintritt auf halber Stelle oder als Selbst­ständiger im Unternehmen weiter. Dabei sollten frühzeitig steuerliche Konsequenzen bedacht werden, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuer­zahler. Sonst können nach der ersten Steuer­erklärung überraschend kräftige Steuernach­zahlungen warten. „Für den Fall sollte man genug Rücklagen bilden, und zwar rechtzeitig.“

Siehe auch:

Quelle: dpa/DAWR/ab
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